(zas, 9.7.26) Zuerst eine auf Instagram publizierte Einschätzung von Óscar Schémel, Leiter des venezolanischen Meinungsforschungs- und Analyseunternehmens Hinterlaces, zur schrillen westlichen Desinformationswelle nach den Erdbeben vom 24. Juni:
_____
Oscar Schémel, Hinterlaces, 30 Juni 2026
Zurzeit treiben Laboratorien des psychosozialen Kriegs im Kontext einer Naturkatastrophe eine Desinformations- und Neurotisierungskampagne voran; sie basiert auf der gezielten Ausnutzung des kollektiven Traumas, um die psychosoziale Stabilität einer Bevölkerung zu brechen und die institutionelle Ordnung zu delegitimieren.
Es geht nicht nur um die Verbreitung von Fake News, sondern um eine Strategie des «psychologischen Kriegs», die auf eine Änderung der Wahrnehmung der Realität abzielt. In der Sozialpsychologie und in Informationsoperationen dient die Neurotisierung dem Prozess zur Herstellung von generalisierten Angstzuständen, Schutzlosigkeit, Verdächtigung und Verletzbarkeit der Bevölkerung.
Die Naturkatastrophe allein generiert ein Trauma (Verlust von Leben und Heim sowie Unsicherheit).
Die Desinformationskampagne nimmt diesen realen Schmerz und vergrössert ihn künstlich.
Ihr Ziel ist nicht, über ein Problem zu informieren, sondern eine negative Gefühlsstimmung (Frust, Wut, Unsicherheit) zu festigen, um den Bürger in einen Zustand der permanenten emotionalen Krise zu bringen.
_____
Nach den Erdbeben vom 24. Juni heizten die Mainstream-Medien im globalen Westen eine «humanitär» gekleidete Kampagne mit dem Ziel an, die chavistische Regierung zu delegitimieren. Sie benutzen dafür eine oft gemachte Erfahrung rund um den Globus: In Fällen höchster Not wie Umweltkatastrophen oder Kriegshorror stehen die Menschen zusammen. Ob in Gaza oder La Guaira (verwüstete Stadt nahe von Caracas): notfalls gräbt man mit blossen Händen nach Verschütteten. Du siehst es oft: Noch vor der Ambulanz sind die Nachbarn da, um zu helfen. Und leider nur zu oft stimmt : «Nur das Volk rettet das Volk.» (Wenn Regierungen wie die von Cuba mit Präventionsmassnahmen unzählige Menschenleben retten, findet sich dazu kaum je ein kleiner Hinweis in den westlichen Medien.)
Bestimmt sind heute Menschen, möglicherweise auch viele, in Venezuela über die Regierung ehrlich erbittert: Warum hat sie ihre Liebsten nicht sofort zu retten versucht, keine schweren Maschinen hergebracht, «nichts» gemacht? Sie werden zitiert. Viele andere Betroffene, die ebenfalls die spontane Solidarität der Menschen betonen, aber sich positiv oder auch nur nicht ablehnend zur Regierung äussern, finden dagegen kein Gehör.
Das Leiden der Leute legitimiert keine Propagandaapparate. Klar, viele Fragen zu den Geschehnissen sind noch unbeantwortet. Auch so ist die Linie im medialen Dauerhecheln klar erkennbar. Sie geht, bewusst oder wie gewohnt verdrängt, auf eine tiefe Empörung zurück, die vor bald 30 Jahren begann. Als nämlich in Venezuela die Botschaft von der Befreiung von imperialer Herrschaft und von einem Sozialismus des 21. Jahrhunderts aufkam.
Deshalb verwundert heute der mediale Einheitsbrei nicht. Er geht so: Die Regierung tut kaum was zur Linderung der Not; die Uniformierten stehen im Weg und vertreiben sich die Zeit mit Selfies; die Regierung militarisiert La Guaira, um freiwillige HelferInnen fern zu halten; sie sperrt den Luftraum, um die ausländische Hilfe nicht reinzulassen; einzig die (tatsächlich wertvollen) internationalen Hilfeteams und die Freiwilligen retten Menschen; die Repression nimmt zu; wird der Volksunmut die Regierung zu Fall bringen? Und nie fehlt: Die Folgen der Beben demaskieren Korruption und Misswirtschaft des Chavismus.
