Honduras/BRD: Protest gegen FDP-"Kollaboration" mit Putschisten

Freitag, 12. Februar 2010

07/02/2010

Kundgebung während eines Seminars der parteinahen Friedrich-Naumann-Stiftung in Marburg. Organisatoren zeigen sich zufrieden

Marburg. Der Protest gegen die Unterstützung der Putschisten in Honduras durch die FDP-nahe Friedrich-Naumann-Stiftung (FNS) reißt nicht ab. Während sich entwicklungspolitische Gruppen, humanitäre Organisationen und weitere Verbänden weiterhin kritisch zur deutschen Honduras-Politik äußern, haben mehrere Dutzend Aktivisten am Samstag gegen ein Seminar der FNS in Marburg protestiert. Ziel der Aktion war es nach Angaben der Veranstalter, über die "Kollaboration" der steuerfinanzierten Parteistiftung mit den Militärputschisten aufzuklären.

Im Marburger "Welcome Hotel" hatte die Stiftung zu einem Tagesseminar über "Studierende und Entwicklungszusammenarbeit" eingeladen. Auf der Agenda stand auch das Thema "Politikberatung in der Entwicklungszusammenarbeit am Beispiel lateinamerikanischer Länder".

"Wie diese Politikberatung und Entwicklungszusammenarbeit der FNS aussieht, hat sich bei der Unterstützung des Putsches in Honduras vom 28. Juni 2009, der Putschregierung, undemokratischer "Wahlen" sowie der anhaltenden Repression gegen soziale Bewegungen in Honduras gezeigt", hieß es in dem Aufruf zur Protestkundgebung, die von mehreren lokalen Gruppen unterstützt wurde. "Das Wort Freiheit im Titel der Stiftung meint nur die Freiheit des Marktes", konstatierten die Demonstranten.

Nach Angaben der Polizei verhinderten die Einsatzkräfte den Aktivisten den Zugang zu dem Stiftungsseminar. Bei der Räumungsaktion erlitten "weder Demonstranten noch Polizeibeamte Verletzungen", heißt es in einer Pressemeldung, während ein Mitglied der "Lateinamerika Gruppe Marburg" gegenüber amerika21.de von einer "gewaltsamen Räumung" sprach.

Nach Angaben des Aktivisten wurden bereits zu Beginn des Seminars um 9.30 Uhr Flugblätter an die Teilnehmer verteilt. Der Inhalt sei von einigen Gästen im Seminar angesprochen worden. Der Vortrag des hessischen FDP-Politikers Gerold Dieke zu Regierungsberatung in Lateinamerika musste daraufhin verschoben werden. "Das allein ist ein kleiner Erfolg. Der Protest hat die Leuten erreicht", sagte der Aktivist im Gespräch mit amerika21.de.