Peru: Morde für Xstrata

Donnerstag, 31. Mai 2012



Die lateinamerikanische BäuerInnenvernetzung CLOC-Via Campesina teilte gestern mit, dass im Konflikt der lokalen Bevölkerung mit dem in Zug domizilierten Minenmulti Xstrata in der peruanischen Provinz Espinar mittlerweile 4 Menschen ermordet und 60 Personen (Protestierende und Sicherheitskräfte) verletzt worden seien. Andere Quellen sprechen von mehr Verletzten.
Wie auch in anderen der zahlreichen Minenkonflikte in Peru (vgl. dazu Correos 169) wehrt sich die Bevölkerung der Gegend gegen die von einer Untersuchung des Gesundheitsministeriums bestätige Verschmutzung von Grundwasser und Flüssen, hier der beiden Flüsse Cañipia und Salado, mit Schwermetallen wie Quecksilber und Blei. Da aber Xstrata und die lokalen Potentaten diesen Sachverhalt bestreiten, gilt er für Schweizer Medienschaffende weitgehend als „strittig“.
Präsident Humala hat auch in dieser Gegend den Notstand verhängt und damit die Grundrechte ausgehebelt. Er bricht damit ein weiteres Mal eines seiner wichtigsten Kampagnenversprechen, Minenprojekte nur mit Zustimmung der lokalen Bevölkerung zu fördern.

Mehr zum Konflikt in Espinar auf der Homepage von Multiwatch.

Bild aus La Repubblica, 24.5.12. Es zeigt den Eternitarbeiter Pietro Condello bei der Verlesung des Urteils in Turin gegen ein anderes Unschuldslamm der Schweizer Kapitalszene, Stephan Schmidtheiny, für die Vergiftung der Belegschaft mit Asbest. 

Venezuela: Das Ausland will mitwählen

Montag, 28. Mai 2012




Einige Infos von Harald Neuber aus Telepolis über Umfragen zur Präsidentschaftswahl im Oktober, die „diskrete“ Informationspolitik der venezolanischen Behörden zur Krebskrankheit des Comandante und den imperialistischen Versuch, die Wahlen gegen Chávez zu gewinnen.
Weiterlesen: Der Kampf um Venezuelas Präsidentschaft wird international geführt

"Quantensprung in der Führung"

Sonntag, 27. Mai 2012



(zas, 27.5.12) Es gehört sich so: Hier diskutieren die Herrschenden, dort unterhalten sie oder peitschen sie ein. Hier die Weichenstellung, dort die Massenmedien.

Vor dem elitären Petersen Institute on International Economics, Washington, erklärte Jean-Claude Trichet, bis November 2011 EZB-Chef, am 17. Mai 2012: „Wir sollten weiter in Richtung eines Quantensprungs in der Führung gehen, der für die europäische Integration nötig ist, sowohl hinsichtlich der fiskalischen wie der wirtschaftlichen Politik, welche Wettbewerbsfaktoren beeinflusst. Wendet ein bestimmtes Land [des Euro-Raums] die Empfehlung, die via EU-Kommission und EU-Rat aus dem Zentrum kommt, nicht an, sollten wir die föderative Ausnahmeführung aktivieren“. Etwa, wenn zwecks Sanierung des Euro-Raums eine Mehrwertsteuererhöhung gegen den Willen eines nationalen Parlaments durchgesetzt werden muss, wie Trichet erläutert. Eine Protektoratsregelung, die nur einen logischen Schritt aus dem EU-Fiskalpakt darstelle, der ja schon dieses vorsehe: „Wenn das Parlament sich nicht korrekt benimmt, büssen wir das Land. Weil das Parlament nicht für die Massnahmen, die für Land A oder B als nötig für das erachtet werden, was ganz Europa als angemessen betrachtet, gestimmt hat“.
Trichet sagt, aus Gründen der Demokratie müsse das EU-Parlament diesen Ausnahmefällen zustimmen. Ein Parlament ohne Vorschlagsrecht für die EU-Finanzen, aber mit der Hoheit, nationale Parlamente bzw. dahinter die „falsch“ wählende oder sich auch im Parlament durchsetzende Bevölkerung fürs Kapitalwohl auszuhebeln.

Das mit höchstkarätigen atlantischen Wirtschaftspolitikern besetzte Publikum verstand Trichet bestens. C. Fred Bergsten, Petersen-CEO und einflussreicher US-Ökonom, beglückwünschte den Zentralbanker: Die EZB habe „als Europas entscheidende Wirtschaftsführerin“ gehandelt, „ihr Ziel war nicht so sehr die Überwindung der Krise in kurzfristigem Sinn, als vielmehr, diese zu benutzen, um fundamentale Anpassungen in Schuldnerländern zu fördern“.

Was uns erklärt, warum die explosive Äusserungen Trichets in den europäischen Medien kaum gewürdigt wurden. Wozu auch das tumbe, potenziell rebellische Volk vor der Zeit über kommende Torturen informieren?
Ähnlich wurde übrigens ein deutscher Vorschlag mit gleicher Stossrichtung medial entsorgt, den die Financial Times am 27. Januar 2012 veröffentlicht hatte. Danach sollte zwecks vorrangiger Garantierung der Schuldenzahlung Griechenlands ein „von der Eurogruppe eingesetzter Budgetkommissar“ den griechischen Staatshaushalt bestimmen. Reale Vorgänge der Macht werden nicht oder nur dosiert und verfälscht vermittelt.

Argentinische Hoffnung für Griechenland

Montag, 14. Mai 2012




(zas, 14.5.12) Seit Tagen ergreift ein Schaudern die Mainstream-KorrespondentInnen, geht es um Griechenland. Sie haben sich in moderne Kassandras verwandelt, die Tod, Verzweiflung, Chaos, Abgründiges sehen, für den Fall, dass sich die Menschen im Land dem „Berliner Konsens“ entziehen, gar den Austritt aus der EU, aus dem Euro wagen würden. Natürlich setzen die Mächtigen in Brüssel und Athen ihre Psychoterrorwaffe gegen solche „Unvernunft“ ein, und leider wäre es nicht das erste Mal, dass sie damit Erfolg hätten.
Nur, da gibt es ein kleines Beispiel, aus dem die Leute in Griechenland ihre Lehren ziehen könnten: Argentinien. 2001, nach den Grossrevolten gegen das neoliberale Diktat der Regierung Menem, verkündete die argentinische Regierung notgedrungen einen Stopp der ausländischen Schuldenzahlungen und warf die verkappte Dollarisierung (fester Wechselkurs, Schöpfung neuer Pesos nur proportional zu den nationalen Dollarguthaben) über Bord. Später setzte die Regierung Kirchner eine Neustrukturierung der Schulden mit einem massiven Schnitt durch. Tod und Verderben prophezeit seither und seit der Teilverstaatlichung des Ölkonzern YPF noch schriller die transnationale Propagandamaschinerie dem Land, es werde von den internationalen Finanzmärkten geschnitten werden. Letzteres trifft zu, allein, damit konnte Argentinien bisher nicht schlecht leben – seit dem Default geht es mit der Wirtschaft aufwärts. Da die Regierung viel, aber viel weniger „Schulden“ an die transnationalen Banken und  Fonds zahlen muss als „gewohnt“, muss sie sich dafür auch nicht auf den internationalen Finanzmärkten teuer neu verschulden. Da sie die Kohle mehr als vorher für die erfolgreiche Ankurbelung der Wirtschaft ausgeben kann, erzielt sie einen so genannten Budget-Primärüberschuss - mehr Einnahmen als Ausgaben vor Schuldendienst. Mit diesem eigenen Geld konnte sie sich bisher auf dem internationalen Markt kaufen, was sie bzw. die argentinische Bourgeoisie als unabdingbar ansahen. Doch dies letzte ist eine andere Diskussion, für unseren Zusammenhang wichtig ist: Der Default und der Austritt aus der faktischen Dollarisierung wirkten nicht, wie angekündigt, zerstörerisch, sondern ungemein stimulierend.
Es sind natürlich nicht nur Linke, die das wissen. Es ist einfach selten, dass wer von der Gegenseite solche Kenntnisse auch mal äussert. Umso interessanter der heutige Artikel Hohe Schulden sind ein Problem der Gläubiger“ in der NZZ.  Andreas Uhlig gibt die Einschätzung des Finanzanalysten Brian Reading so wieder: Natürlich sei Sparen auch dann unumgänglich, wenn Griechenland die Schulden nicht mehr bediene und deshalb zumindest vorläufig keinen Zugang zu den Kapitalmärkten habe. Aber der Sparzwang fiele deutlich geringer und sozial verträglicher aus.“  Sozial verträglicher? Als wenn so was heute wichtig wäre, wo doch das Kapitalkommando anderes sagt! Erquickend die nächste Passage: „Reading argumentiert, dass über die Hälfte der Staatsschulden Griechenlands in den Händen von Ausländern ist, vor allem der Troika. Ein auf ausländische Gläubiger begrenzter Default würde die Staatsschulden unter 100% des Bruttoinlandproduktes (BIP) drücken, hohe Zinszahlungen hinfällig machen und dadurch - was als Voraussetzung für die Default-Option gilt - zu einem Überschuss des Primärhaushalts führen und das Land vom internationalen Kapitalmarkt weitgehend unabhängig machen.“  Und geradezu freudig stimmen folgende Sätze: „Aber Marktanalytiker sehen das Land in einer recht guten Verhandlungsposition. Wegen der Default-Option haben Drohungen öffentlicher Gläubiger, keine weiteren Kredite mehr zu gewähren, an Kraft verloren. Hinzu kommt, was zumindest in der öffentlichen Diskussion wenig beachtet wird, dass die Gläubiger kein wirksames Druckmittel in der Hand haben. Vielmehr schneiden sie sich mit einer Weigerung, weitere Kredite zu geben, ins eigene Fleisch.
Griechenland benötigt die von der Troika versprochenen Kredite, so auch die für Mai vorgesehene Auszahlung, vor allem zur Bedienung bestehender Schulden. Beschliessen nun die öffentlichen Gläubiger, aus welchen konkreten Gründen auch immer, Griechenland keine weiteren Kredite zu gewähren, so wären sie davon als Erste betroffen, da sie wegen der Rettungsbemühungen und Umschuldungen den Grossteil der griechischen Staatsschuld halten. Dies gilt auch, wenn Griechenland von sich aus ein Moratorium erklären würde.“
Kunststück, will man das den griechischen Angegriffenen nicht verkleckern. Und werden wir hier mit medialen Untergangsszenarien für den Fall griechischer Unbotmässigkeit richtig gehend zugemüllt. Dabei wäre eine wirklich interessante Frage, welche Instrumente (allenfalls) eingesetzt werden, um den „Pleitegriechen“ ihre „Frechheiten“ mit transnationalem Terror heimzuzahlen. Denn das ist nicht von der Hand zu weisen: Griechenland hat kein europäisches Venezuela als Bündnispartner, Europa ist noch nicht Lateinamerika.