CH-Medien im Einsatz
Vor etlichen Tagen in der SRF-Tageschau: Es ging wie anderswo auch um eine angebliche Protestaktion von leidgeprüften AnwohnerInnen, als Delcy Rodríguez in eine hart getroffene Nachbarschaft in Caracas kam. Als Beleg für den Volksunmut dienten Aufnahmen der Präsidentin im besorgten Gespräch mit anderen Leuten, während der Journalist von ihrer schlechten Erfahrung berichtete. Kein Bild des angeblichen Protests.
Am nächsten Tag versichert eine Journalistin in Radio SRF: Die Soldaten stehen faul rum, einzig Privatpersonen versuchen zu helfen, schweres Gerät ist nirgends zu finden. Sie hatte recherchiert: Die Regierung hat einem südspanischen Rettungsteam die Einreise verweigert.
Am 28. Juni half der Sonntagsblick, die Ereignisse einzuordnen: «Zwar gehörte das ressourcenreiche Land bis vor zwei Jahrzehnten zu den wohlhabenden Staaten in Lateinamerika, doch die Misswirtschaft des sozialistischen Regimes hat Venezuela ruiniert.» Und weiter: In der Hauptstadt Caracas kam es am Freitagabend zu ersten Protesten gegen die Regierung, wie die Tageszeitung «El Nacional» schreibt. Der Grund: Die Behörden begrenzten die Registrierung von Freiwilligen, die die Sucharbeiten unterstützen wollen. Ebenfalls am Freitagabend schränkten die Behörden den Zugang zu La Guaira ein. Übergangspräsidentin Delcy Rodríguez schickte am Freitag ausserdem 14’000 Soldaten in die Region. Kritische Stimmen sehen darin eine Vorbereitung des Regimes auf mögliche Aufstände.»
Sind alle mit dieser Botschaft zirkulierende Videos so wahrscheinlich gefakt wie das verlinkte des Rechtsblattes El Nacional? Du siehst darin Männer in Uniform, die von angeblich erbosten Einwohnern, vor allem einem als agent provocateur auftretenden Mann, angeflucht werden, sie sollten sich mal nützlich machen. Militärs also, die nach westlicher Darstellung eigentlich nichts anderes können als Drogen handeln und Leute umlegen. Versuch das mal bei einer Berner oder Zürcher Polizei.
Am 29. Juni verkündete SRF-Korrespondentin Teresa Delgado von der SRF: Aus La Guaira gibt es «Videobilder, die Konfrontationen zwischen Bevölkerung und Militärs zeigen. Der Zugang wurde teilweise stark kontrolliert, was bei der Bevölkerung für Unmut sorgte, besonders bei denen, die selber nach ihren verschütteten Angehörigen suchen wollten. Sie stören sich auch daran, dass die venezolanischen Soldaten vor allem herumzustehen und zu kontrollieren scheinen und nicht tatkräftig mit anpacken.»
Das fand am 1. Juli auch NZZ-Korrespondent Alexander Busch. Ein «internationaler Helfer» sagte ihm angeblich, «das Militär und das Sicherheitspersonal des venezolanischen Staates ‘stehen absolut nutzlos herum.’» Und «der venezolanische Staat spiele bei der Katastrophenhilfe fast keine Rolle, sagt ein Beteiligter, der anonym bleiben will».
Tatsächlich aber ...
