Honduras - Unterschriftenaktion: Stoppt den Terror

Dienstag, 2. Oktober 2012


Stoppt den Palmöl-Terror in Honduras

kleines Mädchen steht verängstigt vor einer Gruppe ParamilitärsVor allem Kleinbauern-Familien sind vom Palmöl-Terror betroffen Foto: hondurasdelegation/flickr Der weltweite Palmölboom hat auch in Honduras fatale Auswirkungen. Durch die Nachfrage und die hohen Weltmarktpreise wachsen die Palmöl-Ausfuhren des mittelamerikanischen Landes sprunghaft. Im vergangenen Jahr exportierte Honduras 200.000 Tonnen Palmöl, vor allem nach Mexiko.
Die Kehrseite: Immer mehr Palmölplantagen breiten sich aus und zerstören die Natur und die bäuerliche Landwirtschaft. Im Nordosten des Landes im Bezirk Colón werden vor allem die ökologisch sehr wichtigen Feuchtgebiete an der Karibik-Küste und im Tal des Aguán-Flusses trockengelegt. Die artenreichen Lebensräume weichen den öden Monokulturen aus Ölpalmen.
Die Industrie will die Anbaufläche von derzeit rund 135.000 Hektar fast verdoppeln. Schon jetzt hat Honduras mit drei Prozent eine der weltweit höchsten Entwaldungsraten. Durch illegale Abholzung und die Ausdehnung landwirtschaftlicher Flächen verliert das Land jedes Jahr 80.000 bis 120.000 Hektar Regenwald – für immer.
Die Einwohner leiden unter dem Landhunger. Kriminelle Banden im Dienste der Palmölindustrie terrorisieren die Kleinbauern, die Schwarzen und indigenen Minderheiten, so die Klagen. Allein am Unterlauf des Aguán-Flusses wurden in den letzten zwei Jahren schon 60 Menschen getötet. Viele von ihnen hatten die Proteste der Bevölkerung angeführt und friedliche Besetzungen der Palmöl-Plantagen organisiert.
Die Menschen am Aguán-Fluss und die Dörfer der schwarzen Minderheiten (Garifunas) bitten um internationale Unterstützung. Sie fordern von den honduranischen Behörden, dass ihre Landrechte eingehalten und sie vor den bewaffneten Gruppen geschützt werden. Bitte unterzeichnen Sie unser an die Regierung des Landes.

Start der Aktion: 06.09.2012

Südmexiko - Newsletter September 2012

Sonntag, 30. September 2012



CHIAPAS

Paramilitärs attackieren Zapatistas: Vertreibungen und Verschwundene
in der Gemeinde Comandante Abel

Am 6. September eskalierte die Gewaltspirale gegenüber der neuen
zapatistischen Gemeinde Comandante Abel im autonomen Bezirk La
Dignidad, in der nördlichen Zone. Comandante Abel ist eine
neugegründete zapatistische Gemeinde. Sie besteht seit Mai 2012,
nachdem sie sich aufgrund anhaltender Aggressionen von den
nicht-zapatistischen BewohnerInnen San Patricios abgespalten haben.
Bewaffnete Paramilitärs, identifiziert als Mitglieder der
regierungstreuen Organisation Paz y Justicia feuerten mit Waffen
verschiedenen Kalibers gegen die Gemeinde und raubten Land von den
zapatistischen Unterstützungsbasen. Am 8. September wurden 70
zapatistische Familien vertrieben und suchten in den umliegenden
Bergen Schutz. Sie befinden sich in prekären gesundheitlichen
Bedingungen mit schlechter Lebensmittelversorgung. Die Vertriebenen
befinden sich, nach Informationen, die das Menschenrechtszentrum
FrayBa erhalten hat, an einem sicheren Ort. Des weiteren ist die Zahl
der Vermissten auf 14 Personen angestiegen; unter ihnen zwei Kinder.
Der Rat der Guten Regierung von Roberto Barrios denunziert: «Dies ist
der gleiche Krieg zur Aufstandsbekämpfung, den die Reichen und
Mächtigen gegen unsere Organisation und unsere Gemeinden im Widerstand
führen. Die Regierung will Blutvergiessen und Tod, während unsere
Gemeinden in Widerstand versuchen ihr Leben mit den uns zur Verfügung
stehenden Mitteln aufzubauen, nämlich der Mutter Erde, auf der wir
leben.»

