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Venezuela: Frauen, Feminismus und der Aufbau der Volksmacht

Dienstag, 9. Juli 2024

  Venezuela / Soziale Bewegungen / Politik

https://amerika21.de/analyse/270237/venezuela-frauen-feminismus-volksmacht

Feministische Organisationen in Caracas bauen Alternativen für politische Partizipation, Autonomie und den Kampf gegen Gewalt auf

Frauen bei einer Versammlung von Tramuco
Frauen bei einer Versammlung von Tramuco

Dass Frauen an der Spitze lokaler Kämpfe stehen, ist nicht nur in Venezuela zu beobachten und auch nichts Neues, sondern seit langem in der politischen Theorie und Praxis auf der ganzen Welt der Fall. Die Alltagserfahrungen der Frauen sind ein entscheidender Faktor: Sorgearbeit ist Frauenarbeit, und damit diese so kollektiv wie möglich gestaltet werden kann, wird das Gemeinschaftsleben zu einer Notwendigkeit.

Für dessen Organisation ist von grundlegender Bedeutung, dass die Bedürfnisse von Haushalt, Gemeinschaft und die der unterschiedlichen Generationen, die Sorgearbeit benötigen, berücksichtigt werden. In Venezuela haben Frauen ihre Widerstandsfähigkeit unter Beweis gestellt, und sie stehen im politischen Kampf an vorderster Front, von Aktivitäten des täglichen Lebens bis hin zu weit gefächerten kollektiven Prozessen.

Im Folgenden geht es um die Erfahrungen venezolanischer Frauen bei der Organisation und Mobilisierung für eine Gesellschaft, in der das Leben im Mittelpunkt steht und die frei von Gewalt ist. Die Berichte, die wir hier teilen, wurden vom 18. bis 21. April während der Konferenz der Bolivarischen Allianz für die Völker Unseres Amerikas - Handelsvertrag der Völker (Alba-TCP) und der Nationalen Volkskonsultation ¡Proyectos del pueblo! (Volksprojekte) in mehr als 49.000 Gemeinderäten in 24 Bundesstaaten des Landes zusammengetragen.

Frauen und öffentliche Teilhabe

In der Bolivarischen Revolution sind viele Erfahrungen zu verzeichnen. Wir konzentrieren uns hier auf die Erfahrungen mit der Volksmacht. Die Kommunen (comunas) sind eine von der venezolanischen Regierung anerkannte Form der sozialen Organisation in den Territorien. Seit der Verabschiedung des "Organischen Gesetzes bezüglich der Kommunen" im Jahr 2010 wurden mehr als 3.000 Kommunen registriert. Jede hat ihre eigene Struktur, einschließlich der Kommunalen Räte. Sie alle treffen sich auf der höchsten Ebene der lokalen Beratung ‒ der Bürgerversammlung ‒, wo sie Forderungen entwickeln, Prioritäten festlegen und die Gemeinschaft organisieren.1

Am 21. April 2024 konnten wir an einem bahnbrechenden Prozess zur Organisation der Volksmacht teilnehmen: Zum ersten Mal stimmten die Bürger darüber ab, welche Projekte in ihren Kommunen Priorität haben sollten. Jede Kommune stellte sieben Projekte vor, und jeder Bürger hatte das Recht, für eines dieser Projekte zu stimmen, das dann mit Bundesmitteln realisiert werden sollte.

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Ausgesuchte Projekte bei der Volksbefragung
Ausgesuchte Projekte bei der Volksbefragung

Wichtig ist auch, wie ein Projekt durchgeführt werden soll. Die Gelder werden auf das Konto der einzelnen Kommunen überwiesen, die alles selbst in die Hand nehmen: Sie nehmen die Bewertungen vor und bauen die notwendigen Strukturen auf, mit ihrer eigenen Arbeitskraft und vorrangig mit Materialien, die in der Kommune produziert werden, wobei sie entweder eigene Leute einstellen, häufig jedoch auf kollektive freiwillige Anstrengungen setzen, je nach den Bedürfnissen und Kapazitäten jedes Einzelnen.