Zu ein paar erwähnten Behauptungen:
La Guaira: Viele Leute eilten nach den Beben herbei, um in La Guaira zu helfen. Am Abend des 25. Juli flutete ein Video die Social Media mit der Warnung «amerikanischer Katastrophenämter» vor einem unmittelbar bevorstehenden Tsunami. Angst brach aus, Chaos, alle versuchten, durch den einzigen Tunnel raus aus der Küstenstadt La Guaira zu flüchten. Es gab bald kein Durchkommen mehr aus oder nach La Guaira. US-Behörden und die Regierung von Venezuela hatten die Meldung dementiert, doch das Laborvideo (s. Schémel oben) hatte schon gewirkt. Ein Helfer sagte, am nächsten Morgen sei La Guaira «entleert» gewesen. Deshalb ordnete die Regierung am nächsten Tag die «Militarisierung» in La Guaira an. Hilfe gelangte wieder in die Stadt. Von all dem kein Wort im Mainstream.
Natürlich waren grosse Hilfskontingente von staatlichen Diensten von Beginn weg in La Guaira und in den anderen Katastrophengebieten im Einsatz. So die Regierungsinformationen und oft damit übereinstimmende Mitteilungen von Vertrauenspersonen im freiwilligen Einsatz. Eine Compañera, angesprochen auf Konflikte zwischen Bevölkerung und Sicherheitskräften, musste am Telefon lachen. Sie wusste davon aus den Social Media, aber nicht aus ihrer Erfahrung in La Guaira. Heisst das, dass es keine Wut- und Verzweiflungsausbrüche wegen mangelnder Hilfe gegeben hat? Natürlich nicht. Aber kaum entlang des propagierten Erklärungsschemas.
«Die unnütze Regierung»: Ein chaotisches Szenario bei der versuchten Rettung von Verschütteten wäre katastrophal gewesen. Wie Fachleute für Risikoeinschätzungen (Stabilität von Gebäuden, medizinische Notmassnahmen etc.) koordinieren? Wie verhindern, dass unerfahrene Engagierte in zusammenstürzenden Häusern (es gab ungefähr tausend Nachbeben) umkommen? Wie in Chaos und Verkehrsstau den Transport von Überlebenden ins Spital organisieren? Wie Notbehandlung von Verletzten garantieren? Wie die Obdachlosen (bis dato fast 18'000) unterbringen? Wie die bisher rund 10'000 Tonnen Nahrungsmittel und über 8 Millionen Liter Wasser einigermassen gerecht zuteilen?
Von der ersten Nacht an hat die Regierung Tausende Feuerwehr-, Zivilschutz-, Polizei-, Sanitäts- oder Armeemitgliedern in die Katastrophenzone geschickt (bis dato rund 29'500) und ihren Einsatz mit Fachkräften, Freiwilligen (über 28'000) und den ausländischen Rettungskräften koordiniert. In Rekordzeit richtete sie laut täglichen Angaben provisorische Auffanglager ein, bis dato 87, mit Kapazität für über 17'000 BewohnerInnen, alle mit Betten, garantierter Nahrungs- und Essensversorgung, medizinischer und psychologischer Betreuung. Fast 87'000 Familien wurden betreut, fast 26'000 PatientInnen behandelt.
Hilfe «verweigert». Die oben erwähnte Desinfo in Radio SRF vom Einreiseverbot eines spanischen Rettungsteams hatte die Journalistin nicht erfunden. Sie plapperte einfach nach, was in den rechten Echokammern gerade en vogue war. Warum also sollte sie nachfragen? Dann hätte sie bloss mitbekommen, dass das südspanische Team USAR 3 (Urban Search and Rescue) aus La Nucia ihre «Info» schon dementiert und darum gebeten hatte, in Zukunft seine eigenen Kommunikationskanäle zu konsultieren. Noch absurder waren die eine Weile zirkulierenden Meldungen, wonach die Regierung den Zugang der UNO-Rettungsequipen in Katastrophengebiete sabotiere. Am 2. Juli sagte Gianluca Rampolla, UNO-Koordinator in Venezuela: «Es gibt keine Zugangsbeschränkungen.» Zu den oft als verlogen bezeichneten Regierungsangaben zu Todesfällen meinte er: «Wir sind im Krisenzentrum und haben volles Vertrauen darauf, dass diese Zahlen genau sind». In Sachen Kritik an langsamen Rettungsoperationen verwies er auf die Unmöglichkeit, bei einer Katastrophe dieser Grösse überall gleichzeitig intervenieren zu können.