Deutschland baut Venezuelas Opposition auf

Pressemitteilung des Lateinamerika-Portals amerika21.de

14. Mai 2012

Deutschland baut Venezuelas Opposition auf

Berlin, 14.5.2012. Die deutsche Bundesregierung drängt innerhalb der Europäischen Union auf eine verstärkte und offenere Unterstützung der rechtsgerichteten Opposition gegen die Regierung von Präsident Hugo Chávez in Venezuela. Das Lateinamerika-Portal amerika21.de berichtet, dass bei einem Treffen der EU-Ratsarbeitsgruppe für Lateinamerika im April nach Informationen eines beteiligten Diplomaten vor allem die deutschen Vertreter auf die Unterstützung der Regierungsgegner eintraten. Während sich Portugal, Polen und Frankreich für eine "diskrete" Zusammenarbeit ausgesprochen hätten, hätten die deutschen Gesandten die Meinung vertreten, dass eine Zusammenarbeit zwischen der EU und der Opposition in Venezuela "nicht vor der Öffentlichkeit verborgen werden müsste".

Für Diskussionen sorgt vor diesem Hintergrund auch der Antrag der EU, eine offizielle Beobachtungskommission für die kommenden Präsidentschaftswahlen im Oktober zu entsenden. Das Anliegen war dem venezolanischen Außenministerium bei einem Besuch von Vertreten des Europäischen Auswärtigen Dienstes (EAD) zwischen dem 21. und 23. März vorgetragen worden. Die Regierung des südamerikanischen Landes steht dem Ansinnen jedoch kritisch gegenüber.

Die positive Haltung der deutschen Regierung gegenüber der rechtsgerichteten Opposition in Venezuela wurde unlängst auch bei einem Besuch der Deutsch-südamerikanischen Parlamentariergruppe des Bundestages deutlich. Laut dem offiziellen Besuchsprogramm der Reise, das amerika21.de vorliegt, fanden in Venezuela fast ausschließlich Treffen mit Vertretern de Opposition statt.

mehr Informationen: http://amerika21.de/nachrichten/2012/05/52119/deutschland-oposition-venezuel

Honduras: Morde an Schwulen und Linken

Sonntag, 13. Mai 2012


Neuer Mord an der Nordküste
Dick und Miriam Emanuelsson

(Tegucigalpa, 8.5.12) Am Samstag haben sie Erick Ramírez beerdigt, den Linksaktivisten, Kandidat für die FÜR [Strömung innerhalb der neuen Wahlparteiallianz Libre; die FPR vertritt darin direkt die Volkswiderstandsfront FNRP] und Anführer der LGTBI-Community (Lesbian, Gay, Trans-, Bi-, Intersexual]. Vor wenigen Minuten ermordeten sie einen anderen Anführer der honduranischen Linken und Mitglied von Libre, Edilberto Zolano, Generalsekretär des Partido Socialista Morazánico PSM.
„Wir sind konsterniert und fordern Gerechtigkeit“, sagte Eliodoro Briones Barahona, Organisationsverantwortlicher des PSM, als wir ihn anriefen, um den Mord zu verifizieren. „Zwei Individuen auf einem Motorrad gaben mehrere Schüsse ab und flüchteten sogleich. Er hatte selbst das Barrio in Choloma Sur [im nördlichen Department Cortés] gegründet, das seinen Namen trägt.“
Edilberto Zolano

Und heute wurde Erick Ramírez, 32, beerdigt. Seine Community hatte ihn als Parlamentskandidaten für Libre, den politischen Arm des Widerstandes, für die parteiinternen Wahlen kommenden November und die Parlamentswahlen im November nächsten Jahres aufgestellt. Er war Kommunist, Mitglied der Organisación Política de las Necias / de los Necios. Eine gewaltige Kombination, die in einem Staat wie Honduras sehr viel Mut braucht, umso mehr, als dass der Putschismus seit Juni 2009 intakt ist.
Erick Ramírez

Der Genosse wurde angeblich letzten Samstag erwürgt. Sein Körper wurde am Rand einer Ausfallstrasse der Hauptstadt gefunden. Der Mord hat das ganze Land aufgewühlt.
Dies ist der Beginn eines neuen schmutzigen Krieges im zentralamerikanischen Land, der sich gegen die Linken des FNPR und im Libre richtet, wie mehrere AktivistInnen meinten. Die FPR – Fuerza  de Refundación Popular – ist eine der fünf Strömungen in der Libre-Partei.
„Ich sagte meinen Genossen, lass uns raten, wen als nächster das Los trifft, Erick zu folgen“. Donny Reyes macht uns diesen Kommentar mit trauernder Ironie und Resignation. Er ist Koordinator der Asociación LGTBI Arco Iris [Regenborgen]. Er sieht müde aus, ermattet vom Stress und der Unsicherheit, ob der Tod ihn oder einen seiner Genossen an der nächsten Ecke erwartet. Die LGTB-Community hat allein seit Jahresbeginn 14 ihrer GenossInnen begraben.
Sie sind sich der Drohungen bewusst, die ihnen auf Schritt und Tritt folgen. Trotzdem war Erick Martínez, erzählt Donny Reyes, sehr optimistisch und besorgte die Pressearbeit für den 17. Mai, den Tag gegen Homophobie und Transphobie.
„Frustriert, mit Schmerzen und empört, denn es gibt keine Möglichkeit auszudrücken, was man empfindet. Wir haben sehr wenig Energie, aber wir begleiten Erick heute zu seinem letzten Abschied“.
Abschied von Erick

Der Bruder und Freund fügt an:
„Wir sind erschöpft, und ich glaube, das ist das Ziel dieser Regierung, uns zu erschöpfen und zu desartikulieren. Das kommt jeden Tag näher an uns heran. Es ist nicht mehr die gewöhnliche Compañera, der gewöhnliche Compañero im Viertel, sondern es rückt immer näher an unseren Kreis“.
Er sagt, Honduras müsse sich ändern und neu gründen. Er setzt seine Hoffnung auf die Resistencia und die Libre-Partei,  denn ein auf der Bewegung der honduranischen Massen basierender Volkssieg kann nicht nur die Verfassung ändern und seiner Comunidad zu mehr Rechten verhelfen, sondern auch die Mentalität der Menschen in Honduras verändern.