Sowohl die Regierung als auch die Kommunarden schätzen, dass 80 Prozent der Menschen, die sich in der Bewegung engagieren, Frauen sind, die praktische kommunale Prozesse aufbauen. Diese Beteiligung wurde in den Wahlzentren deutlich. Fast jedes Mal wurden wir von Frauen empfangen ‒ lokalen Führungspersönlichkeiten, die mit den Forderungen und der Bevölkerung vor Ort verbunden waren. Es ist kein Zufall, dass es bei vielen Projekten um die Trinkwasserversorgung oder die bauliche Verbesserung von Häusern oder Gemeindebüros sowie den Bau von Gemeinschaftsräumen ging.

In den Kommunen sorgen die Frauen für die Nachhaltigkeit des Lebens im weitesten Sinne. Im Rahmen ihrer Selbstorganisation arbeiten sie derzeit an der Durchführung des ersten nationalen Treffens der Kommunardinnen. Dieses Treffen wird ein Meilenstein sein, um diejenigen zu fördern, die an der Spitze dieser Prozesse stehen und die Macht des Volkes von der Basis aus unterstützen. Und es wird ein Raum sein, in dem die Frauen gemeinsam die spezifischen und unterschiedlichen Erfahrungen formulieren können, die sie beim Aufbau dessen gemacht haben, was sie als kommunalen Feminismus bezeichnen.

Transformierende Erfahrungen

Über den territorialen Bereich hinaus organisieren sich venezolanische Frauen an verschiedenen Fronten des Kampfes, um die Nachhaltigkeit des Lebens zu sichern.

Eine dieser Erfahrungen mit Gemeinschaftsarbeit ist die Produktionsgenossenschaft "Transformation, Frauen, Gemeinschaft" (Tramuco). Die 45 Frauen, die dem 2023 gegründeten Kollektiv angehören, organisieren in den Hauptstadtgemeinden Antímano, La Vega, Sucre, Altagracia, San Agustín, Coche und Valle ein gemeinschaftliches, partizipatives System zur Entsorgung und Wiederverwertung fester Abfallstoffe. Die von den Frauen in Eigenregie durchgeführte Arbeit zielt auf die Wiederverwendung von Glas, Papier und Plastik ‒ Materialien, die gepresst und an die Industrie verkauft oder als Recyclingprodukte von den Gemeinden gehandelt und vertrieben werden.

Während der Gründung der Kooperative wurden in jedem einzelnen Gebiet die spezifischen Probleme in Sachen Abfallwirtschaft untersucht.

"Dabei waren die Menschen und Unternehmen vor Ort beteiligt. Daraufhin wurden Schulungs- und Austauschsitzungen mit den Frauen, die in der Kooperative arbeiten, und den Menschen aus den Gemeinden abgehalten", erklärt die Tramuco-Vorsitzende Luz Daza aus La Vega. Die erste Herausforderung habe darin bestanden, die Arbeit der Kooperative zu integrieren: "Im Laufe der Zeit wuchs unser Selbstverständnis als Mitglieder der Organisation, als Frauen, die ihr Wissen austauschen und Teil dieser Familie sind."

Barbara Quintero ist 21 Jahre alt und gehört zu den Mitgliedern der Kooperative. Während des Treffens am 19. April, bei dem die Statuten der Kooperative festgelegt wurden, sagte sie: "Die Kooperative ist ein Raum, der die Gemeinschaft würdigt, und zwar durch Arbeit aus einem ganz und gar feministischen Managementmodell."

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Arbeitstreffen des Tramuco-Kollektivs. Es organisiert ein gemeinschaftliches, partizipatives System zur Abfallentsorgung in mehreren Gemeinden
Arbeitstreffen des Tramuco-Kollektivs. Es organisiert ein gemeinschaftliches, partizipatives System zur Abfallentsorgung in mehreren Gemeinden

Sie unterstreicht die kollektive und individuelle Entwicklung, die ein solcher Prozess mit sich bringt, und konzentriert sich dabei auf die berufliche und die politische Bildung der Frauen. "Jede Frau findet schließlich zu sich selbst, engagiert sich und entwickelt sich weiter, indem sie die Realität der anderen kennenlernt", sagt sie.