Eilaktion zum Unterschreiben: http://www.chiapas.eu/ua2.php?id=121
Übersetzter Artikel aus der Jornada, 11.09.2012:
http://www.chiapas.eu/news.php?id=6617
Hintergrundinfos zur zapatistischen Gemeinde Comandante Abel:
http://www.chiapas.eu/news.php?id=6624


 Alberto Patishtán verliert das Augenlicht

Das Menschenrechtszentrum FrayBa meldet, dass der politische Gefangene
Alberto Patishtán aufgrund der schlechten medizinischen Versorgung im
Gefängnis erblindet ist. Seit Jahren weist Patishtán auf seine
mangelnde medizinische Betreuung in der Haft hin. Das fehlende
Interesse des mexikanischen Staates hat bewirkt, dass der politische
Gefangene allmählich erblindet ist. Im Frühling haben wir
Protest-Postkarten an die mexikanische Botschaft geschickt: wir
forderten die Freilassung von Patishtán. Ende August erwirkten die
Rechtssprechung des obersten mexikanischen Gerichtshofs und
internationale Proteste (aus mehr als 30 Ländern), dass Patishtán aus
dem Hochsicherheitsgefängnis in Sinaloa wieder zurück nach Chiapas
verlegt wurde. Das FrayBa, die Familie und Gemeinde Patisháns haben
neue Protestaktionen initiiert, um die Freilassung durch den Obersten
Gerichtshof zu erreichen.

Infos auf Spanisch:
http://enlacezapatista.ezln.org.mx/2012/09/21/frayba-denuncia-pierde-la-vista-alberto-patishtan-por-la-ineficiente-actuacion-del-estado-mexicano/
Briefvorlage an den Obersten Gerichtshof unter: http://www.frayba.org.mx/

MEXIKO

Peña Nieto ist offiziell neuer Präsident von Mexiko


Die Anerkennung der Präsidentschaftswahlen vom 1. Juli 2012 durch das
mexikanische Bundeswahlgericht (TEPJF) wird von der Opposition sowie
Menschen- und Bürgerrechtsorganisationen weiterhin scharf kritisiert.
Die studentische Bewegung #YoSoy132 (#IchBin132), die unterlegene
Partei der Demokratischen Revolution (PRD) und unabhängige Medien
hatten schon unmittelbar nach der Wahl Vorwürfe erhoben, nach denen es
flächendeckend zu Stimmenkauf, Korruption, Wahlfälschung und Diebstahl
von Wahlurnen gekommen sein soll.

Weiterlesen unter:
http://amerika21.de/nachrichten/2012/09/57424/mexiko-wahlen-opposition

Mutige Journalistin, Lydia Cacho, flieht nach Morddrohung ins Ausland

Journalistin, Autorin und Menschenrechtsaktivistin Lydia Cacho hat
vorübergehend das Land verlassen. Die 49-Jährige hatte am 29. Juli bei
sich zu Hause in Cancún gearbeitet, als sie eine Morddrohung über ihr
Handfunkgerät erhielt, welches für Notfälle eingerichtet war. Cacho
recherchierte und veröffentlichte Artikel und Bücher zu brisanten
Themen. Seit der Veröffentlichung ihres Buches Los demonios del Edén
(Die Dämonen des Paradieses) im 2005 erhielt sie wiederholt
Todesdrohungen und Schikanen. Sie hatte darin über einen
Kinderpornographie-Ring berichtet, der mit Wissen und unter dem Schutz
von Politikern und Geschäftsleuten operierte. Nach der jüngsten
Drohung musste Mexikos Generalstaatsanwältin Marisela Morales
eingestehen, dass die Behörden die Sicherheit von Cacho nicht mehr
garantieren könnten.

Artikel in der Baz:
http://bazonline.ch/ausland/amerika/Verfolgt-von-Paedophilen-und-Menschenhaendlern/story/25875028
Weiterer Artikel im Tagesspiegel:
http://www.tagesspiegel.de/medien/mexikanische-journalistin-lydia-cacho-rette-mich-wer-kann/7037920.html
Und im Blickpunkt-Lateinamerika:
http://www.blickpunkt-lateinamerika.de/nachrichten/msgf/mexiko%3A_lydia_cacho_verlaesst_mexiko_nach_todesdrohungen.html

Immer mehr Umweltkonflikte

Konflikte um natürliche Ressourcen häufen sich in Mexiko. Der Bericht
nimmt vor allem Bergbauprojekte von kanadischen Unternehmen ins Visier.

Weiterlesen: http://amerika21.de/analyse/54350/bergbau-mexiko

Die Verschwundenen sind nicht vergessen

Anne Huffschmid berichtet über die Problematik der Verschwundenen in Mexiko.

Hintergrundartikel:
http://www.nzz.ch/aktuell/feuilleton/kunst_architektur/ungezaehmte-erinnerung-1.17623965

Bansky in Mexiko

Bansky, der bekannte Graffitikünstler, der sich auch in London an den
diesjährigen Olympischen Spielen präsent zeigte, war kürzlich in
Chiapas, wo er einige Murales sprayte und mit der EZLN Fussball
spielte. Bereits 2001 war Bansky in Chiapas, unterwegs mit den «Easton
Cowboys and Cowgirls», einem antirassistischen und antisexistischen
Fussballteam, und malte Murales, die den Kampf der EZLN gegen die
Regierung darstellten.