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(zas, 13.5.12) Erick Ramírez war auch Journalist gewesen. Er ist nun einer der 24 Medienarbeitenden, die seit dem Amtsantritt der Regierung Lobo am 27. Januar 2010 in Honduras ermordet worden sind.
Die Organisation der Necios/as (OPLN) berichtete am 11.5.12, dass seit dem Mord an Erick Ramírez vom 7. Mai 2012 eine weitere Kandidatin dieser Organisation für die Strömung FPR in der Partei Libre telefonisch und per SMS bedroht wird. Fanny Gevawer sagt: „Ich erhalte stark politisch und ideologisch geprägte Beleidigungen, mit denen ich angegriffen werde, weil ich für Rechte eintrete wie das auf sexuelle Diversität, die therapeutische Abtreibung, die Pille danach oder den Kampf der Frauen in diesem Land“.
Fanny Gevawer
 Die OPLN schrieb weiter, dass in ihrem Mai-Bulletin Fotos ihrer vier Libre-KandidatInnen abgedruckt worden sind. „Die vier Fotos“, schrieb OPLN, „sind von Erick Martínez, Fanny Gevawer, Mario Zepeda und Ana Rivera. Es fällt auf, dass Erick Martínez am 7. Mai ermordet wurde, und die Person, die seither bedroht wird, ist das die zweite der Abgebildeten, Fanny Gevawer. Das sorgt für grosse Beunruhigung im Menschenrechtskomitee Cofadeh, an das Fanny Gevawer gelangte“.

Beispiel für der Herren Weisheit

Samstag, 12. Mai 2012


(zas, 12.5.12) In Spanien werden mit der von Premier Rajoy bekannt gegebenen Bankeneform einige Banken gefressen werden – die Stimmen der WirtschaftzskommentatorInnen lassen Tragisches ahnen. Dabei geht ganz unter, dass Madrid jetzt plötzlich wieder ein paar Milliarden Euros für „Stützungsaktionen“ flüssig hat – werden die sich aber freuen, die grad wegsaniert werden, im Spital durch die Maschen fallen, wegen Kleinstdiebstahl einhocken. Die opfern sich bestimmt gerne für das Gemeinwohl, das bekannterweise vom Florieren der Banken kommt. So wie es das auch in den letzten Jahren tat, wie uns der (leider unfreiwillig) komische Artikel „Risikokredite in Spanien“ zeigt:

Spanische Häuser waren von der Subprime-Krise so gut wie überhaupt nicht betroffen, entsprechend bedeutungslos waren denn auch die Abschreibungen und damit zusammenhängend die ausgewiesenen Verluste in Zusammenhang mit Subprime-Krediten und Subprime-Kreditderivaten. Unmittelbar nach dem Zusammenbruch von Lehman wurde der spanische Bankensektor als einer der gesundesten weltweit gefeiert.

Kuba: Hintergründe zum Cyberkriegspropagandafilm FORBIDDEN VOICES


ASC/VSC  national@cuba-si.ch



Liebe Cuba-Interessierte

wer sich den rührigen Film "Forbidden Voices"  (über "drei Bloggerinnen in Kuba, Iran und China, die unter Lebensgefahr arbeiten") der Schweizerin Barbara Miller angesehen hat oder noch ansehen wird, sollte auch nachstehende Hintergrundinformationen kennen:

http://www.cuba-si.ch/index.php?lang=de&site=1&ID=1103

Ergänzend dazu ist zu erwähnen, dass die Realisierung des Films entscheidend von der Organisation "Reporter ohne Grenzen" mitgetragen wurde, zu der folgende Informationen wichtig zu wissen sind:
  • Die RSF hatten 2003 ihren Status als beratendes Mitglied der UNO eingebüßt, nachdem das Komitee der Vereinten Nationen für die Nichtregierungsorganisationen dies ein Jahr lang gefordert hatten.
  • »Ganz genau, wir erhalten Geld von der NED, und das bereitet uns kein Problem«, gab der damalige, langjährige  Chef von »Reporter ohne Grenzen«, Robert Ménard, 2005 zu. Doch die National Endowment for Democracy (NED) ist nicht irgendeine Organisation. Sie und die ihr untergeordneten Stiftungen unterstehen dem US-State Departement. Sie waren 1983 unter der Reagan-Administration gegründet worden, um zielgerichtet eine Politik zur Destabilisierung Kubas und des sandinistischen Nicaraguas zu betreiben.
  • Vor einem Jahr gab Ménard sein Buch "Vive Le Pen" heraus; er befürwortet auch die Todesstrafe...
Siehe auch:
http://www.cuba-si.ch/index.php?lang=de&site=9&ID=116

Wie sagt doch der US-amerikanische Politexperte Noam Chomsky, von der New York Times immerhin als “der wichtigste lebende Intellektuelle” bezeichnet, in „Media Control“:
 „…die Bürger demokratischer Gesellschaften sollten Kurse für geistige Selbstverteidigung besuchen, um sich gegen Manipulation und Kontrolle wehren zu können…“    
   
und Robert F. Kennedy junior, in einem Interview im Sonntagsblick vom 7. November 2004:
„Die Medien von heute sind das Ergebnis einer dreissigjährigen Strategie der amerikanischen Rechten. In den Siebzigerjahren entstand eine unheilige Allianz zwischen der umweltzerstörenden Industrie und den rechten Ideologen. Zuerst gründeten sie rechte Thinktanks im Schatten des Capitols. Dann übernahmen sie die Medien.“ 

Ignacio Ramonet, Journalist und ex-Chefredaktor von Le Monde Diplomatique:
„Früher sagte man von den Medien, sie seien die vierte Macht im Staat. Heute vergessen sie diese Aufgabe angesichts ihrer Verstrickung mit wirtschaftlicher und politischer Macht (…). Wir hatten früher wenig Information, heute haben wir viel Informationen, doch es ist verschmutzte Information, sie ist voller Lügen, verschwiegenen Fakten und falscher Schlussfolgerungen.“

Dr. Edgar Göll, Soziologe in „Sturmreif schreiben“:
„Vom Verfahren her ist der Umgang der Medien mit Kuba ähnlich wie der mit allen linken Aktivitäten und Projekten. Die Berichterstattung macht lächerlich, sie desinformiert, verunglimpft, unterstellt. Die politische Stärke des andern soll irrelevant erscheinen, etwa durch die verfälschte Angabe von Beteiligung an Demonstrationen. Die Analyse des Gegenüber und seine inhaltliche Kritik wird meist verheimlicht, ein „Einheitsdenken“ (Pierre Bourdieu) wird  forciert.“ 
                             
    
Roger Blum, ex-Präsident CH-Presserat am 2. Dezember 2000 im Tages Anzeiger!
„Die Zahl der Journalisten, die den berufsethischen Kodex nie gesehen haben, steigt offenbar“

Danke für die Aufmerksamkeit.
Mit freundlichen Grüssen
Samuel Wanitsch
Vereinigung Schweiz-Cuba
nationale Kordination

Argentinien und der Eurokolonialismus

Samstag, 5. Mai 2012





(zas, 22.4.-5.5.12) Vor einigen Tagen schrieb der argentinische Linksintellektuelle Atilio Borón in seiner Glosse „España, ¿cuál España?“ (Spanien, welches Spanien?), die virulenten Reaktionen  hoher spanischer Regierungsverantwortlicher „zeigen, dass  […] diese FunktionärInnen der Krone das Ergebnis der Schlacht von Ayacucho [Peru] immer noch nicht wahrgenommen haben, die 1824 die Zertrümmerung der Reste des spanischen Imperiums in dieser Weltgegend besiegelt hatte. Sowohl ihre Selbstinszenierung – von Wut verhärtete Gesichter, hochtrabende Phrasen, Mahnfinger von [Aussenminister] García-Margallo – wie der bedrohliche Gehalt ihrer Erklärungen, vor allem jene dieses Méndez de Vigo [Staatssekretär für die EU], der sagte, Argentinien werde sich in einen ‚internationalen Aussätzigen’ verwandeln und ‚extrem schlechte Konsequenzen’ zu tragen haben, falls die Interessen von Repsol-YPF beeinträchtigt würden, erinnern daran, dass leider die schlimmsten Traditionen des spanischen Kolonialismus fortleben“.