US-Militärpräsenz, Wiederaufbau
Washington hat Hilfeteams geschickt, vor allem aber Militärs. Laut den Mitteilungen des Southcom befinden sich aktuell etwa 2000 US-SoldatInnen allein in Venezuela. Laufend scheinen Truppen, Drohnen u. a. hinzuzukommen. kommen weitere Schiffe, Drohnen etc. hinzu. Von US-Rettungseinsätzen war selten zu hören, aber das Southcom nimmt in in Anspruch, Wichtiges zur Logistik der Hilfeoperationen beizutragen. So verfüge etwa das Navy-Schiff Fort Lauderdale im Hafen von La Guaira etwa über eine Bettenstation für medizinische Betreuung oder ein Gerät für die Abfertigung besonders schwerer Hilfslieferungen. Southcom-Kommandant Francis Donovan sagte: «Wir nutzen einige der gleichen Ressourcen, die wir auch zur Überwachung hemisphärischer Bedrohungen einsetzen würden, um nun sicherzustellen, dass die Strassen befahrbar sind und um zu wissen, wo sich die beschädigten Gebäude befinden» (Reuters, 1. Juli).
Wiederholt betont das Southcom, dass es sowohl im beschädigten internationalen Flughafen Simón Bolívar wie auch im Hafen von La Guaira Systeme für die Kontrolle der Luft- bzw. Schifffahrt einsetze. Die Regierung von Delcy Rodríguez hat Interpretationen, wonach die US-Armee damit den Flughafen kontrolliere, dementiert. Die offenbar wachsende Militärpräsenz der USA reicht natürlich nicht für eine Besetzung des Landes aus, dient aber zweifellos dazu, Vorgänge im Land in einem neuen Ausmass zu erfassen und zu beeinflussen. Das könnte sich im Kontext des anrollenden Wiederaufbaus auszahlen, denn da stehen sich zwei Konzepte gegenüber: Eines orientiert sich primär an den Bedürfnissen der Bevölkerung – als Beispiel sei nur die begonnene Untersuchung auf Benutzbarkeit aller Gebäude zuerst in den Erdbebenzonen, danach auch geplant für das ganze von Erdbeben bedrohte Land, genannt. Ein entgegengesetztes Konzept ist jenes des katastrophenkapitalistischen Aufbaus wie nach Wirbelstürmen in Zentralamerika oder nach der Invasion des Iraks. Da wird sich zeigen, ob der chavistische Versuch, mit der Tolerierung einer wachsenden US-Einflussnahme im Kontext des «flexiblen Realismus» - weniger regime change, mehr regime management -, um noch Schlimmeres zu vermeiden, Früchte tragen wird oder die Erdbebenhilfe (vergleichbar wie in Haiti 2010) die Besetzung definitiv dem US-Kommando zum Durchbruch hilft.
«Sanktionen» morden
Welches Medium verzichtet heute auf die Mitteilung, dass die Regierung zwar nicht an der Tektonik schuld sei, aber an deren Auswirkungen (Misswirtschaft!).
2015 wehrte sich Barack Obama mit Sanktionen gegen den «nationalen Notstand (…) wegen einer aussergewöhnlichen Bedrohung für die nationale Sicherheit»» durch Venezuela. Im August 2017 verschärfte Donald Trump das Sanktionsregime massiv, primär gegen die venezolanische Ölwirtschaft, aus der 96 Prozent der Exporteinnahmen stammten und damit der Grossteil des Staatshaushaltes und der Finanzierung der beeindruckenden sozialen Verbesserungen. In den 12 Monaten danach kam es zu einer von den Spitälern dokumentierten Übersterblichkeit von 40'000 Todesfällen. Als einzige erkennbare Ursache dafür machten Jeffrey Sachs, früher im Westen verehrt als neoliberaler Einpeitscher in Jeltzins Russland, und Mark Weisbrot vom progressiven Washingtoner Thinktank Center for Economic and Policy Studies (CEPR) die US-Sanktionen aus. Auf Januar 2019 eskalierte Trump das Wirtschaftskriegschema nochmals dramatisch. Nicht nur der Handel von US-Unternehmen mit venezolanischem Öl war verboten, sondern weltweit drohten «sekundäre» Sanktionen (insbesondere Rausschmiss aus dem internationalen Finanzsystem) allen unbotmässigen Regierungen und Unternehmen. Laut CEPR-Schätzungen kostete dieses, von Biden weitgehend beibehaltene Regime, mutmasslich das Leben von Hunderttausenden – wie stets in vergleichbaren Fällen zuvorderst von Kindern und Alten.