Weiterlesen:
http://www.sopitas.com/site/178596-bansky-en-mexico-revelan-fotos-de-su-encuentro-con-el-ezln/
Huffingtonpost:
http://www.huffingtonpost.com/2012/09/18/gordon-banksy-graffiti-artist-picture-captured_n_1893962.html#slide=1537794

HINWEISE

Vormerken!: «Escenario de Guerra: Kriegsszene Theaterlesung, Vortrag
und Diskussion zur Situation in Ciudad Juárez, Mexiko»
Organisiert vom Öku-Büro München mit Perla de la Rosa und Guadalupe de
la Mora (Theaterkollektiv Telón de Arena, Ciudad Juárez)
Der genaue Ort (Zürich) und das Datum (zwischen dem 17. und 29.
November 2012) werden noch bekannt gegeben.

«Blog: Tortilla-Digital»
Die Autoren, Beobachter im Einsatz mit Peace Watch Switzerland,
thematisieren Menschenrechte in Guatemala und Honduras.
http://tortilladigital.wordpress.com/

Ausbildung für internationale Menschenrechtsbegleitung mit PWS (Peace
Watch Switzerland):
Lateinamerika: 28. 10. bis 3. 11. 2012,
Palästina: 27. 9. bis 30. 9. und 18. 10. bis 21. 10. 2012
Mehr Infos: www.peacewatch.ch
Tel. 044 272 27 88

Honduras: Urgent Action

Dienstag, 11. September 2012




im Einsatz mit Peace Watch/PROAH in Honduras

Dringlichkeits-Appell:
Übergriffe, Verfolgung und Festnahme von Bäuerinnen und Bauern der Siedlung „Los Laureles“ in Tocoa, Colón (Bajo Aguán)
(COFADEH[1], 9.9.2012)

Hunderte Soldaten der Operation „Xatruch III“, sowie Präventivkräfte der Polizei sind verantwortlich für die geschehenen Übergriffe, Verfolgung und Festnahmen von mehr als 40 Frauen, Männern und Minderjährigen während einer gewaltsamen Räumung der Siedlung „Los Laureles“ in Tocoa, Colón von heute Sonntag, 9. September um 14.00 Uhr. “Wir haben grosse Angst, dass es Tote geben wird”, sagte ein Zeuge der Repression, welcher der Festnahme knapp entkommen konnte.
Während der gewaltsamen Räumung setzte das Kontingent, bestehend aus Einheiten von Militär und Polizei starkes Tränengas, sowie grosskalibrige Waffen ein. Ihre grausame Aktion wendeten sie auch auf die angrenzenden Viertel der Siedlung an.
COFADEH kontaktierte kurz darauf den einsatzleitenden Polizeichef, Subkommissar Mejía Rosales, welcher jedoch keine Angaben zu den Festgenommenen machte mit der Begründung, dass „die Mission“ noch im Gange sei. Er verwies auf das Polizei-Kommando in Tocoa, welches verlauten liess, dass für diese Zwecke die nationale Ermittlungbehörde (Dirección Nacional de Investigación, DNIC) zuständig sei. Diese wiederum liess über den Offizier Gerson Vásquez ausrichten, dass die Leitung dem Militär unterstellt sei, im Rahmen der „Operation Xatruch“, und diese keine Festnahmen veranlasst hätten.
Ein Menschenrechtsverteidiger aus dem Gebiet informierte, dass die Menschenrechts-Ministerin über die schlimme Situation informiert sei, dass die feindlichen Angriffe auf die Bewohner/innen von „Los Laureles“ jedoch weiter anhalten.
Gemäss den Berichten von Betroffenen befinden sich unter den 40 verhafteten Personen: Eduardo Rivera, Esperanza Lara, Miguel Mejía, Yulian Marilí Rosales, Odilia Cruz Cruz, Héctor Cruz y Héctor Cálix.
Für die Koordinatorin von COFADEH, Bertha Oliva sind dies die Folgen einer Politik, wo die Institutionen nicht im Dienst des Staates stehen, sondern der Grossgrundbesitzer und ihren Funktionären.
„Dies sind die Folgen einer unheilvollen Militarisierung, wenn die öffentlichen Instanzen von Militärs unterwandert werden, welche ihrerseits die Kontrolle über diese übernehmen. Deshalb darf es nicht sein, dass Militärs in der Öffentlichkeit Aufgaben der Sicherheit übernehmen“, kommentierte Oliva.
Für sie entspricht eine sonntägliche Räumung zudem einer Strategie von Seiten der repressiven Kräfte mit der Intention, dass sich möglichst wenig Unterstützung für die Betroffenen mobilisieren lässt.
Oliva fügte an, dass keine ernsthaften Bemühungen unternommen würden, um die Verantwortlichen dieser Menschenrechtsverletzungen ausfindig zu machen. Das Vorgehen des Innenministeriums bestätige dies, denn seine Rolle wäre es, Übergriffe dieser Art, welche einer Menschenjagd gleichen, mit allen Mitteln zu bekämpfen. „Die Aufgabe des Staates ist es in solchen Fällen, von Amtes wegen diese Grausamkeiten von Militär und Polizei unverzüglich zu stoppen und nicht auf Zeit zu spielen“, signalisierte die Menschenrechtsverteidigerin.
Aus diesen Gründen richten wir unseren Appell an die nationale und internationale Gemeinschaft, um mittels Sofortmassnahmen ein Ende der Repression zu fordern, welche die physische Integrität der Personen aus der Siedlung „Los Laureles“ garantieren und die festgenommenen Frauen, Männer und Minderjährigen unverzüglich freizulassen.