Die Kooperative Tramuco ist eines der Projekte der feministischen Organisation Tinta Violeta, die Mitglied des Weltweiten Marsches der Frauen ist. In einem Interview mit dem Ministerium für Volksmacht für Frauen und Geschlechtergleichstellung am 2. Mai sagte die Vorsitzende der Organisation, dass die Arbeit der venezolanischen feministischen Organisationen das staatliche politische Projekt mit dem Namen "Gran Misión Venezuela Mujer" (GMVM) stärkt. Neben Projekten wie Tramuco ist Tinta Violeta auch für Forschung und Frauenrechtsaktionen und für Aktionen gegen sexistische Gewalt zuständig.

Die Kommune Cinco de Marzo und das Kollektiv der Weberinnen

In der "Comuna 5 de Marzo Comandante Eterno"2 leben rund 5.000 Menschen. Die Frauen aus den sieben Kommunalen Räten, die die Verwaltung der Gemeinde bilden, sind im Verwaltungsausschuss für Frauen und Gleichstellung organisiert und engagieren sich für die kommunale Organisation des Lebens.

Ausgehend von der Idee des kommunalen Feminismus reflektieren die Frauen über ihre alltäglichen Bedürfnisse für die Nachhaltigkeit des Lebens in ihren Gemeinden und arbeiten in Projekten zur Gewährleistung von Rechten, Schutz und Aufklärung über geschlechtsspezifische Gewalt und reproduktive Gesundheitsfürsorge. "Wenn wir von Frauennetzwerken sprechen, meinen wir das Gewebe, das wir jeden Tag weben, jede für sich, aber das mit den Geweben anderer verwoben ist, mit den Fäden und Garnen anderer, egal wie viele Kilometer zwischen uns liegen", schrieb das Kollektiv in den sozialen Medien.

Die Ruta de Flores ist eine der feministischen Kommunalpolitiken, die in der Kommune 5 de Marzo in Caracas, in den Gemeinden Vencedores de Carorita im Bundesstaat Lara und in Las 5 Fortalezas de Cumanacoa im Bundesstaat Sucre entwickelt wurden. Die drei Blumen ‒ Hibiskus, Sonnenblumen und Bromelien ‒ stehen für drei Bereiche der Organisation: Gesundheitsfürsorge für Frauen, Bekämpfung von Gewalt sowie Bildung und Information. Die Arbeit der Frauen in der Ruta das Flores umfasst die Aufklärung über Verhütungsmethoden und weitere Informationen über Sexualität und Schutzmaßnahmen. Die Organisation fördert auch die Entwicklung des kommunalen Feminismus durch regionale Treffen mit Frauen aus den Gemeinden.

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Das Casa comunal des Kollektivs Tejiéndonos Mujeres
Das Casa comunal des Kollektivs Tejiéndonos Mujeres

Darüber hinaus finden Frauen, die Opfer von männlicher Gewalt geworden sind, in der Casa Morada Comunal des Kollektivs Tejiéndonos Mujeres einen Treffpunkt, Notunterkünfte und Betreuung, was psychologische Unterstützung und andere notwendige Maßnahmen zur Gewährleistung der Sicherheit von Frauen und Kindern umfasst.

Diese Reihe von Basisinitiativen, die den Kampf um die Nachhaltigkeit des Lebens auf lokaler Ebene mit dem Aufbau von Volksmacht in der Verwaltung der öffentlichen Politik verbinden, sind Beispiele für die feministische Stärke der venezolanischen Frauen. Die Frauen bauen gemeinsam Alternativen auf, die sich aus ihren Gemeinschaften, aus dem Leben ihrer Mitstreiterinnen in der Nachbarschaft und aus den täglichen Bedürfnissen ergeben. Die radikale Organisation dieser Frauen sorgt für Veränderungen in der Gesellschaft und im alltäglichen Leben in den Kommunen, nicht nur für Frauen, sondern für alle. Die Frauen zeigen durch die Kraft des kommunalen Feminismus einen Weg zum Aufbau einer Welt auf, in der sie leben wollen.