Die Auswirkungen des Wirtschaftskriegs waren dramatisch. Das Budget stürzte in den Keller; Betriebe gingen ein, Spitäler brachen zusammen; eine surreale Inflationsspirale dominierte den Alltag. Deutliche Hauptursache: Die Sanktionen. Laut IWF schrumpfte das BIP in 8 Jahren um 74 % (noch mehr als in den USA der great depression von 1929 bis 1939). Der Aussenhandel wurde auch für die privaten Nicht-Öl-Unternehmen weitgehend unmöglich, da die Zentralbank, über die der Staat und die Privaten ihren internationalen Zahlungsverkehr abwickelten, per Sanktionen vom internationalen Finanznetz abgeschnitten war. Die Unternehmen konnten zwar über zuvor im Ausland deponierte Devisen verfügen, aber keine Gewinne ins Land transferieren. Die venezolanische Währung verlor damit immer rasanter an Wert gegenüber dem Dollar. Ein wichtiger Grund für die Hyperinflation.
Ab wann explodierte die venezolanische Emigration? Ab 2017. No see, no hear im Mainstream. Dafür flossen Krokodilstränen für die Flüchtlinge vor Unterdrückung und Elend. Nicht für die dem Ertrinken im Mittelmeer oder dem Verdursten im Sahel Preisgegebenen.
Bis heute hat sich am US-Sanktionstreiben gegen die Menschen in Venezuela so gut wie nichts geändert. Deshalb sind auch venezolanische Staatsguthaben im Ausland weiter Raubgut. Da wären die ca. $ 5 Milliarden an Goldreserven in der britischen Zentralbank, die $ 1 Milliarde im portugiesischen Banco Novo, die $ 5 Milliarden IWF-Sonderziehungsrechte, die Venezuela zustehen und die der IWF auch während der Covid-Pandemie nicht herausgerückt hat. Würde dieses Staatsgeld heute in der neuen Not der Regierung zur Verfügung stehen, wäre ihre Aufgabe schon einiges leichter.
Pero no!
Die EU hat sich den US-Sanktionen gegen Venezuela angeschlossen, die Schweiz schloss sich jenen der EU an. Seit 2018 (die ersten 40'000 Opfer der Sanktionen starben in jener Zeit) sperrt die Schweiz fast Fr. 700 Millionen.
Und die Zukunft?
Die Rechte (der faschistische und der andere Flügel zusammen) hat in Venezuela eine unbestreitbare Stärke. Viele Menschen waren von den brutalen Lebensbedingungen ausgelaugt und konnten vielleicht in den letzten Jahren wieder etwas Hoffnung schöpfen. Die Erdbeben werden vielleicht alte Zustände der Hoffnungslosigkeit wachrufen. Kombiniert mit den schweren ökonomischen Folgen (erste Schätzungen gehen von einem Wirtschaftseinbruch von 10 Prozent aus) und der am Grundmisstrauen gegen jede Regierung da oben anknüpfenden Neurotisierungskampagne können viele dazu bringen, ein US-Protektorat im Land bei vermeintlich stabilen Lebensbedingungen als bessere Lösung zu akzeptieren. Umgekehrt kann gerade die offenbar sinnvolle und ruhige Art der chavistischen Hilfe Viele neu motivieren.