Bitte richten Sie ihre Forderungen an folgendes Instanzen:
Polizeikommando Tocoa, Colón:                                     00504 24 44 31 05

Nationale Ermittlungsbehörde, Tocoa, Colón:             00504 24 44 24 90
(Dirección Nacional de Investigación, DNIC)

Den Menschenrechtsorganisationen ist es zudem ein Anliegen, weitere Information über die festgenommen Frauen zu erhalten, im Wissen darum, dass diese einem doppelten Risiko ausgesetzt sind aufgrund der vorausgehenden Gewalttaten gegen Frauen in ihrem Kampf um Land.

Gegenüber den Gräueltaten und Tätern
Weder Vergessen, noch Vergebung

Komitee der Angehörigen von Verschwundenen und Inhaftierten in Honduras
COFADEH

Tegucigalpa M.D.C. 09 de septiembre de 2012



[1] Komitee der Angehörigen von Verschwundenen und Inhaftierten in Honduras (COFADEH), www.defensoresenlinea.com.

Inhaltsverzeichnis Correos 170 26. Juni 2012

Samstag, 1. September 2012


Inhaltsverzeichnis Correos 170
26. Juni 2012


S. 3-5  Peru/Schweiz
Yvonne Zimmermann und Urs Sekinger / SOLIFONDS


S. 6-7  Schweiz/Trikont
Franklin Frederick

S. 8-10  Guatemala
Barbara Müller

S. 11-13  Venezuela
Gilberto López y Rivas

Aram Aharonian

S. 14– 15  Abschied

S. 16-19  Honduras
An der Beerdigung
Dick und Miriam Emanuelsson

Dieter Drüssel

S. 20-22  El Salvador
Lisa Tobler
Dieter Drüssel

S. 23-25  Kolumbien
José Rodríguez

S. 26-29  Bolivien
Francesc Relea

Mario Rodríguez

S. 30-31  Mexiko
Mexiko-Veranstaltung

S. 32  Kuba/USA
Gerechtigkeit, Ungerechtigkeit und die Cuban Five
Philipp Gerber

S. 33-35  Herrschaftstechnologie
The Economist


ZWEITES UPDATE Eilaktion: Paramilitärs bedrohen Landvermessungsaktion in Vallecito, Honduras

Donnerstag, 30. August 2012

Liebe UnterstützerInnen,

hier ein weiteres Update zur Bedrohung der Landvermessung in Vallecito (Gemeinde Limón, Dept. Colón), Honduras.

Die Lage im Camp neben dem zu vermessenden Gelände ist weiter angespannt. Schwerbewaffnete haben am Mittwoch Nachmittag noch einmal starke Präsenz gezeigt, sind allerdings nicht nochmals in das Camp eingedrungen. Am frühen Abend waren vom von Paramilitärs besetzten Nachbargelände her wieder Schüsse zu hören, wie ein Teilnehmer unserer der Journalistendelegation des Ökumenischen Büros, der sich noch dort befindet, berichtete.  In der Provinzstadt Tocoa (etwa auf halbem Weg zwischen La Ceiba und Vallecito) sind, wie bereits berichtet, die Staatsanwaltschaft und Kriminalpolizei eingetroffen, inzwischen auch ein Kontingent Militärs. Dem Vernehmen nach liegt die Entscheidung über das weitere Vorgehen beim Militär. Die Organisatoren der Vermessungsaktion von der Garifuna-Organisation OFRANEH haben den Eindruck, dass man auf Zeit spielt. Ihnen wurde gesagt, man warte auf einen "Befehl von oben". Sie bitten daher weiter DRINGEND darum, bei den honduranischen Autoritäten darauf hinzuwirken, dass die Landvermessungsaktion gemeinsam mit dem staatlichen Agrarinstitut wie geplant durchgeführt werden kann und physische Integrität der Organisationsmitglieder, UnterstützerInnen und BeobachterInnen vor Ort in Vallecito gewährleistet wird.

Wir bitten weiter um Anrufe und Emails an die in der Eilaktion genannten Stellen. Der vorgeschlagene spanische Text ist auch weiterhin gültig. Gut wäre auch, vorhandene Medienkontakte zu nutzen um das Thema bekannt zu machen. Es hängt u.a. vom erzeugten Druck ab, ob die Vermessungsaktion noch am heutigen Donnerstag oder Freitag durchgeführt wird.

Mit Dank und freundlichen Grüßen
Honduras JournalistInnen Delegation 2012
und Ökumenisches Büro.


******************************
********************    
EILAKTION - Kontakte und Textvorschlag:
**************************************************

OFRANEH fürchtet um die Sicherheit der AktionsteilnehmerInnen und
-beobachterInnen und bittet dringend um /*sofortige*/Anrufe bei den
folgenden Stellen:

Ministro del Instituto Nacional Agrario, Sr. Cesar Ham:
+(504)96-69-15-29; 94-55-04-77.

