Ein neuer "Plan Colombia"? Trump und Duque bauen Beziehungen aus

Dienstag, 25. August 2020

 https://amerika21.de/2020/08/242760/kolumbien-waechst

 

In Anlehnung an das berüchtigte Aufrüstungsprogramm der 2000er-Jahre starten die USA und Kolumbien nun die Initiative "Colombia crece"
Am Montag präsentierte Präsident Iván Duque die US-Initiative "Colombia Crece"

Bogotá. Kolumbiens Präsident Iván Duque hat den Beginn einer neuen Phase der bilateralen Beziehungen mit den USA erklärt. Unter dem Titel "Colombia Crece" (Kolumbien wächst) wollen die Vereinigten Staaten im Laufe der kommenden Jahren mehrere Milliarden US-Dollar in den Andenstaat investieren. Das Programm beinhaltet Aspekte der "ländlichen Entwicklung, Ausweitung der Infrastruktur, Sicherheit und Rechtsstaatlichkeit". Kritiker sehen gerade in den letzteren Punkten ein potenzielles Pulverfass.

Zur Unterzeichnung des Vertrags war Robert O’Brien, Sicherheitsberater von Präsident Donald Trump, angereist. "Wir haben keinen größeren Verbündeten in der Region als Kolumbien", so der Funktionär. Die USA werden Kolumbien in jeder Hinsicht unterstützen, "um die Sicherheit des Landes zu garantieren und kriminelle Organisationen zu bekämpfen".

Duque lobte das Abkommen und sprach von einem "neuen Kapitel der binationalen Strategie im 21. Jahrhundert". Er hoffe, dass sich dieses Modell als Vorbild für die Entwicklungskooperation in Lateinamerika etablieren werde. "Die Regierung der USA hat die Bedeutung unseres Kampfes gegen den Drogenhandel und den Terrorismus erkannt."

Die kolumbianisch-amerikanische Handelskammer (AmCham Colombia) begrüßte die Strategie: "Es ist wichtig, dass Kolumbien Teil der US-Initiative 'Zurück nach Amerika' wird, bei der es um die Relokalisierung von Investitionen und Produktionsstätten US-amerikanischer Unternehmen aus China nach Lateinamerika geht", gab die Kammer in einem offiziellen Schreiben bekannt. "Colombia Crece" sei somit ein entscheidender Schritt in diese Richtung.

Nähere Details des Programms werden in den Verhandlungsrunden der nächsten Wochen eruiert werden. Allein fünf Milliarden US-Dollar sind für Privatinvestitionen in ländlichen Regionen vorgesehen. So sollen besonders von Gewalt betroffene Gebiete unterstützt werden. Doch auch in Gesundheits- und in den Militär- und Sicherheitssektor sollen Gelder fließen.

Adam Boehler, Leiter der finanziellen Entwicklungszusammenarbeit der USA, sprach in diesem Zusammenhang sogar explizit von einem neuen "Plan Colombia" in Anlehnung an das gleichnamige Programm militärischer und wirtschaftlicher Kooperation zur Drogen- und Aufstandsbekämpfung zwischen beiden Ländern Anfang der 2000er-Jahre.

Die auf dem Plan basierende Sicherheitsstrategie führte damals zu einer dramatischen Eskalation im Konflikt mit der Guerilla "Revolutionäre Streitkräfte Kolumbiens – Volksarmee" (Fuerzas Armadas Revolucionarias de Colombia – Ejército del Pueblo, Farc).

Die Folgen für die Bevölkerung bilanzierte der Historiker Oto Higuita:

"Wirft man einen Blick auf die Interessen besonders der armen Bauern, der Afro- und Indigenengemeinden und der verarmten und vertriebenen städtischen Sektoren, stellt der Plan Colombia nur noch ein tragisches und fürchterliches Erlebnis dar. Ihre Rechte wurden verletzt, sie verloren geliebte Menschen, ihr Land und ihr Hab und Gut – ganz abgesehen von dem erlebten Leid und dem Schrecken des Krieges."

