Ein Artikel aus amerika21.de und ein Blick aus Honduras auf US-gesteuerte Ausschnitt aus dem
Präsidentschaftswahlen in Kolumbien: Wahlrat blockiert linke Einheitskandidatur
Bogota. Mit dem Ausschluss des Präsidentschaftskandidaten Iván Cepeda, Senator der Regierungspartei Pacto Histórico (PH), hat der Nationale Wahlrat Kolumbiens (CNE) eine Spaltung des progressiven Lagers erzwungen. Cepeda, der durch seinen absehbaren Sieg der Kandidat einer geeinten kolumbianischen Linken geworden wäre, steht damit nur noch die direkte Teilnahme am ersten Wahlgang am 31. Mai offen.
Linke Politiker üben scharfe Kritik. Präsident Gustavo Petro bezeichnete [3] die Entscheidung als "antidemokratisch". Innenminister Juan Fernando Cristo ruft [4] zur Abschaffung der Kommission auf und zieht seine Kandidatur gemeinsam mit weiteren Teilnehmern zurück. Der Liberale Roy Barreras, der einem Bündnis linker Parteien außerhalb der Regierung vorsteht, spricht [5] von gezielter Spaltung der Bewegung.
Nach dem Zusammenschluss des PH hatte Cepeda die internen Wahlen am 26. Oktober gewonnen [6]. Aus dem früheren Wahlbündnis sollte durch die Fusion seiner fünf Parteien eine neue Bewegung entstehen. Der Vorgang war zum Zeitpunkt der Wahl aber formal nicht abgeschlossen, unter anderem, da der CNE zwei Parteien, darunter Petros Partei Colombia Humana, den Zusammenschluss untersagte.
Der Wahlrat argumentiert [7]daher, dass es sich nicht um eine interne, sondern parteiübergreifende Vorwahl gehandelt hatte. Das kolumbianische Wahlrecht verbietet mehrfache parteiübergreifende Wahlen. Cepeda kündigte [8] an, den Beschluss nicht anzufechten, sondern Strafanzeige gegen den Vorsitzenden, Álvaro Prada, sowie Beisitzer Hollman Ibáñez wegen fehlender Befangenheitserklärungen und Rechtsbeugung zu stellen.
Ibáñez ist kein ständiges Mitglied des CNE und wurde als Beisitzer für die Beschlusserfassung einberufen. Er arbeitete für den Kandidaten der extremen Rechten, Abelardo de la Espriella, und hatte in der Vergangenheit seine grundsätzliche Ablehnung des PH zum Ausdruck gebracht. Seine Personalie sei nicht mit dem Anspruch der Unparteilichkeit des CNE vereinbar, so Cepeda.
Gegen Prada hatte Cepeda bereits im Vorfeld mehrere Klagen wegen Verleumdung, schwerer Beleidigung und Belästigung eingereicht. Hintergrund der Feindschaft zwischen beiden sind die Prozesse gegen Álvaro Uribe. Cepeda hatte die Verbindungen der Familie des Expräsidenten zu Paramilitärs und außergerichtlichen Hinrichtungen durch staatliche Sicherheitskräfte maßgeblich aufgearbeitet und vor Gericht gebracht.
Prada, der versucht hatte, belastende Aussagen gegen Uribe durch Zeugenbestechung zu unterbinden und Cepeda zu diskreditieren, wird als Komplize geführt. Sein Prozess begann eine Woche nach der Entscheidung des CNE, am 12. Februar.
Derzeit führt [9] Cepeda die meisten Umfragen an, gefolgt von de la Espriella. Beide Kandidaten vereinen in den Umfragen zwischen 50 und 70 Prozent auf sich und werden voraussichtlich in die Stichwahl am 21. Juni einziehen.
[1] https://amerika21.de/image/27260
[2] https://pbs.twimg.com/profile_images/943685188655173632/txXjHiI5_400x400.jpg
[3]
https://www.infobae.com/colombia/2025/10/15/confirmado-ni-colombia-humana-ni-progresistas-pueden-formar-parte-del-pacto-historico-el-cne-confirmo-la-decision/
[4]
https://www.infobae.com/colombia/2026/02/10/juan-fernando-cristo-revelo-que-converso-con-gustavo-petro-antes-de-definir-su-participacion-en-la-consulta-frente-por-la-vida/
[5]
https://www.elespectador.com/politica/elecciones-colombia-2026/cepeda-oficializa-su-salida-de-la-consulta-que-viene-para-romero-cristo-y-barreras-noticias-hoy/
[6]
https://elpais.com/america-colombia/2025-12-22/ivan-cepeda-roy-barreras-y-camilo-romero-competiran-en-la-consulta-del-rebautizado-pacto-amplio.html
[7]
imap://ame-reda@home.minuskel.de:993/fetch%3EUID%3E.INBOX%3E136814
[8]
https://www.infobae.com/colombia/2026/02/09/ivan-cepeda-presentara-denuncia-penal-y-queja-disciplinaria-contra-alvaro-hernan-prada-y-el-conjuez-hollman-ibanez/
[9]
https://elpais.com/america-colombia/2025-11-18/ivan-cepeda-se-dispara-en-la-encuesta-presidencial-del-centro-nacional-de-consultoria-en-colombia.html
[10] https://amerika21.de/tag/lawfare
[11] https://amerika21.de/tag/praesidentschaftswahlen-0
[12] https://amerika21.de/tag/wahlrat
[13] https://amerika21.de/tag/pacto-historico
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Technischer Betrug
Um Mehrfachwählen zu verhindern, wird in Honduras der Fingerabdruck der wählenden Person vom am Wahltisch direkt mit ihrem zentral gespeicherten Abdruck abgeglichen. Die grundsätzlich zusammen mit den Parteidelegierten erstellten Akten mit den Tischresultaten werden elektronisch an einen Computer des Wahlrates CNE und an die an den Wahlen beteiligten Parteien übermittelt. Die Parteien erhalten am Wahltisch keine eigene Kopie der Akten. Zuständig für die Übermittlung und die Ermittlung eines provisorischen Resultats bis 6h früh am nächsten Morgen ist ein unter Vertrag genommenes Unternehmen.