Ministro de la Secretaria de Seguridad, Sr. Pompello Bonilla:
+(504)99-90-17-73.

Director General de Policia, Juan Carlos Bonilla: +(504)97-58-17-30.

Vocero de la Policia, Héctor Iván Mejía: +(504)94-62-47-29.


*Wahlweise sind auch rasche e-mails an die folgenden Adressen hilfreich:*

-Ministro de las Etnias, Sr. Luis Green: luisgreen65@yahoo.es

-Fiscalía General de la Republica, Sr. Luis Alberto Rubí: lrubi@mp.hn,

-Ministro del Instituto Nacional Agrario, Sr. Cesar Ham: cham@ina.hn,
hrodriguez@ina.hn

-Ministra de Justicia y Derechos Humanos,  Sra. Ana Pineda:
info@sjdh.gob.hn, <info@sjdh.gob.hn>  *i.quintanilla@sjdh.gob.hn*




*Möglicher Text für eine Protestmail:*

(Estimado/a Sr/a ...)

Estamos sumamente preocupados por la seguridad e integridad física de
las personas que se encuentran en Vallecito (Limón, Departamento de
Colón) para observar y acompañar la remedición de un terreno que está
ocupado por hombres fuertemente armados. Pedimos que se garantice la
integridad física de las personas allá presentes, así como la de los
miembros de la Organización Fraternal Negra Hondureña (OFRANEH). Hacemos
un llamado a las Autoridades para que se proteja al pueblo garífunaen
Vallecito, y así se evite una posible masacre a manos de aquellas bandas
armadas.


(Atentamente...)

(Deutsche Übersetzung: Wir sind sehr besorgt um die Sicherheit und die
physische Unversehrtheit der Personen, die sich derzeit in Vallecito
befinden um die Neuvermessung eines Landstückes zu beobachten und zu
begleiten, das von schwerbewaffneten Personen besetzt gehalten wird. Wir
bitten darum, dass die physische Unversehrtheit der dort anwesenden
Personen gewahrt wird, vor allem auch die der Mitglieder der
Organizacion Fraternal Negra Hondureña (OFRANEH). Wir fordern die
Autoritäten auf, die Gemeinschaft der Garifuna in Vallecito zu schützen
und so ein mögliches Massaker durch bewaffnete Gruppen zu verhindern.

****************************************************



Letzte Nachrichten aus Vallecito - "Bitte den Druck aufrecht erhalten!"

Die Telefone der angegebenen Stellen sind offensichtlich derzeit alle nicht aktiv, Anrufbeantworter können aber besprochen werden.
Bitte auch weiter Emails senden (siehe Eilaktion unten), der vorgeschlagene Text ist weiterhin gültig.

Grüße aus dem Öku-Büro,

Andrés Schmidt
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Nachrichten von vor Ort:
„Die Vermessungsaktion mit dem Agrarinstitut INA heute (28.8.) verlief problemlos, für morgen frueh um 8 Uhr haben sich Staatsanwaltschaft plus eine Sondereinsatztruppe der Polizei (vom departamento de investigacion criminal) angekündigt, momentan scheint es also zu klappen, den nötigen Druck aufzubauen - bitte noch nicht nachlassen - die Leute im Camp sind deswegen derzeit ganz guter Dinge, aber natürlich auch immer noch besorgt, wegen der Bewaffneten, die weiterhin rundum sind."

Sollte die Vermessung erfolgreich durchgeführt werden, ist weiterhin Aufmerksamkeit erforderlich, damit die Kooperativen das wiedergewonnene Land auch real bewirtschaften können.

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Auszug aus der Verlautbarung von OFRANEH (Organisación Fraternal de Negros en Honduras, honduranische Garifuna-Organisation)
vom Di, 28. August um 22:00 Uhr:

DIE EINSCHÜCHTERUNGEN GEGEN DIE GARÍFUNAS IN VALLECITO DAUERN AN


Heute um 8:00 Uhr früh begann der Prozess der Vermessung der Ländereien der Garífuna-Kooperative Ruguma.

Währenddessen fuhren kontinuierlich Motorräder und Autos mit schwer bewaffneten Männern umher, die dem Sicherheitsdienst von Reynaldo Villalobos angehören, der sich des Landes von 5 von 6 Garífuna-Kooperativen bemächtigt hat. Trotzdem wurde der größte Teil der Kooperative Ruguma vermessen, abgesehen von dem Teil, den die Bewaffneten besetzt halten.

Bis heute haben wir weder die Hilfe der Staatsanwaltschaft, noch der Sicherheitskräfte erhalten.

Gestern Nacht (Montag) um 23:00 Uhr drangen 8 mit illegalen Waffen ausgerüstete Männer in das Camp der Garífuna ein. Alle zwei Stunden waren Maschinengewehr-Salven aus der Nähe zu hören.