Entsprechend empört reagierte die Führung der Farc-Partei, der politischen Nachfolgeorganisation der Guerilla, auf die Ankündigung des neuen Programms: "Diese schädliche Regierung möchte das Land zum ewigen Krieg verurteilen. Als guter Diener der Vereinigten Staaten möchte sie den Plan Colombia neu auflegen, der für Kolumbien nur Tod und Verzweiflung brachte."

Weiteres Ziel der Zusammenarbeit ist es, den Druck auf die sozialistischen Regierungen in der Region, namentlich Venezuela, Kuba und Nicaragua, zu erhöhen. "Mit der Wachstumsinitiative USA-Kolumbien erklärten Duque und der US-Sicherheitsberater, sie werden gegen Venezuela 'marschieren'. Ist das die Ankündigung eine kolumbianisch-amerikanischen Invasion? Wird dadurch unsere Souveränität verletzt?", fragte die linke kolumbianische Abgeordnete, María José Pizarro, rhetorisch auf Twitter.

Im Nachbarland Venezuela zeigt man sich besorgt über die ausgeweitete Kooperation Duque-Trump. Im Mai war von Kolumbien aus der gescheiterte Invasionsversuch unter dem Namen "Operation Gideon" gestartet worden. Zwar weist die kolumbianische Regierung bislang jedwede Mitverantwortung von sich, bleibt aber ausgesprochener Gegner der Regierung von Präsident Nicolás Maduro und kündigte bereits jetzt die Nicht-Anerkennung der Parlamentswahlen im kommenden Dezember an.

Venezuelas Außenminister Jorge Arreaza kommentierte Letzteres mit dem Hinweis, dass es Duque nicht zustehe, eine Wahl anzuerkennen oder nicht. Die Wahl sei Sache des venzolanischen Volkes.

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USA/Honduras: Experiment in Zynismus

Freitag, 21. August 2020

 

(zas, 21.8.20) Sag MigrantInnen in den USA «ICE», und die Reaktion ist eindeutig. Immigration and Customs Enforcement, wie sich die zum Inlandsicherheitsministerium gehörende Zentralstelle für die Jagd auf MigrantInnen offiziell nennt, ist berüchtigt, mörderisch. Aber nichts pervers genug, um nicht noch eins draufzusetzen. Die Selbsthilfeorganisation Familias Unidas en Acción in New Orleans hat auf einen bittet die honduranische Regierung, ihr Konsulat in New Orleans von der 1250 Poydras St. an eine andere Adresse zu verlegen. Warum? Weil sich an der gleichen Adresse die ICE-Büros befinden.

 

Kein Versehen. Wie könnte ein Konsulat, das eigentlich nonstop im Einsatz gegen den Feind sein müsste, ignorieren, wo der seine Zentrale hat? Viel wahrscheinlicher ist irgendein Arrangement, etwa: Der drogendealende De-facto-Präsident in Honduras darf seinen Geschäften etwas ruhiger nachgehen, bezahlen tut es die in die USA abgewanderte und geflüchtete Comunidad. Aber vor allem: ein Experiment des rasenden Zynismus ist lanciert. Spannend, so von oben betrachtet.

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https://www.change.org/p/consulado-de-honduras-en-nuevo-orleans-cambiar-la-ubicaci%C3%B3n-del-consulado-hondure%C3%B1o-en-nuevo-orleans-1250-poydras-st?original_footer_petition_id=11445251&algorithm=promoted&source_location=petition_footer&grid_position=4&pt=AVBldGl0aW9uAG2iaAEAAAAAXxpH4Wd3pwVkMmU3YjgxYw%3D%3D

Petition to relocate the Consulate of Honduras in New Orleans/ Petición para la reubicación del Consulado de Honduras en Nuevo Orleans

It is with great concern and anguish that we inform you that the Honduran consulate has moved from its location at 365 Canal St to 1250 Poydras St, Suite #100, the same building where ICE offices are located and where many have been victims of discrimination, hatred, family disintegration (separation of families by deportation), criminalization and terror by a government that dehumanizes immigrants. ICE is an entity known for violating our human rights, violating our lives and separating our families.

