Palästina/Israel: Bomben, manipulieren, Leid verursachen

Samstag, 23. Dezember 2023

 

(zas, 23.12.23) Die New York Times veröffentlichte am 21. Dezember eine Artikel und Videoaufnahmen von mehreren israelischen Bombenangriffen in Khan Yunis im Süden Gazas.

Wir lesen:

«Wenn eine 2000-Pfund-Bomben [= rund 900 kg] explodiert, löst sie eine Druckwelle mit Metallfragmenten über tausende von Fuss [1000 Fuss = 300 m] in alle Richtungen aus, wie dieser Angriff in Südgaza im November (…) [E]eine Analyse der Times auf der Basis von Satellitenaufnahmen und KI fand visuelle Belege, die nahelegen, dass Israel diese Munition mindestens 200-mal im Gebiet verwendet hat, das es als sichere Zone bezeichnet hat. Unsere Analyse zeigt, dass 2000-Pfund-Bomben in den ersten sechs Kriegswochen auf Routinebasis im südlichen Gaza eingesetzt wurden. Und sie zeigt, dass selbst die, die alle israelischen Evakuierungsbefehle und -ratschläge befolgt haben, dennoch keine Sicherheit in einer für Zivilist:innen gefährlicheren Kriegszone als jede andere in der jüngsten Geschichte finden konnten.»

Es folgen längere und übliche Hinweise zur «Zwickmühle» für die IDF, das Tunnelsystem der Hamas oder deren Führungsfiguren zu liquidieren, und dem, was eine offizielle israelische Quelle so formuliert: «Unser Ziel – und wir machen ausserordentliche Anstrengungen dafür – ist, zivile Verluste zu minimieren. Das ist unser Ethos. Und das Problem ist: Wir haben es mit der übelsten Sorte von Feind zu tun, der nicht nur Zivilist:innen angreift, aber andere Kriegsverbrechen begeht, indem er sich hinter Zivilist:innen versteckt.»  

Doch die USA drängen die IDF, so das Blatt, zur Befolgung «internationaler Gesetze» und zu «Massnahmen, um zivile Verluste zu vermeiden». Deshalb steigern sie die Lieferung von kleineren Bomben an Israel, mit einer tödlichen Reichweite von einem Drittel der 2000-Pfund-Bomben. Von letzteren haben die IDF aber laut US-Offiziellen noch «viele mehr» auf Lager, auf die sich «Israel schwer verlasse, denn sie sind wirksamer als kleinere Bomben bei der möglichst raschen Zerstörung des Hamas-Tunnelsystems (…) Seit Kriegsbeginn haben die USA mehr als 5000 Stück der 2000-Pfund-Bomben geliefert.»

Der Times-Artikel gehört zu dem, was vom Mainstream wohl bestenfalls zu erwarten ist. Er vermittelt etwas vom Ausmass des Mordens, vermischt mit bekannten Versuchen seiner Legitimierung – die Hamas lässt Israel keine andere Wahl, als die Menschen mit Horror zu überziehen; Washington möchte einen «humanitäreren Krieg»; US-Waffenlieferungen dienen dem hehren Zweck etc.

Washington bombardiert jedes Mal mit.

Der Artikel enthält wichtige Angaben, aber das Video ist entscheidend. Weil es Menschen zeigt, die leiden, die etwas sagen oder schreien, also doch eine Stimme haben. Das spricht zu uns.

 

Video: https://nyti.ms/48t9QBe