Zu den Männern von Villalobos kommen die Wächter des Palmölmagnaten Facussé, dessen Ländereien einen Teil von Vallecito umgeben.

Am fünften Tag der geplanten Vermessungsaktion hat die Regierung Lobo trotz der nationalen und internationalen Aufmerksamkeit es abgelehnt, die Sicherheit der Garífuna zu garantieren, während sie ihr Recht auf ihr angestammtes Land einfordert.



Wir hoffen weiter darauf, dass die Sicheheitskräfte des Staates die Neuvermessung begleiten werden, denn von ihr hängt unsere Ernährungssouveränität und die Zukunft unseres Volkes ab.



Nein zu den Charter Cities, Ja zur Ernährungssouveränität, Ja zum Leben, Nein zur Kultur des Todes, stoppen wir die Militarisierung der honduranischen Gesellschaft.

Wir danken für die nationale und internationale Solidarität, für eure Unterstützung in unserem Kampf der eurer ist.

Organizacion Fraternal Negra Hondureña, OFRANEH


OFRANEH
Organizacion Fraternal Negra Hondureña
Calle 19, #130.
Barrio Alvarado
La Ceiba, Atlantida,
Honduras
telefax: 504-24432492
email:garifuna@ofraneh.org/ ofraneh@yahoo.com
http://www.ofraneh.org
http://www.ofraneh.wordpress.com
***************************************


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EILAKTION VOM 28.8.
*******************************
Hallo und guten Tag,

in der folgenden Eilaktion bitten wir um Ihre/eure Mithilfe in Form von Teilnahme und Weiterverbreitung.

Internationale Aufmerksamkeit ist im vorliegenden Fall entscheidend für einen positiven Ausgang des Vorgangs. Wichtig wäre eine schnelle Reaktion, am besten sofort, maximal im Laufe des heutigen Tages.

Der Text findet sich auch auf:
http://hondurasdelegation.blogspot.com/2012/08/eilaktion-paramilitars-bedro
hen.html



EILAKTION

*Paramilitärs bedrohen Landvermessungsaktion in Vallecito*

*(Gemeinde Limón, Departement Colón)*

Seit Sonntag, dem 26.8.2012 abends bedrohen schwerbewaffnete
paramilitärische Gruppen die gut 200 honduranischen und internationalen
TeilnehmerInnen und BeobachterInnen einer Aktion des
Garífuna-Dachverbandes OFRANEH (Organizacion Fraternal Negra Hondureña)
in dem Ort Vallecito (Gemeinde Limón, Departement Colón). OFRANEH plant
für den heutigen Dienstag gemeinsam mit dem staatlichen Agrarinstitut
INA die Begehung und Neuvermessung eines Grundstücks, das der
Großgrundbesitzer und einflussreiche Ölpalmmagnat Miguel Facussé für
sich beansprucht. AugenzeugInnen berichteten am Montag vom
Nachbargrundstück des neuzuvermessenden Terrains aus, dass die
Schwerbewaffeten, die es besetzt halten, mit Maschinengewehren in die
Luft schossen und dass beständig Pick-ups an ihrem provisorischen Camp
vorbeifuhren, auf denen ebenfalls Zivilisten demonstrativ ihre schweren
Waffen zeigten.
Mit Ausnahme von den ausführenden Beamten des INA haben sich sämtliche staatlichen Stellen bisher bedeckt gehalten.

OFRANEH fürchtet um die Sicherheit der AktionsteilnehmerInnen und
-beobachterInnen und bittet dringend um /*sofortige*/Anrufe bei den
folgenden Stellen:
Ministro del Instituto Nacional Agrario, Sr. Cesar Ham:
+(504)96-69-15-29; 94-55-04-77.
Ministro de la Secretaria de Seguridad, Sr. Pompello Bonilla:
+(504)99-90-17-73.
Director General de Policia, Juan Carlos Bonilla: +(504)97-58-17-30.
Vocero de la Policia, Héctor Iván Mejía: +(504)94-62-47-29.

*Wahlweise sind auch rasche e-mails an die folgenden Adressen hilfreich:*

-Ministro de las Etnias, Sr. Luis Green: luisgreen65@yahoo.es

-Fiscalía General de la Republica, Sr. Luis Alberto Rubí: lrubi@mp.hn,

-Ministro del Instituto Nacional Agrario, Sr. Cesar Ham: cham@ina.hn,
hrodriguez@ina.hn

-Ministra de Justicia y Derechos Humanos,  Sra. Ana Pineda:
info@sjdh.gob.hn, <info@sjdh.gob.hn>  *i.quintanilla@sjth.gob.hn*



*Möglicher Text für eine Protestmail:*

(Estimado/a Sr/a ...)

Estamos sumamente preocupados por la seguridad e integridad física de
las personas que se encuentran en Vallecito (Limón, Departamento de
Colón) para observar y acompañar la remedición de un terreno que está
ocupado por hombres fuertemente armados. Pedimos que se garantice la
integridad física de las personas allá presentes, así como la de los
miembros de la Organización Fraternal Negra Hondureña (OFRANEH). Hacemos
un llamado a las Autoridades para que se proteja al pueblo garífunaen
Vallecito, y así se evite una posible masacre a manos de aquellas bandas
armadas.