Soweit die Theorie. Die beiden rechten CNE-Delegierten hatten gegen das Votum des Libre-Vertreters das kolumbianische Unternehmen ADS Grupo mit dieser Aufgabe betraut. ADS wird seit Jahren immer wieder vom obersten Verwaltungsgericht in Kolumbien wegen Wahlmanipulationen belangt. ADS arbeitete bei den Wahlen mit dem ebenfalls in Wahlbetrug verwickelten Unternehmen Thomas Greg & Sons zusammen, in dessen Leitung ehemalige rechte Präsidenten wie Pastrana und Santos sassen. Präsident Gustavo Petro warnte von vor einem «monumentalen Wahlbetrug» in der Wahl von 2026, organisiert von einem Konsortium von Greg, ADS u.a., das sowohl die Datenbank aller Wahlberechtigten wie auch die Auszählung kontrolliere. Das Konsortium wurde von der zuständigen, rechts kontrollierten Behörde für die Wahlen im Mai 2026 unter Vertrag genommen.
Schon in der Wahlnacht unterbrach ADS stundenlang die Übermittlung, was in den folgenden Tagen zur Gewohnheit wurde - jeweils begründet mit DDoS-Angriffen (Wahlrechner wird mit pausenlosen Anfragen lahmgelegt) oder «Wartungsarbeiten». Natürlich gehört die Abwehr von DDoS-Angriffen zur selbstverständlichen Vorbereitung in der Wahl-IT und sind Wartungsarbeiten während der Verarbeitung ein No-Go, da sie unentdeckte Manipulationen an der Software erlauben könnten. Der Libre-Vertreter im CNE hatte von mehr als hundert solchen Zugriffen allein in der Wahlnacht gesprochen. Als Nasralla bei der Auszählung in Führung lag, kam es zu einem langen Ausfall und danach führte Trumps Kandidat. Der US-Präsident hatte schon am Nachwahltag, als Nasralla in Führung lag, von Wahlbetrug gesprochen, wofür dem Land eine «hell to pay» drohe.
Die Parteiführung der Liberalen signalisierte bald transnationalen Gehorsam, während das Lager um Nasralla (in Übereinstimmung mit Libre) auf Fälschungen bei der Übertragung von weit über der Hälfte der Aktenscans in digital zusammenrechenbare Formate verwies. Die Schnellauszählung dauerte nicht 12 Stunden, sondern mehrere Tage; die Schlussauszählung bis Weihnachten. Die rechte Mehrheit im CNE ignorierte alle Forderungen nach neuer Überprüfung der Akten oder gleich Urnenöffnung oder bezeichnete sie ebenso wie oder juristische Anfechtungen des Auszählungsprozesses als Sabotage am Volkswillen.
Die beiden rechten CNE-Mitglieder waren während Wochen unauffindbar, angeblich, weil Horden von Libre sie bedrohten. Sie haben sich mutmasslich in einer Botschaft aufgehalten (wohl der USA oder britischen, die mit permanenten Hochrufen auf den CNE auffiel). Ihre Erlasse übermittelten sie per Internetvideos aus nicht-identifizierbaren Räumen. An Weihnachten erklärten sie, sogar ohne noch hunderte Akten einzubeziehen, Asfura zum Präsidenten. Danach zogen sie die Auszählung der Akten der Parlamentswahlen vor jene der Gemeindewahlen, wo es zu vielen sehr knappen Resultaten gekommen war, insbesondere auch in der Hauptstadt, die vermutlich von Libre gewonnen wurde. Lägen bis 30. Dezember keine Schlussresultate vor, drohte laut Wahlgesetz eine Neuwahl. Der CNE erklärte danach schlicht einen Asfura-Kumpel zum Alcalde von Tegucigalpa.