Familias Unidas en Acción, an organization that has been fighting for immigrant families in New Orleans for several years, is extending an awareness campaign to all organizations, groups and individuals that promote the civil rights of immigrant communities, that respect human rights and who reject the dehumanization of any person based on race, country of origin, sexual orientation, religion or other. With the objective of exposing this wrongful decision, which further promotes the pain and trauma and anguish of the Honduran immigrant community, we ask you to join our campaign and sign this petition to relocate the Honduran Consulate General to a location where the lives of all Hondurans are respected and procedures can be carried out with dignity.

By signing this document you and your organization are joining in solidarity in our demand to the CHANCELLERY OF HONDURAS to relocate the Consulate of Honduras in New Orleans to a place where the dignity, integrity and well-being of the Honduran people and their families are respected.


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Con mucha preocupación y angustia les comunicamos que el consulado de Honduras en Nuevo Orleans se ha movido de su ubicación en 365 Canal St a 1250 Poydras St, Suite #100, el mismo edificio donde se encuentran las oficinas de ICE y donde muchos han sido víctimas de discriminación, odio, desintegración familiar (separación de familias por deportaciones), criminalización y terror por parte de un gobierno que deshumaniza a los inmigrantes. ICE es una entidad conocida por violar nuestros derechos humanos, violentando nuestras vidas y separando nuestras familias.

Familias Unidas en Acción, una organización que ha estado luchando por las familias inmigrantes en Nuevo Orleans por varios años, está extendiendo una campaña de concientización a todas las organizaciones, grupos e individuos que promueven los derechos civiles de las comunidades inmigrantes, que respetan los derechos humanos y que rechazan la deshumanización de cualquier persona basada en raza, país de origen, orientación sexual, religión u otro. Con el objetivo de exponer esta decisión tan mal acertada, que promueve más el dolor, el trauma y angustia de la comunidad inmigrante Hondureña, les pedimos que se unan a nuestra campaña y firmen esta petición para reubicar el Consulado General de Honduras a una ubicación donde se respete las vidas de todos los hondureños y se pueda efectuar trámites de forma digna.

Al firmar este documento usted y su organización están uniéndose en solidaridad en nuestra demanda y petición a la CANCILLERÍA DE HONDURAS para reubicar el Consulado General de Honduras en Nuevo Orleans a una ubicación donde la dignidad, integridad y el bienestar del pueblo hondureño y sus familias sean respetadas.

Haiti: Die Föderation der bewaffneten Banden

Donnerstag, 20. August 2020

 

Rehmonco (Regroupement des Haïtien de Montréal contre l’’Occupation d’Haïti) *

 

Seit einigen Wochen lenken die Menschenrechtsorganisationen und andere Gruppen der Zivilgesellschaft die Aufmerksamkeit auf den Entstehungsprozess einer Föderation bewaffneter Banden im Grossraum von Port-au-Prince und in weiteren Städten des Landes. Sie erkennen darin eine Machtstrategie des Parti Haïtien Tèt Kalé (PHTK), um die kommenden Wahlen total zu kontrollieren und sich so an der Macht zu halten. Zwar ist die Existenz bewaffneter krimineller Gruppen seit Jahrzehnten Teil unseres Alltags, doch scheint es bei dieser Föderationsinitiative um etwas Neues zu handeln. Normalerweise sind sie verstreut und bekämpfen sich gegenseitig für die Territorialkontrolle.

Die diversen Fraktionen der Bourgeoisie und die Staatsagenturen bedienen sich regelmässig dieser kriminellen Gruppen, um ein Terrorklima in den Armenvierteln der grossen Städte zu erzeugen. Dies entspricht einer politischen Strategie des neokolonialen Staats von Haiti. Er kann ohne die kriminellen Gruppen, die in den Volksquartieren Terror verbreiten, nicht mehr herrschen. Bar jeglicher Legitimität rekurriert die Macht offen auf Terror, um die unterdrückten Klassen zu unterwerfen.