(Atentamente...)

(Deutsche Übersetzung: Wir sind sehr besorgt um die Sicherheit und die
physische Unversehrtheit der Personen, die sich derzeit in Vallecito
befinden um die Neuvermessung eines Landstückes zu beobachten und zu
begleiten, das von schwerbewaffneten Personen besetzt gehalten wird. Wir
bitten darum, dass die physische Unversehrtheit der dort anwesenden
Personen gewahrt wird, vor allem auch die der Mitglieder der
Organizacion Fraternal Negra Hondureña (OFRANEH). Wir fordern die
Autoritäten auf, die Gemeinschaft der Garifuna in Vallecito zu schützen
und so ein mögliches Massaker durch bewaffnete Gruppen zu verhindern.


*Auszug aus der Hintergrundinformation von OFRANEH zu der Neuvermessung:*

Sechs Agrarkooperativen der Garifuna (Empresa Ruguma, Saway,
Saway Sufritiñu, Walumugu, Satuye und Sinduru Free) erreichten im Jahr
1997 Landtitel über 1600 ha in Vallecito, Limón, Colón. Seither begannen
aber Invasoren sich dieser Ländereien zu bemächtigen und Beauftragte von
Miguel Facussé pflanzten dort 100 ha Afrikanischer Ölpalmen an. Ende
1999 fällte der Oberste Gerichtshof ein Urteil zugunsten der Garífuna
Kooperativen. Seit 2005 konnten diese aber kaum mehr auf ihrem Grundstück
präsent sein, weil inzwischen das Organisierte Verbrechen zwischen Limón
und Punta Piedras sein Terrorregime etabliert hatte und jegliche
Aktivitäten in der Zone zum Erliegen brachte. In der Folge tauchten
Fremde auf, die sich 900 der insgesamt vom Staatlichen Agrarinstitut
zugesprochenen 1600 ha aneigneten.

Im Juli 2010 unterzeichnete OFRANEH ein Abkommen mit dem staatlichen
Agrarinstitut INA, dass die Ländereien neu vermessen werden sollten. Die
Besetzer weigerten sich jedoch, die Staatsanwaltschaft und das INA auf
das Grundstück zu lassen. Deshalb beschlossen die lokale Organisation
Iseri Lidawari und OFRANEH für den 28.August 2012 eine öffentliche
Aktion, um zusammen mit dem INA auf friedliche Weise Zutritt zu dem
genannten Gebiet für eine Neuvermessung und nachfolgende Rückgabe an die
Garífuna-Kooperativen zu bekommen.


---------- End Forwarded Message ----------


KEESA-Medienmitteilung zum Lonmin/Xstrata-Massaker in Südafrika

Montag, 27. August 2012



(zas, 27.8.12) Die Mitverantwortung des in Zug domizilierten Bergbaukonzerns Lonmin am Massaker vom 16. August 2012 an 34 südafrikanischen Mineuren liegt für die hiesigen Mainstreammedien nach wie vor tief verborgen in einem Höllenschlund, den zu ergründen sie sich nicht anstehen. Wir verweisen dafür gerne auf ein Communiqué der „Kampagne für Entschuldung und Entschädigung im Südlichen Afrika“ (KEESA) auf der Homepage von Multiwatch, in dem sie auch diesen Zusammenhang aufnimmt.

Mexiko: Bullen schiessen auf US-Instruktoren

Samstag, 25. August 2012



(zas, 25.8.12) Gestern Freitag verletzten Mitglieder der mexikanischen Policía Federal mit Schüssen zwei Angehörige der US-Botschaft in der Nähe der Strasse von Mexiko-Stadt nach Cuernavaca. Die Botschaftsangehörigen, nach ersten, danach dementierten Berichten Mitglieder der US-Drogenbehörde DEA, waren einem offiziellen Comuniqué des mexikanischen Innen- und Marineministerien zufolge zusammen mit einem Offizier der mexikanischen Marine unterwegs zu einem Armeeschiessplatz. Als der Botschaftswagen in ein Nebensträsschen abbog, sei, so das offizielle Comuniqué, ein Wagen mit sichtbar schwer bewaffneten Zivilisten aufgetaucht, worauf der Diplowagen die Flucht ergriffen habe. Der Zivilwagen, dem sich kurz darauf drei weitere Wagen angeschlossen haben, habe die Verfolgung aufgenommen und auf die Pneus und Vordertüren des gepanzerten Fluchtwagens geschossen. Mittels eines Auffahrtmanövers sei er schliesslich gestoppt worden, so  La Jornada heute. Die beiden Botschaftsangehörigen seien  nicht lebensgefährlich verletzt worden und werden von La Jornada als die DEA-Mitglieder Jess Hoods Garner und Stan Dove Boss und als Ausbildner der mexikanischen Marine identifiziert. Laut offizieller Version handelte ses sich bei der Geschichte um ein Missverständnis. Die Polizei habe einen ähnlichen Wagen, in dem ein Entführungsopfer transportiert worden sei, gesucht und vermeintlich gefunden.
Havarierter Botschaftswagen