Nach der am 16. April 2012 von der argentinischen Präsidentin Cristina Fernández de Kirchner eingeleiteten Teilnationalisierung der Filiale YPF des Erdölkonzerns Repsol – im „öffentlichen Interesse“, wie sie betonte - tobte in den spanischen Regierungskreisen und Offizialmedien ein Sturm der Entrüstung. Sofern von „Argumenten“ gegen die argentinische Massnahme überhaupt die Rede sein kann, beschränken sich diese in der Regel darauf, die den Schritt auslösenden Energieversorgungsprobleme der argentinischen Wirtschaft auf staatliche Inkompetenz und Interventionismusgelüste zurückzuführen. Geht es „raffinierter“ zu, werden ein paar Lügen der Repsolführung über ihre angeblich gigantischen Investitionen in Argentinien zirkuliert, deren Ausbleiben nun jenes Land teuer zu stehen kommen werde.

Verlautbarungen aus Madrid und Brüssel lassen die Möglichkeit eines veritablen Handelskrieges gegen Argentinien erkennen, wobei noch unklar ist, was dabei Getöse ist, was realer Angriff. Der Sukkurs der PSOE-Führung und der spanischen Gewerkschaftverbände CC.OO. und UGT für die Regierung Rajoy gegen die relative Entprivatisierung der YPF spricht Bände über den kolonial-imperialen Konsens in Spanien (Página 12, 17.4.12), gegen den sich umgekehrt die Izquierda Unida oder die Bewegung der Indignad@s wenden. Und am 22. April 2012 stimmten die Fraktionen des Europaparlaments einem Aufuf an die EU-Kommission zu, als Repressalie für den „Rechtsbruch“ höhere Schutzzölle auf argentinischen Importen zu erheben. Mit dabei: die sozialdemokratische Fraktion. Einzig die Linken und erstaunlicherweise die Grünen verweigerten die Komplizenschaft. 

YPF - wir sind zurück

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Vorbereitung auf den 1. Mai in Zürich

Donnerstag, 26. April 2012



Die Kämpfe da und dort haben miteinander zu tun. Deshalb ist es nur richtig, auf einem vorwiegend mit Lateinamerika befassten Schweizer Solidaritätsblog zwischendurch auch auf zugespitzte Momente hierzulande zu verweisen.

Das 1. Mai-Komitee organisiert zum 1. Mai ein reichhaltiges Politprogramm, in dessen Rahmen auch den „CrashKurs Marxismus“. Auf zwei dessen Anlässe sei speziell hingewiesen:


Wer regiert die Schweiz? Ein Input von Ueli Mäder
Crash-Kurs Marxismus 4

Ueli Mäder
 Das Finanzkapital und die Großindustrie verfügen über viel Macht. Es gelingt ihnen, Teile der politischen Legislative zu vereinnahmen. Und die Exekutive verhält sich oft schwach gegenüber wirtschaftlich Starken und stark gegenüber sozial Benachteiligten. Gleichwohl wissen wir noch viel zu wenig über das Zusammenspiel zentraler Machtgefüge, das Soziologe Ueli Mäder derzeit mit einem Team weiter untersucht. Er berichtet über erste Erkenntnisse. (Siehe auch den Artikel von Ueli Mäder im CrashKurs Marxismus-Blog.)

Ueli Mäder ist Professor für Soziologie an der Uni Basel und der Hochschule für Soziale Arbeit. Er leitet das Institut für Soziologie und das Nachdiplomstudium in Konfliktanalysen.

Montag, 30. April 2012,  19.30 Uhr, im Zeughaus 5


Raum- und Crowd-Kontrolle – das Zürcher Beispiel

Crash-Kurs Marxismus 1


Bei der Kontrolle des öffentlichen Raums setzen die Behörden auf vernetzte Kommunikation und IT. In Einsatzleitsysteme, Trackingsysteme, elektronische Kommunikation und die Zusammenführung und Darstellung aller vorhandenen Daten investieren die "Blaulicht-Organisationen" der beschaulichen Provinzstadt Zürich Millionen. Öffentlich zugängliche Dokumente zeigen, wie in den Köpfen der Blaulichtstrategen der Polizist mit Knopf im Ohr und GPS zum kleinen Navy-Seal mutiert. Die Unterlagen ermögichen erstaunliche Einblicke in die urbane Sicherheitsarchitektur des 21. Jahrhunderts. Eine Präsentation von Walter Angst.

Walter Angst ist Gemeinderat der Alternativen Liste in Zürich.

Samstag, 28. April 2012, 16 Uhr, Glaspalast


Gerade zum letzten Thema haben auch die Gruppen des „Revolutionären Bündnis“ Erfahrungen und Erkenntnisse beizusteuern. Sie tun dies im Rahmen ihres Politprogramms zum 1. Mai u.a. am

Sonntag, 29. April – Kanzleiareal, Zürich, 17 - 18 Uhr


Die andere Seite der Barrikade

Weggewiesen und in Beugehaft: Was tun angesichts des verschärften Durchgreifens von Polizei, Staatsanwaltschaft und Gericht? Mit Anwalt und betroffenen Militanten von den Strassenkämpfen am Bellevue, beim Central und am Helvetiaplatz.

Südmexico-Soli-Newsletter April 2012

Neuigkeiten zu Chiapas und Oaxaca news@chiapas.ch





Newsletter April

VERANSTALTUNGEN
1. Mai
Demo: Besammlung 09:30 Lagerstrasse (Höhe Reitergasse, hinter dem 1.-Mai-Komitee Fronttranspi)
Am 1.Mai-Fest auf dem Kasernenareal Zürich werden wir mit einem Infostand am Samstag, 28. April (nachmittags, nur bei trockenem Wetter) präsent sein, sowie am 1. Mai selbst. Dieses Jahr werden wir keine Infoveranstaltung durchführen.
Infos zu den Veranstaltungen, Konzerten und Diskussionen rund um den 1.Mai 2012: www.1mai.ch/2012/index.php?id=13

CHIAPAS
Am 19. April wurde der indigene Lehrer Alberto Patishtán 41 Jahre alt, gleichzeitig ist er schon bald 12 Jahre zu Unrecht im Gefängnis. Im Landkreis El Bosque hatte Alberto eine Kampagne gegen die Veruntreuung öffentlicher Mittel durch den damaligen Präsidenten des Bezirks Manuel Gómez Ruiz initiiert. Dies wurde ihm zum Verhängnis: Am 19. Juni 2000 wurde Alberto Patishtán ohne richterlichen Haftbefehl verhaftet und angeklagt, an einem Überfall am 12. Juni 2000 beteiligt gewesen zu sein, bei dem sieben Polizisten ums Leben kamen. Trotz Ungereimtheiten in den Zeugenaussagen und den Aussagen von drei Entlastungszeugen wurde Alberto zur Höchststrafe von 60 Jahren verurteilt. Im Oktober 2011 wurde Alberto nach Sinaloa in ein Hochsicherheitsgefängnis verlegt, 2 000 Kilometer von seiner Familie und Freunden entfernt.
Wir fordern: Freiheit für Alberto Patishtán! Dazu haben wir eine Postkartenaktion an die mexikanische Botschaft initiiert, welche im Postversand verschickt wurden. Bitte schickt die Postkarten an die Botschaft. Wer im Freundeskreis weitere verteilen will, kann sie bei uns am 1.-Mai-Stand abholen oder bestellen unter: soli@chiapas.ch

OAXACA
Alba Cruz erhält erneut Morddrohungen
Die Anwältin Alba Cruz, welche die Folterüberlebende vom 2006 und weitere Repressionsopfer verteidigt, bekam am 13. und 14. April Morddrohungen per SMS. Dies nur 48 Stunden nach dem Auftritt des PRI-Kandidaten für die Präsidenschaftswahlen in Oaxaca. Gleichzeitig erhielt auch Reyna Rivera eine solche Drohung. Reyna ist die Ehefrau des Gewerkschafters Marcelino Coache, welcher politischer Gefangener war und an den Folgen von Folter und Repression leidet, aber dennoch weiterhin politisch aktiv ist.
Urgent Action zum Unterschreiben: http://www.chiapas.eu/ua2.php?id=116