Die Demokratiepropaganda kann die ausgebeuteten Klassen nicht mehr einlullen. Im Gegenteil, die Erfahrung der bürgerlichen Demokratie hat den Ausschluss der werktätigen Klassen, der Bauern und der Bewohnerinnen der Volksquartiere nur verschärft. Wir sahen diese Demokratie während der US-Besetzung (1915-34) und die ganze Zeit vor und nach Duvalier am Werk. Die Massen wurden systematisch ausgebeutet und die bäuerischen Rebellionen radikal dezimiert, wenn gleich sie nie verschwunden sind.

Gleichwohl geht heute der Kampf weiter und verstärkt sich in dem Mass, wie er sich nicht auf die Forderung nach Reformen beschränkt. Der Kampf zielt auf den Umsturz des Status Quo. Diese Forderungen, die in den Tumulten 2018/19 klar zutage traten, haben die Mafiaoligarchie und ihre Delegierten an der Macht erzittern lassen.

Objektiv stellt die Ausbreitung der bewaffneten Banden die einzige Antwort der Bourgeoisie und der Macht auf die Krise dar. Diese Strategie soll die Volksmobilisierung brechen und verhindern, dass sie die gesamten Armutsviertel der verschiedenen Städte erfasst.

Mit Unterstützung durch die Polizei haben die bewaffneten Gangs die entsetzlichsten Massaker an den Bewohnerinnen und Bewohnern der Bidonsvilles verübt. Sie schrecken vor nichts zurück. Kinder, Alte, Junge werden geköpft und werden, wenn die Gangs sie nicht mit Schüssen durchlöchern oder sie verbrennen, mit Eisenstangen und Steinen zu Tode gefoltert. Die Frauen werden zusätzlich wiederholt vergewaltigt.

Mit dieser unbeschreiblichen Barbarei versuchen die Statthalter der lokalen Oligarchie mit Unterstützung ihrer internationalen Vormunde der kollektiven Vorstellungswelt der haitischen Massen eine tägliche Angstpsychose aufzuzwingen. Sie wollen die werktätigen Klassen und das Bauerntum gesellschaftlich desintegrieren, um so jede Bewegung gegen die gesellschaftliche Ordnung in Haiti zu neutralisieren. Die Unsicherheit der lokalen Bourgeoisie und der Multis in Sachen grenzenlose Ausbeutung der ArbeiterInnen in den outgesourcten Sektoren kommt hinzu. Die formalen Repressionskader des Staates reichen nicht mehr für die Friedhofsruhe. Der Rückgriff auf die Gangs resp. ihre Föderation erklärt sich nicht allein mit der Wahlagenda des PHTK-Regimes.

 

Dieses Phänomen charakterisiert nicht nur die Krise des abhängigen Kapitalismus in Haiti. Es ist Teil einer tiefen Krise auf Weltebene. Das Aufkommen von Regimes mit faschistischer Tendenz in Amerika und einigen Ländern Europas hat mit der Schwierigkeit des reichsten 1 Prozents zu tun, das kapitalistische Ausbeutungssystem in Gang zu halten. Vor dem Ausbruch der Coronapandemie wies die aufständische Bewegung der Volksmassen in den Ländern des Südens diese oligarchische Gesellschaftsordnung zurück.

Im Fall von Haiti unternimmt die herrschende Klasse mit Unterstützung ihrer internationalen Tutoren ihr Möglichstes, um den Prozess des Führungsaufbaus der ArbeiterInnen und der Volksquartiere zu vernichten. Die «Föderation der bewaffneten Gangs» ist ihre letzte Karte.

Es ist kein Zufall, dass die imperialistischen Mächte den Aufbau dieses neuen Unterdrückungsmechanismus unterstützen. Ohne jede diplomatische Zurückhaltung spendet das Bureau Intégré des Nations Unies en Haíti (BINUH) Beifall für den Entscheid der Interamerikanischen Entwicklungsbank BID (oder IADB), 40 Millionen US-Dollar für den Aufbau von Sozialprojekten in den von den Gangs total kontrollierten Territorien zu sprechen.