Paraguay: Große Beteiligung an Sozialforum

http://amerika21.de/

21. Aug 2012

Diskussionen über Strategien des Widerstands gegen den Putsch. De-facto-Präsident Federico Franco flüchtet vor Demonstranten

Von
Asunción. Am 14. und 15.August hat zeitgleich zum Nationalfeiertag Paraguays das erste Sozialforum in der Hauptstadt Asunción stattgefunden. Organisiert wurde es von der linksgerichteten Frente Guasú. Die zahlreichen Teilnehmer tauschten sich in 12 offenen Arbeitsgruppen mit dem Ziel aus, Strategien für den Widerstand gegen den parlamentarischen Putsch vom vergangenen 22. Juni zu entwickeln. Die Versammlungen fanden in Zelten statt, die auf dem Plaza de Armas gegenüber dem Parlament aufgebaut waren. Die Diskussionen gingen unter anderem um die Themenbereiche Souveränität und Landreform, Menschenrechte sowie soziale Sicherheit und Einbeziehung.
Höhepunkt des Forums war eine Demonstration durch die Innnenstadt von Asunción, an der sich tausende Menschen aller Altersgruppen, gesellschaftlicher und politischer Herkunft und aus allen Teilen des Landes beteiligten. Viele Demonstrationsteilnehmer meldeten sich zu Wort. "Ich bin eine von denen, die diese Situation jetzt im Land sehr empört", sagte Maria del Rosario Corbalan, eine Bäuerin aus Capiatá. "Der Marsch heute macht mir große Hoffnung, dass unser Kampf weitergehen wird und wir die Demokratie bei der Wahl 2013 wiederherstellen werden". Viktor Florentin, Mitglied einer Vereinigung von bäuerlichen Kleinproduzenten, zeigte sich besorgt über die Agrarpolitik der de-facto-Regierung. Die dringend notwendige Bodenreform werde verschleppt und den transnationalen Gen-Saatgutherstellern Tür und Tor geöffnet. Der Indigene Joselino Fleitas verwies darauf, dass während der Regierungszeit von Fernando Lugo viele Verbesserungen für die Menschen indigener Abstammung begonnen haben. "Zum ersten Mal hatten wir Zugang zu medizinischer Versorgung", so Fleitas.
Die Demonstration zog unter anderem zum Landwirtschaftsministerium, um gegen Minister Enzo Cardoso zu protestieren, der diesen Posten bereits unter der Regierung Lugo innehatte und nach dem parlamentarischen Putsch im Amt blieb. Ein weiteres Ziel war der Sitz der größten Tageszeitung ABC, die wegen ihrer offenen Unterstützung für Franco als "Putschisten-Zeitung" bezeichnet wurde.
In der Abschlußerklärung verurteilten die Teilnehmer die undemokratische Amtsenthebung des vom Volk gewählten Präsidenten Lugo. Dieser Putsch durch die etablierten Parteien sei ein schwerer Bruch des demokratischen Prozeßes im Land. Erneut würden jetzt die "drei Prozent der reichsten Bevölkerungsschicht von Paraguay, denen  85 Prozent von Grund und Boden, 90 Prozent der Medien, 70 Prozent der Supermarktketten und 80 Prozent der Importfirmen von Nahrungs- und Wirtschaftsgütern sowie gentechnisch verändertem Saatgut gehören", begünstigt, während eine Entwicklung für die Kleinbauern und Indigenen verhindert würde. Der De-facto-Regierung wird vorgeworfen, "den Kampf der sozialen Bewegungen für eine Agrarreform, bessere Bildung, umfassenden Schutz für Kinder, Jugendliche und Frauen, für Integrierung der indigenen Bevölkerung in die Gesellschaft, gegen Ausbeutung und Umweltverschmutzung durch transnationale Konzerne und viele weitere Maßnahmen zu kriminalisieren und den Willen des Volkes zu mißachten."

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Am 15. August gab Fernando Lugo anläßlich des Nationalfeiertages eine Pressekonferenz und betonte in einer Botschaft an das Volk den "historischen Moment dieses Tages". Lugo bedankte sich bei allen, die seine Regierung in den letzten vier Jahren bei ihrer Arbeit unterstützt haben und die auch jetzt mit ihm kämpfen, um ein "Paraguay für Alle" zu schaffen. Wörtlich sagte er: "Sie können uns aus dem Regierungspalast entfernen, aber nicht aus den Herzen der Menschen".
Als De-facto-Präsident Franco am Morgen des 15.August nach einer Kranzniederlegung das "Pantheon der Helden" im Zentrum der Stadt verließ, traf er auf Hunderte Demonstranten, die ihn auspfiffen und "Putschist" nannten. Daraufhin flüchtete er, begleitet von seinen Leibwächtern, in eine nahegelegene Bar.