  • 1. Die Kommunen (comunas) sind Zusammenschlüsse mehrerer Consejos Comunales auf lokaler Ebene. Die Consejos Comunales (Kommunale Räte) sind eine Struktur der Selbstverwaltung in den Gemeinden. Gewählte Nachbarschaftsvertreter sind zur Planung und Haushaltsgestaltung in lokalpolitischen Angelegenheiten berechtigt. Sie sind seit 2010 bzw. 2006 gesetzlich verankert, haben Verfassungsrang und sollen die Grundlage für den Kommunalen Staat bilden. Ziel ist die Selbstregierung des Volkes und die Überwindung des bürgerlichen Staates. Hugo Chávez bezeichnete die Kommunen als "Keimzelle für den Aufbau des Sozialismus"
  • 2. "Comandante eterno" ist der frühere Präsident Hugo Chávez, der am 5. März 2013 verstarb

 

Peru: Neuer Widerstand, Minen, indigen-kommunitärer Feminismus

Freitag, 6. Januar 2023

 

(zas, 6. 1. 23) Wie angekündigt, ist der Widerstand gegen den institutionellen Putsch in Peru nach Weihnachten/Neujahr wieder auf die Strassen gegangen. Es kam in vielen Landesgegenden, vor allem aber im widerständigen Süden, zu mehr als 40 grossen Strassenblockaden, darunter auch der wichtigsten Überlandverbindung Panamericana Sur. An verschiedenen Orten setzten die Sicherheitskräfte Tränengas ein (auch in Lima, als eine Demo vor das Parlamentsgebäude ziehen wollte), aber offenbar nirgends Schusswaffen.  Bei den Protesten im Dezember hat die Armee vor Weihnachten ermordeten Armee und Polizei rund 30 DemonstrantInnen (davon allein 8 im Departement Ayacucho anlässlich einer Besetzung des für Handel und Tourismus wichtigen Flughafens der dortigen gleichnamigen Hauptstadt). Das ist dem rechtsstaatlichen Glitter um den Putsch, den auch beflissene Medien in unseren Breitengraden weiterbreiten, abträglich. Vielleicht spielte angesichts des kaum noch «reparierbaren» Bruchs zwischen indigenen und anderen verarmten Bevölkerungsklassen und kolonialistischen Elite im Land auch das Kalkül, diesen mit Zugeständnissen doch noch irgendwie kitten zu können. Immerhin: Erst mal musste das Morden eingestellt werden.

Der jüngste Widerstand drückte sich auch in einem von gewerkschaftlichen und linken Kräften ausgerufenen Generalstreik aus, dessen reale Dimension aufgrund der vorliegenden Berichte nur schwer einzuschätzen ist. Aber durchaus möglich, dass wir bald von Streiks in und Blockaden von Minen und Erdölförderzentren hören. Gerade hier könnten sich die Gewerkschaftskräfte des Widerstandes mit jenen der indigenen Organisationen verbinden, so weit es da überhaut klare Grenzen dazwischen gibt. Die Bergbaumultis werden von indigenen Comunidades seit Jahren wegen ihrer Menschen-, Kultur- und Naturzerstörung antagonistisch bekämpft. Je nach Berichten gelten die Gewerkschaften oder aber indigene Regionalstrukturen in diesen Tagen als treibende Kräfte im Kampf gegen den Putsch.