Protestschreiben gegen Ermordung von Bernardo Vázquez Sánchez
Wie wir im März-Newsletter berichteten, wurde am 15. März der Menschenrechtsverteidiger und Minengegnern Bernardo erschossen. Sein Bruder und seine Cousine wurden ebenfalls verletzt. Sie setzten sich für die Landrechte der Bevölkerung ein und setzten sich in der Organisation Coordinadora de Pueblos Unidos del Valle de Ocatlán gegen den Bergbau der Firma Cuzcatlán, eine Tochtergesellschaft der kanadischen Fortuna Silver zur Wehr.
Urgent Action zum Unterschreiben: http://www.chiapas.eu/ua2.php?id=115

Finnland fordert von Mexiko Aufklärung von Morden
Zwei Jahre nach dem Mord an Menschenrechtsbeobachtern im Süden Mexikos fordert Finnland die Regierung und die Behörden im Bundesstaat Oaxaca zum Handeln auf. Bei einem paramilitärischen Angriff am 27. April 2010 waren neben der Mexikanerin Bety Cariño auch der Finne Jyri Jaakkola ums Leben gekommen. Omar Esparza, der Witwer von Bety Cariño gab nun in Mexiko City bekannt, dass in Finnland ein Gerichtsverfahren angestrebt würde.

Wahlkampf
Der Präsidentschaftskandidat der Ex-Staatspartei PRI liegt in den Umfragen weit vorne. Beim Volk ruft er mit seiner Wahlpropaganda Protest hervor.
Bericht: Der Ortstermin beim Wahlkampf im Süden Mexikos:

MEXIKO
Eine Woche offizieller Wahlkampf in Mexiko
Seit rund einer Woche befinden sich die Präsidentschaftsanwärter in Mexiko offiziell im Wahlkampf. Am kommenden 1. Juli wählen die Stimmberechtigten neben dem Präsidenten auch 500 Parlamentsabgeordnete, 128 Senatoren, sechs Gouverneure und den Regierungschef des mexikanischen Bundesdistrikts. Ingesamt werden hierbei 2.127 politische Ämter neu vergeben. Weiterlesen: http://amerika21.de/nachrichten/2012/04/50566/mexiko-wahlkampf-2012

Drogenkrieg
Der Drogenkrieg in Mexiko hat schon fast 60 000 Menschen das Leben gekostet. Die pragmatische Lösung wäre die Legalisierung.
Ein Hintergrundartikel dazu: Koks für die Welt, der Tod bleibt hier: http://jungle-world.com/artikel/2012/15/45240.html
Im Kampf gegen die Mafia ist die mexikanische Regierung nicht in der Lage, die eskalierende Gewalt zu beenden, sondern ist vielmehr Teil des Problems. Eine Protestbewegung gegen Mafia und Regierung formiert sich und einige Dorfgemeinschaften haben das Gesetz inzwischen selbst in die Hand genommen.
Ein weiterer Hintergrundartikel: Nimm die Bestie: http://jungle-world.com/artikel/2012/13/45144.html

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Selbstmorde und "dolce vita" in der NZZ

Mittwoch, 18. April 2012

Inhaltsverzeichnis Correos 169


Inhaltsverzeichnis Correos 169. 8. März 2012


Haiti
Minustah in Zahlen
Man stutzt, man ist schockiert, man erkennt – so vielleicht liesse sich der Prozess beim Lesen der folgenden Angaben beschreiben. Die nach dem Sturz von Präsident Aristide und der erneuten Besetzung des Landes aufgestellte militärisch-polizeiliche UNO-Mission für Haiti, Minustah, unter brasilianischer Leitung gibt vor, die „Gewalt“ bekämpfen und das Land in die Demokratie führen zu wollen.
Center for Economic and Policy Research

Chile
Solidarität statt 5 Kreditkarten pro Person
Der Widerstand gegen ein elitäres Bildungssystem ist nur ein Teil der zunehmenden gesellschaftlichen Kämpfe. Eindrücke eines Schweizer Aktivisten.
Ernesto Kessler

Peru
Humala driftet nach rechts
Das alte Lied: Ein Minenmulti erhält seinen Ausnahmezustand, die Bevölkerung verliert ihr Wasser. Von einer Regierung durchgesetzt, die anderes versprochen hatte.
Cecilia Remon

Menschenrechtsterrorismus
Warum in Peru Menschenrechte terroristisch sind.
Belen Fernández

Honduras
Die Rückkehr des William Walker
Die Gruppe Ofraneh (Organisación Fraternal Negra Hondureña), eine Organisation der schwarz-karibischen Garifunas in Honduras, sieht im Vorhaben, eine erste „Modellstadt“ bei Trujillo an der Karibikküste aufzubauen, eine Gefährdung ihres Habitats. Zwei Artikel, der erste vom 4. Januar 2012, der zweite vom 17. Januar 2012, beleuchten das Problem.
Ofraneh

Brasilien
Kampf gegen Rassismus und „Sozialhygiene“ in São Paulo
Antirassistischer Widerstand im Nobelquartier von São Paulo. Dieses, entworfen von detuschen Architekten, heisst tatsächlich Higienópolis!
Wilson H. Silva

Kuba
Ohne Eile und ohne Pause
Allmählich treten die Konturen der wirtschaftlichen Entwicklung in Kuba klar hervor. Gelingt es, soziale Grundwerte der Revolution zu retten?
Franco Weiss




Mexiko I
Drogenkrieg: Vorwand für landesweiten Armeeeinsatz
Der bekannte mexikanische Anthropologe López y Rivas begreift den „Drogenkrieg“ als Teil der Steuerung der globalen Ökonomie und Herrschaft. Hoffnung sieht der ehemalige Berater der zapatistischen Befreiungsbewegung in den indigenen Autonomiekämpfen.
Christiane Schulz befragt Gilberto López y Rivas

Lateinamerika
Für einen US-Angriff auf Alba-Länder
Einige US-Mainstream-ExponentInnen sprechen deutlicher als andere aus, was Kriegessache sein soll. Hören wir ihnen zu.
Venezolana de Televisión


Mexiko II
Tödlicher Konflikt um kanadische Silbermine in Oaxaca
Regierung versprach „Frieden und Fortschritt“ – aber  für wen?
Philipp Gerber

Regierung am WEF: Hoch die Multis, nieder die Ernährung!
Natasha Pitts

NAFTA hungert Mexiko aus
Laura Carlsen

El Salvador
Die Rückkehr der Gangster
Präsident Funes betreibt eine Remilitarisierung des Landes nach US–Vorgaben.
Dieter Drüssel

Klima
Klima-Apartheid
Anlässlich der „Klimakonferenz“ von Durban vom letzten Dezember verpassten die Mainstream-Medien der EU einen ökologischen Glanz. Leider liess sich selbst die WoZ (15.12.11) Sand in die Augen streuen liess. Es sei der EU nämlich gelungen, die besonders vom Klimawandel betroffenen Länder „für eine Allianz für mehr Klimaschutz zu gewinnen“. Die Wirtschaftskrise mache deutlich, „dass die alten Industriestaaten nicht einfach für alle Kosten aufkommen können, während etwa China auf riesigen Währungsreserven sitzt“. Man reibt sich die Augen: Wer ist bisher für was „aufgekommen“? Klimapolitik sei heute keine Frage mehr von „Arm gegen Reich“. Doch die  bekannte mexikanische Forscherin beleuchtet hier, dass Durban real weitere Klimazerstörung und einen intensivierten Angriff auf die bäuerliche Nahrungsproduktion weltweit Opfer darstellt.
Silvia Ribeiro

Schweiz
Nichts zu lachen für Nestlé-KritikerInnen
Während Paramilitärs in Kolumbien die dortige Nestlé-Niederlassung mit Mord von unbotmässigen Mitgliedern der Gewerkschaft Sinaltrainal „befreien“, verfolgt der Konzern generell die Linie, ’vernünftige’ Linke einzubinden, die anderen auszugrenzen. Mit Erfolg: Nicht einmal die Bespitzelung von Attac durch Nestlé hielt Schweizer Hilfswerke davon ab, dem Konzern das Gesicht zu waschen (vgl. Correos 176, September 2011). Mit Erfolg auch vor dem Schweizer Strafrichter. Zum neuen Zivilrechtsverfahren gegen Nestlé und die Spitzelorganisation Securitas zwei Berichte aus der Zeitung „Junge Welt“.
Hans Schäppi und Germaine Spoerri

Medienmitteilung
Holcim ist in Guatemala massgeblich am Vorhaben beteiligt, eine Zementfabrik gegen den grossen Widerstand der ansässigen Bevölkerung zu bauen. Bisher konnte der Multi auf die Dienste der guatemaltekischen Repressionskräfte gegen die Bevölkerung zählen. Neu ist nun, dass KritikerInnen aus Guatemala auch in der Schweiz unter Druck gesetzt werden.
Guatemalanetz Bern und Multiwatch

Mali: Chronik einer programmierten Rekolonialisierung

Sonntag, 8. April 2012



(zas, 8.4.12) Der Libyen-Krieg geht weiter, aktuell – nach den letzten Kämpfen in Südlibyen - in Mali.

