https://amerika21.de/2025/02/273874/mexiko-morde-aktivisten
San Juan Mazatlán. Im südmexikanischen Oaxaca sind am Donnerstag drei indigene Aktivisten erschossen worden. Laut der Union der Indigenen Gemeinschaften der Nördlichen Zone des Isthmus (Ucizoni) stehen die Morde an Wilfrido Atanasio, Victoriano Quirino und Abraham Chirino im Zusammenhang mit einem Grenzkonflikt zwischen den Gemeinden Santo Domingo Petapa und San Juan Mazatlán.
Die drei Aktivisten befanden sich auf dem Weg in ihren Heimatort El Platanillo, als sie in einen Hinterhalt gerieten und ermordet wurden. Einen Tag zuvor hatten die lokalen Behörden von San Juan Mazatlán vor einer gewaltsamen Eskalation der Grenzstreitigkeiten gewarnt
Aktivisten und zahlreiche soziale Organisationen, darunter auch die Zapatistische Armee der Nationalen Befreiung im benachbarten Bundesstaat Chiapas, fordern Gerechtigkeit für die "gefallenen Brüder" und die Anerkennung der Autonomie der indigenen Gemeinschaften. Zudem verlangen sie von den mexikanischen Behörden, die Sicherheit der Bevölkerung von El Platanillo zu gewährleisten.
Der Mord an den Aktivisten reiht sich in eine Welle der Gewalt ein, die den Isthmus von Tehuantepec seit einigen Jahren erschüttert. In einem der jüngsten Vorfälle wurde Ende Januar Arnoldo Nicolás Romero ermordet. Romero war Gemeindevertreter von San Juan Guichicovi, einem Ort in unmittelbarer Nähe zu El Platanillo
Die mexikanische Regierung treibt am Isthmus mit dem sogenanten Interozeanischen Korridor ein gewaltiges Entwicklungsprojekt voran. Der Korridor verbindet mit einem Schienennetzwerk Häfen am Pazifik und Atlantik und wird von der Regierung als Alternative zum Panama-Kanal beworben. Soziale Organisationen, darunter auch Ucizoni, kritisieren die fehlende Konsultation der indigenen Gemeinden über das Vorhaben, das auch zahlreiche Industrieparks mit Steuerbegünstigungen für Investoren vorsieht (amerika21 berichtete).
Der Korridor soll auch direkte Auswirkungen auf die Eskalation der Gewalt in der Region haben. El Universal berichtet, dass seit der Ankündigung des Projekts das Interesse an Grundstücken in strategischen Lagen stark gestiegen ist. In der Folge habe die Zahl der Landkonflikte, Vertreibungen und Morde erheblich zugenommen.