In diesem Zusammenhang ein Zitat der kommunitären Feministin Liz Medrano in einem Artikel der argentinischen Linkszeitung Página/12 von Ende Dezember (Perú: las feministas comunitarias, en las calles von Claudia Korol):

«Wir konnten sehen, dass Pedro Castillo in diesem letzten Jahr hinter dem Rücken des Volkes regierte, denn leider hat dieser obstruktionistische und rechte Kongress ihn stets in die Enge zu treiben versucht. Und Castillo versuchte sich anzupassen. Aber wir wissen auch, dass Castillo sich verpflichtet hatte, die Dekrete, die unsere Territorien an die extraktiven Multis, an die Bergbaukonzessionen übergaben, zu revidieren. Und 40 Minenprojekte, welche der Kongress ermöglichen wollte, erhielten Beobachtungen[1]. Wir sind sicher, dass der Staatsstreich deshalb geplant wurde. Es gab schon drei Versuche, Castillo abzusetzen, und das sind Mechanismen, die schon in anderen Geschwisterterritorien zur Anwendung kamen, wie in Bolivien oder in Brasilien. Denn die Rechte will nicht nur die wirtschaftliche, sondern auch die politische Macht, die Kontrolle von absolut allem. Von unseren Körpern, von unseren Territorien, von unseren Leben, von unserer Arbeit, von unseren Zeiten. Wir sehen auch, wie die US-Intervention zur Kontrolle unserer Territorien funktioniert. Sie zielt auf Massnahmen jenseits der Entscheide des Volkes wie bei den Energietransitionen, von den Gleichen propagiert, die unsere Territorien zerstören.»

Kommunitärer Feminismus bezeichnet in südamerikanischen Ländern mit indigenen Bewegungen einen mit der Kultur und der Lebensrealität der indigenen Gemeinschaften verbundenen Feminismus gegen Patriarchat, Kolonialismus, Kapitalismus (s. für Peru dazu auch Die Stimmen für Pedro Castillo waren auch feministisch in Correos 201 vom November 2021). Zum Komplex Putsch und Minen: In Peru mehren sich die Aussagen, wonach Castillo so oder so per Ende 2022 aus dem Amt gepuscht werden sollte, da im neuen Jahr viele Konzessionen an Bergbaumultis – auch zur Förderung von Lithium und Kobalt - verlängert bzw. neu abgeschlossen werden sollen. Genauere Informationen haben wir nicht, aber wäre es verwunderlich? Haben wir Anlass, die Intelligenz der Kämpfenden zu hinterfragen? Hat zum Putsch 2019 in Bolivien nicht ein gewisser Elon Musk über Twitter verbreitet: «We will coup whoever we want! Deal with it».

Widerstand gegen Putsch. Bild: Página/12

 



[1] Castillo schickte sie mit Kritiken an das Parlament zurück, sie traten deshalb nicht in Kraft.

Correos 201

Samstag, 8. Januar 2022

 

Correos 201, 14. November 2021

Correos 201, 14. November 2021

 

Inhaltsverzeichnis

 

Ganzes Heft

 

Titelblatt

 

Edito

 

 

Kolumbien/Schweiz

Zum Tod von Afredo Camelo

 

Kolumbien

US-Gericht zur kolumbianischen Synthese von Paramiltärs und Armee

Freigegebene Berichte des State Departments und der CIA, die «eine langanhaltende Beziehung zwischen den paramilitärischen Gruppen und Sicherheitskräften anerkennen», gehören zu den zentralen Beweisen in einem historischen $12 -Millionen-Urteil gegen einen ehemaligen kolumbianischen Paramilitär durch ein US-Bundesgericht in Miami letzte Woche.

Michael Evans

 

Guatemala

"Wir greifen die ökonomischen Interessen der Mächtigen im Land an"

Gespräch mit Leiria Vay, Leitungsmitglied der Landarbeiterorganisation "Komitee für bäuerliche Entwicklung", über ihren Europabesuch

Thorben Austen interviewt Leiria Vay

 

 

Guatemala/Schweiz

Multi aus Zug gegen Indígenas

Proteste gegen Nickelmine in Guatemala

Thorben Austen

 

Ecuador/USA

«Warum bin ich eingesperrt und nicht Chevron?»