Malische Intellektuelle des Forum pour un autre Mali, darunter auch die bekannte Schriftstellerin und Linksaktivistin Aminata Traoré, haben auf der Seite der mit dem Weltsozialforum verbundenen Gruppe, Texte veröffentlicht, die uns zwar nicht alles erklären, aber doch wichtige Hinweise zum Verständnis des aktuellen Geschehens geben. Für sie stellen die aktuellen Vorgänge Momente einer neuen Kolonialisierung der Sahelzone und Afrikas dar, wesentlich mit vorangetrieben von Frankreich und der NATO. Den kürzlichen Militärputsch werten sie mehr als Versuch, der realen Misere des „demokratischen Musterlandes“, als welches die westliche Propaganda Mali oft hinstellte, zu begegnen denn als Putsch im faschistischen Sinne. Vor allem auch als Antwort auf das Verheizen von malischen Soldaten im Krieg gegen die Tuareg-Front. Umgekehrt sehen sie die Embargointervention der westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft Cedeao (oder Ecowas) als Teil der neuen imperialen Erschliessung des Kontinents. Was die Tuaregrebellion in Nordmali betrifft, erklären sie diese zwar mit historischen Ungerechtigkeiten (von der neokolonialen französischen Staatsgründung in den 1950er Jahren bis zur aktuellen neoliberalen Despotie), beharren aber auf der territorialen Unteilbarkeit Malis. Sie machen eine Tendenz zur „Balkanisierung“ in afrikanischen Ländern aus, mit dem Ziel der Transnationalen, sich so die agrarischen und Rohstoffreichtümer der Region noch besser aneignen zu können. Die Tuaregrebellion begreifen sie auch als Moment, auf einen alten französischen Plan zurückzukommen, den Paris erst mit der Unabhängigkeit Algeriens beerdigen musste: die Zusammenfassung der Sahelzone in einer Organisation des Etats Riverains du Sahara (OERS).

Hier zwei kurze Texte des malischen Forums:

État des lieux vom 7.2.12
Le Mali : chronique d’une recolonisation programmée vom 4.4.12


Ergänzend zwei kurze Notizen von Helmut Dietrich von der Forschungsgesellschaft Flucht und Migration:

Sahara als internationale militarisierte Sperrzone? vom 5.4.12

Peru/Schweiz: Veranstaltung zu Xstrata, Basel, 4. Mai

Donnerstag, 5. April 2012

Liebe Lateinamerika-Interessierte,

ALBA lädt herzlich ein zu einer Veranstaltung über die Machenschaften von Xstrata und die Folgen des Kupferabbaus in der Provinz Espinar in Peru. Eine Delegation berichtet (Details s.unten):

Freitag, 4. Mai 2012, 19 Uhr (Apéro ab 18.30 Uhr)
im Gewerkschaftshaus, Rebgasse 1, 4058 Basel


Mit Übersetzung von Spanisch in Deutsch.
Hier einige Infos zu Espinar. Die Veranstaltungen mit einer Vertretung von Espinar wird in Basel am 4. Mai stattfinden. Ich werde den Raum und die Übersetzungsanlage reservieren. Evt. wäre es gut, wenn wir auch die Übersetzung gewährleisten können.
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Betreff: Expinar

Hier stichwortartig die wichtigsten Informationen:

Xstrata betreibt in der Provinz Espinar, Region Cusco, auf 4100m die Kupfermine Tintaya. 2010 produzierte Tintaya 93'000 Tonnen Kupfer, dazu wurden 85 Millionen Tonnen Stein verarbeitet.

Wasserproben und Untersuchungen der Sedimente von betroffenen Flüssen förderten eine massive Verschmutzung der Umwelt zutage. Im Wasser werden die Grenzwerte für Aluminium, Arsen, Eisen und Molybdän massiv überschritten. In den Flusssedimenten fanden sich viel zu viel Antimon, Arsen, Kupfer und Blei. Diese Umweltverschmutzung, die auch die Menschen gefährdet, steht in direktem Zusammenhang mit der Minentätigkeit.
Xstrata hatte mit der Gemeinde Espinar einen Rahmenvertrag abgeschlossen, in welchem der Schutz der Umwelt festgehalten wurde. Offensichtlich hat sich Xstrata dieser Verpflichtung entzogen. Als der Minenmulti mit den Resultaten der Untersuchung konfrontiert wurde, erklärte er die Gespräche mit der Gemeinde für beendet. Stattdessen begann er eine intensive Imagekampagne für das Unternehmen und gegen die indigenen Gemeinden und deren Vertreter. Die lokalen Behörden sollen destabilisiert und die Gemeinden gespalten werden. Statt den Umweltschutzauflagen nachzukommen, plant Xstrata einen Ausbau der Mine, der das Problem weiter verschärfen wird.

Eine Delegation aus Espinar wird über diese Zusammenhänge informieren und hofft auf Solidarität, insbesondere auch Druck gegenüber Xstrata hier in der Schweiz.

Südmexico-Soli-Newsletter März 2012

Mittwoch, 28. März 2012

Newsletter März
OAXACA
Sprecher des Minenwiderstands ermordet
Bisher unbekannte Täter haben am Donnerstagabend in Oaxaca den Sprecher der »Koordination der Dörfer des Tales von Ocotlán« ermordet. Der Bruder des Ermordeten vermutet die Täter im Umkreis des PRI-Bürgermeisters von San José, die paramilitärisch organisiert seien. Bernardo Vásquez Sánchez ist das jüngste Opfer, das unter den Minengegnern zu beklagen ist. Er war ebenfalls Aktivist gegen die Silbermine der Firma Cuzcatlán, eine Tochtergesellschaft der kanadischen Fortuna Silver.
Kriminalisierung von Menschenrechtsverteidigerin
Bundespolizisten haben am 22. Februar die Aktivistin Bettina Cruz Velázquez in der Nähe von Juchitán festgenommen. Die Sprecherin der »Versammlung für die Verteidigung des Landes und des Territoriums« wurde im Oktober bei einer gewaltsamen Auflösung einer Strassenblockade verletzt, bei der ein anderer Aktivist getötet wurde. Die Organisation setzt sich hauptsächlich gegen europäische Unternehmen zur Wehr, welche bei der Erstellung von Windparks die Bewohner über den Tisch gezogen haben, indem sie nicht über die negativen Folgen informiert und die Bevölkerung mit tiefen Pachtzahlungen abgespeist hatten.
Trotz der schwerwiegenden Vorwürfe kam Bettina Cruz dank nationalen und internationalen Protesten gut 24 Stunden nach ihrer Verhaftung wieder frei. Dies feiern die sozialen Bewegungen in Mexiko als Erfolg. »Heute ist Bettina Cruz ein Symbol des Kampfes um die Einhaltung der Menschenrechte in Oaxaca«, schreibt beispielsweise die NGO Educa, die indigene Gemeinden in der Verteidigung gegen Megaprojekte berät.

GUERRERO
Menschenrechtler frei, aber weiter in Gefahr
Der indigene Menschenrechtsverteidiger Maximino García Catarino ist aus dem Gefängnis in Ayutla de los Libres, im mexikanischen Bundesstaat Guerrero, freigelassen worden. Er befindet sich noch immer in Gefahr, Opfer von Vergeltungsmassnahmen zu werden.

