Venezuela: Gewalt und Friedfertigkeit

Freitag, 20. Mai 2016



Eine Demonstration der Opposition, die gegen die Verschleppung des Abwahlreferendums der Wahlbehörde einen Forderungskatalog übergeben wollte, wurde am Mittwoch von militanten Sympathisanten der Regierung sowie von der Polizei und dem Militär daran gehindert (...). Als die Demonstration sich auflöste, schlugen die Sicherheitskräfte nochmals mit Tränengas zu, um Härte zu demonstrieren.

NZZ, 20.5.16

Wie stets berichten unsere Medien wahrheitsgetreu. Zur Untermauerung des oben Gesagten siehe dieses Kurzvideo (keine Spanischkenntnisse erforderlich):


https://www.youtube.com/watch?v=f4EhufYCkko

Brasilien: Vorher und nachher

Der kleine Unterschied

Brasilien: Eina alte Wahrheit

Nie dachte ich, dass einen Teller mit Essen auf den Tisch von Armen zu stellen soviel Hass in einer Elite erzeugen würde, die täglich Tonnen von Essen in den Müll wirft.

Argentina back home again

Dienstag, 17. Mai 2016



Rationalisierung
Die Wasserwerke von Buenos Aires Aysa haben den Wasserpreis heraufgesetzt. Um durchschnittlich 300 %. Zusammen mit einer „Rationalisierung“ der bisherigen Wassersubventionen (teilweise oder ganze Streichung) trifft dies vor allem die Unterklassen. In einigen Fällen beträgt die Preiserhöhung hier das 7-fache des Bisherigen.
Quelle: Página/12, 17.5.16: Con el agua al cuello por las nuevas tarifas.

Quelle: Página/12, 17.5.16
„Das ist nicht normal“
Hauptsächlich ist nicht ausschliesslich:
„Der Rückgang im verfügbaren Einkommen der Bevölkerung wegen der Erhöhungen von Strom, Gas, Wasser und Transport ist bemerkenswert. Wie die Arbeiter verzeichnen auch die Unternehmen einen sehr spürbaren Impact dieser Tarifoffensive. Dienstleistungen haben sich ihnen vervierfacht, verfünffacht oder versechsfacht, und alles gleichzeitig. Sie hatten keine Zeit, um sich an die Kostenrestrukturierung anzupassen. Ähnlich wie beim Ölschock 1973, als der Ölpreis sich vervielfachte, ohne dass die Produktionsstätten sich hätten anpassen können. Die Tariferhöhung der letzten Monate ist wegen der Brutalität ihrer Anwendung neu. Aber die Absicht dahinter zielt nicht auf ein ausgeglichenes Staatsbudget oder so etwas. Angestrebt ist, die Industrien zu beeinträchtigen, die die für den Binnenmarkt produzieren, und die Arbeitslosigkeit zu erhöhen. Mit dem Ziel, die Arbeitenden mit dem Fall der Reallöhne zu disziplinieren. Für die ausländischen Investitionen mit Produktionszwecken werden Dinge verlangt: Dass die Arbeitenden billig und desorganisiert seien, ohne gewerkschaftliche Aktivität.“
Aus: Página/12, 17.5.16, Ricardo Aronskind: “No es normal”

Zurück zur Normalität
Letzten Freitag flog eine von Vizeverteidigungsminister Ángel Tello geleitete Delegation nach Washington zu Gesprächen im Pentagon. La Nación zitiert Tello so:
„Wir wollen eine politische Instanz wiederbeleben, die in der Beziehung zwischen Argentinien und den USA normal war. Es ist Teil des Ziels, in die Welt zurückzukehren, das Präsident Macri gesetzt hat.“
Der Besuch, fährt das rechte Blatt fort,
„will Strategien für den Austausch im Verteidigungsbereich, bei der gemeinsamen Arbeit mit Friedenstruppen und der Reaktivierung von Ausbildungskursen für Militärpersonal fördern“.
Und Tello fügt an:
„Es ist auch möglich, in der Antarktis-Kooperation voranzukommen. Wir möchten, dass die Stadt Ushuaia zu einer logistischen Basis für die wissenschaftlichen Aufgaben in der Antarktis wird.“

Landesweite Bauernproteste in Guatemala

https://amerika21.de/2016/05/152701/landesweite-blockaden

Blockade am Knotenpunkt Cuatro Caminos, Totonicapan
Blockade am Knotenpunkt Cuatro Caminos, Totonicapan
Quelle: facebook.com
Guatemala-Stadt. Mehrere tausend Kleinbauern haben in Guatemala 29 zentrale Hauptverkehrsachsen im ganzen Land blockiert, um auf Ihre Anliegen aufmerksam zu machen. Zum nationalen Streik am 11. Mai hatten die Nationale Koordination der Bauernorganisationen, das Komitee für die Bäuerliche Entwicklung (CODECA) und der Verband der Bauernorganisationen aus Vera Paz (UVOC) aufgerufen.
Der Staat kümmere sich weiterhin nicht um die Forderungen der guatemaltekischen Bevölkerung, heißt es in dem Aufruf der Organisatoren. Die verschiedenen lokalen und nationalen Organisationen stellten der Regierung hauptsächlich drei Forderungen: Eine Re-Nationalisierung der öffentlichen Dienste und Unternehmen, die privatisiert wurden. Damit verbunden ist die Forderung, die Subventionen an Großunternehmen aufzuheben und die Konzessionen von Wasserkraftwerken, Agro- und Bergbauunternehmen rückgängig zu machen, da diese soziale Konflikte verursachen, Land und Flüsse verschmutzen und den Gemeinden den Zugang zum Wasser verwehren. Zweitens wird die Gewährung der Ernährungssicherheit verlangt. 15 Prozent der Landwirtschaftsfläche müssten dem Anbau des Grundnahrungsmittels Mais zur Verfügung gestellt. Eine dritte Forderung ist die Reform des politischen Systems. Korrupte Kongressabgeordnete müssten zurücktreten und eine plurinationale verfassunggebende Versammlung einberufen werden.
Delegierte der beteiligten Organisationen führten in Guatemala-Stadt Gespräche mit Vizepräsident Jafeth Cabrera und dem Präsidenten des Parlaments, Mario Taracena. Cabrera versicherte ihnen, dass es eine Priorität des Präsidenten Jimmy Morales sei, die Probleme der Nation mittels Dialog anzugehen. Er werde drei "Runde Tische" über Kriminalisierung, Strom- und Bergbau und Zugang zu Land einrichten. Eine erste Dialogrunde solle am 20. Mai beginnen.
Francisco Sandoval von Codeca brachte im Verlauf des Treffens die Forderung der Protestierenden nach Beendigung der Kriminalisierung, Verfolgung und Ermordung von Gewerkschafts- und indigenen Führern vor. Dies sei eine Jahrzehnte andauernde entwürdigende Situation von Menschenrechtsverletzungen.
Obwohl die guatemaltekische Handelskammer eine Anordnung des Verfassungsgerichtes veranlasste, jegliche Behinderung des Verkehrs sei sofort polizeilich aufzulösen, fanden dank dem Sicherheitsprotokoll durch Vermittlungen der Menschenrechtsombudsstelle keine gewaltsamen Räumungen der Blockaden und keine Zusammenstöße zwischen Polizei und Demonstranten statt.