In Ecuador starben und sterben tausende Menschen wegen Chevron. In den USA soll ein Anwalt ins Gefängnis, weil er sich für die indigenen Opfer des Riesenmultis einsetzt. Neu dabei: Die Justiz wird markant privatisiert.

Anwalt Steven Donziger rief aus einem Hausarrest in New York ins Studio von Flash Point News an und sprach mit Radiohost Dennis Bernstein und dem Investigativjournalisten Greg Palast über seinen kafkaesken Fall. Palast befasst sich seit 2007 mit dieser Geschichte von Konzernmord und Ökozid. Die ecuadorianischen Gerichte befanden, dass Texaco (2001 von Chevron aufgekauft) illegal 60 Milliarden Liter tödlichen Ölschlamms versenkt hatte. Chevron wurde zu einer Zahlung von $ 9. 5 Milliarden an 30'000 indigene KlägerInnen verurteilt. Statt zu zahlen, intensivierte der Multi, an dessen Abfall weiter Menschen sterben, seine juristische Schlammschlacht.

Greg Palast und Dennis Bernstein

 

 

El Salvador

Von Angst zu Widerstand

Die Strasse wird zum Zentrum des Kampfs gegen eine «coole» Diktatur.

zas-correos.blogspot.com

 

 

Kryptoangriffe in Zentralamerika

Wie viel Bitcoin kostet die Tortilla?

Ein futuristischer, finanztechnischer Angriff kommt ins Schleudern.

Dieter Drüsselhttps://drive.google.com/file/d/10BFKOslv4zmg3AYGULAD4CJQF8sMYz3U/view?usp=sharing

 

Kryptowährung und «Modellstädte»

Criterio

 

 

Nicaragua

Wahlbeobachtung und Ankündigung neuer Sanktionen

Laura Gonzáles

 

Feminismus in Peru

Die Stimmen für Pedro Castillo waren auch feministisch

Obwohl sich der gewählte Pedro Castillo gegen Abtreibung und erweiterte Rechte für LGBTIQ+-Personen aussprach, unterstützten ihn die kommunitären Feministinnen. Das hängt zusammen mit einer Geschichte von Zwangssterilisierungen und Formen des indigenen Widerstands.

Claudia Korol

 

Peru

«Die Anden waren ein grosses Massengrab»

Nach drei Wochen Druck der Militärs und der Medien musste Héctor Béjar auf Verlangen der Regierung von Pedro Castillo als Aussenminister zurücktreten. Der Soziologe und Ex-Guerillero erläutert im Gespräch mit Página/12 einige Elemente dieser Entwicklung. Sein Nachfolger Óscar Maúrtua hatte dieses Amt schon unter einer neoliberalen Regierung ausgeübt.

Carlos Noriega

 

Mexiko/Schweiz

Zapatistas ante portas …

… da öffnen wir die Türen, sagt ein Aktivist in der Schweiz noch vor der Ankunft einer zapatistischen Schwadron letzten September.

Alddo Flores

 

Mexiko/Bergbau

Zunehmende Konflikte um Bergbauprojekt in Oaxaca

Philipp Gerber

 

Kuba

Schulterschluss mit Kuba, ohne es zu romantisieren

Gerardo Szalkowicz


Landwirtschaft/Feminismus

UNO und grüner Kapitalismus gegen Ernährungssouveränität

Gelegentlich teilt ein Bauer in hiesigen Medien mit, dass er seinen Betrieb nur noch dank IT- Tools stemmen könne. Was so «bauernfreundlich» daherkommt, ist Ausdruck einer globalen Offensive des Agrobusiness, die im September 2021 an einem UNO-Gipfel durchgesetzt werden soll. Dagegen entsteht Widerstand. Die brasilianische Autorin fasst die Reflexionen eines feministischen Workshops vom 6. Juli mit Beteiligung etwa aus Via Campesina oder Weltmarsch der Frauen (Brasilien) zusammen.

Tica Moreno

 

 Abschied

Walter Suter

 

El alma de Alma