MEXIKO
UNO-Bericht: Regierung an Verschwindenlassen beteiligt
In ihrem Bericht zieht die »Arbeitsgruppe gewaltsames und unfreiwilliges Verschwinden« (GTDFI) der UNO den Schluss, dass mexikanische Regierungsorgane und Beamte am gewaltsamen Verschwindenlassen von mexikanischen Menschenrechtsaktivisten und von MigrantInnen beteiligt waren. In den mehr als fünf Jahren der Regierung von Felipe Calderón hat das Phänomen des Verschwindenlassens stark zugenommen. Laut GTDFI stieg die Zahl der Anzeigen seit 2006 von vier auf 77 im 2010. Dazu kommt dass viele Familienangehörige erst gar keine Anzeige aufgeben, da sie den Behörden aufgrund derer Involviertheit misstrauen. Seit 2006 seien ca. 3.000 Menschen davon betroffen.
Die Nationale Menschenrechtskommission Mexikos (CNDH) dokumentierte in den Jahren 2005 bis 2011 27 Fälle ermordeter MenschenrechtsaktivistInnen. Die meisten Angriffe wurden in den Bundesstaaten Chihuahua, Chiapas, Oaxaca und Guerrero verübt. Zudem seien bei etwa neun Prozent der mehr als 11.000 entführten MigrantInnen, die im Zeitraum April bis September 2010 registriert wurden das Migrationsamt (INM) und Polizisten aller drei Ebenen beteiligt gewesen.
Offener Brief von Amnesty zum Thema Verschwindenlassen:http://www.chiapas.eu/news.php?id=6341

Drogenkrieg: US-Vizepräsident will ihn beibehalten
Für die USA ist die Legalisierung von Drogen kein Thema. Dies machte Vizepräsident Joe Biden bei seiner Reise nach Mexiko und Honduras klar, in deren Rahmen er auch am Treffen der zentralamerikanischen Präsidenten teilnahm. Die Reise ist als Reaktion auf den von den Präsidenten Costa Ricas, Guatemalas, Kolumbiens und Mexikos geäußerten Wunsch zu verstehen, über die Entkriminalisierung des Drogenkonsums zu diskutieren.

Drogenkrieg: Die Dokumentare des Todes
JournalistInnen, die kritisch über den Drogenkrieg in Mexiko berichten leben gefährlich. Sie werden oft selber zu Opfern der Drogenkartelle. Gleichzeitig sollen sie der Polizei bei der Verhaftung von Mitgliedern der Kartelle zu einem guten Image verhelfen, obwohl diese selber nicht vor Folter zurückschreckt.
Blog grenzüberschreitend: http://grenzueberschreitend.blogspot.com/

HINWEISE UND VERANSTALTUNGEN
»Das Recht glücklich zu sein - El derecho de ser feliz«
Buch und Film über das »Erste Treffen der zapatistischen Frauen mit den Frauen der Welt
« in La Garrucha, Chiapas, Mexiko: http://www.chiapas.eu/news.php?id=6343
Ostermarsch »Stopp der wirtschaftlichen Gewalt – Rohstoffe zum Leben«
Ostermontag, 9. April 2012: 13 Uhr: Treffpunkt im Eichholz (Tram 9 ab Bhf bis Wabern Endstation), 14.30 Uhr: Schlusskundgebung auf dem Münsterplatz

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http://www.chiapas.ch
http://lists.chiapas.ch/mailman/listinfo/news

El Salvador: Wahlen

Dienstag, 13. März 2012

Hallo

(PS: alles im Zeitstress geschrieben, kein Korrekturprogramm, keine Zeit, nichmals durchzugehen: Entschuldigt also Orthographie u.ä.)

(San Salvador, 13.3.12) Hier ist nicht gerade Feststimmung und dass wir dieser Tage zu viel geschlafen hätten, lässt sich auch nicht behaupten. 

Ich lege unten das Communique des FMLN bei, das mir wesentliche Punkte zu enthalten scheint. 

Der heavy Rückschlag ist weniger auf der Parlamentsebene als auf jener der Städte, insbesondere im Grossraum San Salvador . Mejicanos, Soyapango, Ilopango, Apopa, Ayutuxte u.a. verloren ... knapp, aber halt schon. Soya und Mejicanos: Die Differenz zu Arena war weniger als die Stimmenzahl, die der zentristische CD germacht hat. In Koalition mit ihnen hätte der Frente gewonnen. Dass es dazu nicht gekommen ist, dürfte vor allem mit Triumphalismus zu tun gehabt haben.  Aber nicht zu vergessen: Hier hatten wir bisher mit 20 Punkten Vorsprung gewonnen.

Was also ist geschehen?

Erste Erklärungselemente: 

1. Ich habe keine Vergleichszahlen zur Hand, aber ich denke, die Stimmbeteiligung ist im Vergleich zu den Parlaments- und Gemeindewahlen 03 und 06 zurückgegangen (09 jann nur bedingt zum Vergleich herbeige gezogen werden, da hier die  von der Präsidentschaftswahl  dominierte). Bei den füheren Wahlen ist zu berücksichtigen, dass das Wahlregister (Padrón) mit Toten und EmiograntInnen massiv aufgeblasen war, die reale Stimmbeteiligung als höher als die am Padrón gemessene war. Dieses Mal ging rund die Hälfte der Wahlberechtigten zur Urne.

2. Das zeigt sich auch darin, dass sowohl Arena wie der Frente gegenüber den Parlamentswahlen 2009 Stimmen verloren haben, Arena ein wenig, der Frente über 100'000 Stimmen (auf jetzt knapp 800'000). Die kleinen Parteien inklusive Gana haben davon nicht profitiert. 

3. Der Frente hat in den Städten Verluste erlitten, dafür in traditionell konservativen Armutszonen des Landes an Stimmen gewonnen. Also dort, wo die Sozialprogramme der Regierung (Schule, Gesundheit, Pensionen etc.) einen wichtigen Unterschied machen. Beispiel: Der FMLN gewinnt erstmals die stockkonservative rurale Armutsgemeinde Rosario de Mora in San Salvador...

4. ... und verliert dafür Soya! Die Befürchtung im Wahlvorfeld, dass Teile der Mittelschichten ihre Stimmen nicht mehr dem Frente geben würden, hat sich bestätigt. Es scheint, dass viele aus den unteren Mittelschichten/besserer ArbeiterInnenklasase zuhause geblieben sind. Voto castigo - Abstrafung per Stimme - über Abstinenz. Die "Vorstädte" wie Mejicanos, Soyapango sind mherhietlich Unterklasse, aber deswegen darf man die untere Mittelschicht/etabliertere ArbeiterInnenklasse )Mejicanos etwa Metropolis, Zacamil) nicht vergessen.  

5. Diese Schichten haben im Vergleich zu den Erwartungen auf einen Cambio wenig von der Regierungspolitik profitiert. Die Sozialprogramme greifen weiter unten. Funes, der Präsident, hat mehrere Ansätze des Frente, die dieser im parlament durchbrachte und die den Mittelschichten was gebracht hätten, mit Argumenten wie  Rechtssicherheit für die Investoren blockiert:  Die Abschaffung der Fixkosten beim Festnetzanschluss, die Reduktion der unglaublich hohen Zinsen auf Kreditkarten (bis úber 50 Prozent!) auf die Hälfte u.a. Andererseits sind (K)MU-Wohltaten wie staatliche produktive Bankkredite erst am Anlaufen - die können sich aber, wenn Funes nicht weiter foul spielt, auf die Präsidentschaftswahlen 2014 auswirken. Die "Rationalisierung" der Subventionen für Gas, Wasser und Strom trifft vor allem Mittelschichten - unten wird weiter subventioniert (mit Problemen allerdings bei Microempresas). Unklar scheint mir, ob die massive Desinformations- und Angstkampagne der Unternehmerverbände und der Medien bezüglich der letzten Dezember verabschiedeten Steuerreform (progressive Steuern, massive Schonung der Unterklassen und Belastung der Reichen, Besteuerung der Unternehmensgewinne) ebenfalls zur Abstinenz dieser Schichten beigetragen hat.

6. Die Kanterniederlage in der Gemeinde San Salvador (FMLN hinkt 30 Punkte hinter Arena her) bedarf weiterer Untersuchung. Ich schliesse aus, dass dies das reale Verhältnis widerspiegelt. Zusätzñicvh zu den genannten und weiteren gesellscaftlichen Erklärungen könnten hier auch legale und illegale Betrugsmomente mitspielen. Einerseits ist das EinwohnerInnenregister, Basis des Wahlregisters, dank Funes weiter rechts dominiert (Funes hatte vorletztes Jahr Einspruch gegen ein Gesetz erhoben, dass der Frent im Parlament durchgebracht hatte und das endlich eine reale Kontrolle gebracht hätte). Dank Funes konnten auch alte Ausweise, die seinerszeit ohne Geburtsurkunde erhältlich waren (zwei EinwohnerInnen einer Gemeinde mussten stattdessen die Echtheit der Personalien der Gesuchsstellerin bezeugen), problemlos mit neuen, gültigen, ersetzt werden. Eine Fragestellung, auf die ich nie eine klärende Antwort erhalten habe: wie genau läuft welche Kontrolle im einwohnerInnenamt (RNPN)? 
Ein anderes Moment: Kúrzlich am Flughafen über Mittag hatte es enorm viele Ankommende mit Flügen aus den Staaten und Zentralamerika. So viele, dass ein gelandetes Flugzeug seine PassagierInnen während 45 Minuten nicht aussteigen liess, weges des Gedränge draussen. Auch zur Weihnachtszeit hatte ich nie soviele Ankommend gesehen. Die Leute waren von hier  vielleicht aus Zentralamerika. Später las ich im EdH, dass die Fluggesellschaft Taca vom 2. - 9.3. ihre Preise für  Flüge nach El Sal für Compatriotas um die Hälfte reduziert habe. Vorstellbar, dass sie einfach nicht verkaufte Plätze an ARENA-Basis im Ausland (oder auch an mit den "richtigen"  Ausweisen ausgerüstete Leute aus ZA) verschenkt hat - Beitrag zur Kampagnenfinanzierung. Das könnten dann mehrere 1000 leute gewesen sein, eventuell auch über 10'000. Fakt ist, bei allem Rumfragen (angefangen bei der Polizistin am Flughafen bis zu den Compas der Partei) bekam ich nie eine plausible Erklärung für den anormalen Massenandrang. 
Pero bueno - solche Elemente sind einzubeziehen, stellen aber nicht die wichtigste Erklärung dar. 

7. Der FMLN war elektoral auf jeden Fall in eienr Zwickmühle. Eine UCA-Umfrage ergab kürzlich als Moment, das den FMLN am meisten begünstigte: die Regierungspolitik. Und als Element, das den Frente am meisten schädigte: die Regierungspolitik.
So unübersehbar die Differenzen Funes/FMLN auch waren, die Leute sagen nicht ganz zu Unrecht: Ihr habt den Präsienten ins Amt geholt, ihr haftet für ihn. Und die Differenzen mit Funes stossen oft sauer auf: Viele mögen keinen Streit, sondern verlangen, ganz im Duktus des berüchtigten gesunden Menschenverstandes und der reaktionären Begrifflichkeit von der "classe politique", dass produktiv zusammengearbeitet werde. In Apopa spielte so bestimmt auch der Streit um die Person der Kandidatin für die Alcaldía eine Rolle: Aus politischen Gründen verhinderte die Frentleitung eine erneute Kandidatur der bisherigen Bürgermeisterin, die daraufhin eine üble Kampagne gegen ihre erwartete Nachfolgerin lostrat, die mit Bestimmtheit Stimmen kostete. 

8. Momente wie Triumphalismus verhinderten an mehreren Orten eine Sieg in Koalition mit zwar eher unapettitlichen, aber für die Verdauung genügend schwachen  Kräften wie dem CD, die den Sieg gebracht hätten. Zudem bin ich immer noch nicht davon überzeugt, dass das Gerede von unserem "sicheren zukünftigen Bürgermeister" nicht schaden, wenn nicht nur die Umfragen, sondern auch die Unsicherheiten der Basismitglieder eine andere Sprache sprechen. Das gibt eine Pseudowelt.

9. Verwandt damit, aber schwierig zu lösen, ist die Frage des Kampagnenenthusiasmus. Man tritt nicht an, um zu verlieren. Die Leute in ihren Zusammenhängen setzen ihre Hoffnungen auf einen Wahlsieg, ihre Mobilisierungen best[atigen einander gegenseitig, aus der Hoffnung wird Gewissheit... Das zu "kritisieren" ist leicht, wie bei vollem Engagment trotzdem realistisch bleiben (ohne zu demotivieren(), ist eine andere Kunst.

10. Bei den letzten Wahlen machte der Frente national 40 Prozent, Arena 37. Heute machte der Frente 37 Prozent, Arena stieg etwas. Insofern ist  - bei allen herben Schlägen - das Kräfteverhältnis nicht massiv verändert. Die Gefahr ist nun, dies zum Anlass zu nehmen, die Gründe für die Niederlagen nicht zu begreifen und in Zukunft zu berücksichtigen - von der Person der KandidatInnen über reale Basisoreintierung der Partei bis zum Widerspruch: Regierungspartei in einer Regierung, deren Politik wesentlich von traditionellen Mächten (Washington, IWF, Kapital)  bestimmt wird. 

11. Dem FMLN stehen keine einfachen Zeiten bevor. Er muss navigieren in einem Land, das von den USA und der Gangsteroligarchie in einen neuen Krieg geführt wird, in einem Land, in dem die Leute viel zu oft Angst haben müssen, auf die Strasse zu gehen - wegen der maras. In dem die Rechte vorerst allen medialen Aufwind hat. In dem die "Zivilgesellschaft" zusammen mit den Think Tanks der Unternehmerverbände jetzt eine "demokratische" Erneuerung der Parteiführung des Frente fordert. Dessen realer Prozess des Cambio auch in linken Medien im Asuland immer mehr deformiert dargestellt wird. Eine Partei, deren teilweiser Triumphalismus jetzt erstmal gestoppt wird, aber auf die Dauer nur, wenn sie nicht in Opportunismus iund Verdrängung verfällt. 

Nicht einfach, nicht hoffnunglos.
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COMUNICADO DE LA COMISION POLITICA DEL FMLN
SOBRE LAS ELECCIONES DEL 11 DE MARZO DEL 2012
La Comisión Política del FMLN da a conocer sus primeras valoraciones sobre
los resultados, conclusiones y perspectivas en relación al reciente evento
electoral.
1. Felicitamos al pueblo salvadoreño por su manifestación de civismo,
expresada en su participación en el ejercicio del derecho a escoger a sus
representantes en los gobiernos locales y la Asamblea Legislativa.
2. Felicitamos a la militancia del FMLN, a sus simpatizantes y colaboradores
por el enorme esfuerzo realizado en toda la campaña electoral, que concluirá
con el escrutinio.
3. Agradecemos a toda la población salvadoreña que confió en nosotros al
votar por nuestro partido y nuestras candidaturas.
4. Reconocemos los resultados electorales preliminares sujetos al escrutinio
definitivo, dados a conocer por el Tribunal Supremo Electoral que establecen
que a nivel nacional para diputados, obtuvimos 2.9 % menos de los votos que
alcanzó nuestro principal adversario.
5. Destacamos la importante victoria de nuestro partido y nuestro pueblo al
ganar 90 municipios, dentro los cuales, se incluyen, entre otros: Acajutla,
Nuevo Cuscatlán, San Luis La Herradura, Quelepa, Mercedes Umaña y La Palma
los que por primera vez serán gobernados por el FMLN. En medio de esa
victoria también reconocemos que hemos perdido importantes ciudades en todo
el país.
6. Expresamos al pueblo salvadoreño que aceptamos los resultados con madurez
y responsabilidad, que vamos a estudiar con mente fría sus causas y las
lecciones de este proceso, para hacer las readecuaciones que sean necesarias
y posibles, con el compromiso de trabajar mejor para la búsqueda de las
soluciones a los grandes problemas del país.
7. A nuestra militancia que ha sido probada en las victorias y en las
adversidades, les pedimos que nos comprometamos a hacer una evaluación
responsable, con espíritu autocrítico, poniendo por encima de todo la unidad
del partido  como condición necesaria para mantenernos en la ruta de las
transformaciones.