 

11.8.20, alterpresse.org: Haïti: Les dessous de la fédération des gangs armés.

Südmexiko-Newsletter Juni/Juli 2020

Montag, 3. August 2020

OAXACA

Erdbeben inmitten der Pandemie – erster Bericht zur solidarischen Nothilfe in Oaxaca
Am 23. Juni erschütterte ein Beben der Stärke 7.5 den Süden und das Zentrum Mexikos. Laut dem Nationalen Seismologischen Institut ist das Epizentrum des gewaltigen Erdstoßes in Oaxaca zu verorten. In Gemeinden der Sierra Sur übergab OIDHO (Indigene Organisationen für Menschenrechte in Oaxaca) anfangs Juli die erste Lieferung von solidarischer Hilfe, an der sich u.a. auch die Direkte Solidarität mit Chiapas beteiligte.
Weiterlesen auf unserer Homepage: https://chiapas.ch/
Zum Erdbeben: https://amerika21.de/2020/06/241153/erdbeben-mexiko


Morddrohungen gegen feministische Organisation in Mexiko
Mitarbeiterinnen der Frauenorganisation Consorcio in der südmexikanischen Stadt Oaxaca de Juárez sind mit dem Tod bedroht worden. Consorcio zählt zu den wichtigsten feministischen Organisationen des Landes. Sie setzt sich seit 17 Jahren für Frauenrechte, gegen Gewalt gegen Frauen und für das Recht auf Abtreibung in Mexiko und Zentralamerika ein.
Infos: https://amerika21.de/2020/06/240818/mexiko-drohungen-feministinnen-consorcio

Stellungnahme der deutschen Mexiko-Koordination zu den Todesdrohungen:
https://www.mexiko-koordination.de/2020/06/18/stellungnahme-zur-todesdrohung-gegen-die-mexikanische-menschenrechtsorganisation-consorcio/?l=de


Eskalation nach Angriff gegen Windparkgegner - 17 Tote
Am 21. Juni kam es zu einer schwerwiegenden Eskalation in einem schon lange andauernden Konflikt. Nachdem sechs Mitglieder der Gemeindeversammlung (Asamblea del pueblo) von Mateo del Mar verletzt worden waren und auf der Durchreise zu einem Treffen beschossen wurden, eskalierte die Situation: Personen aus dem Umfeld des Gemeindepräsidenten wurden angegriffen. Die Nationalgarde, die zum Schutz gerufen wurde, setzte Tränengas ein, und trug hiermit zur Eskalation bei - und verschwand. 17 Personen aus dem Umfeld des Gemeindepräsidenten verstarben in Folge.
Weiterlesen: https://amerika21.de/2020/07/241149/anschlag-auf-windparkgegner-mexiko



VERACRUZ

Urgent Action - CIOAC mischt mit bei Landraub in Coatepec
Die paramilitärische Organisation CIOAC, welche in Chiapas im Mai 2014 das Caracol La Realidad angegriffen und den Zapatisten Galeano ermordet hatte, treibt ihr Unwesen nun auch im Bundesstaat Veracruz, in der Gemeinde Coatepec, nahe der Hauptstadt Xalapa.
Das Gebiet ist ein Nebelwald, ein einzigartiges Ökosystem in Mexiko. Es ist ein Kaffee-Anbaugebiet, der Wald bietet die idealen Schattenbäume. Die Kleinbauern betreiben einen schonenden Landbau, die im Einklang mit der Natur leben. Zudem liefert das Gebiet auch den grössten Teil des Trinkwassers der Region: 40% der Hauptstadt Xalapa, 100% der Kleinstadt Coatepec.
Die Paramilitärs besetzten die Ländereien der Landbevölkerung. Sie stellten dort ihre Camps auf und schüchterten die Leute ein. Es wurden bereits Menschen von ihren Ländereinen vertrieben. 2019 hat das SEDATU (Secretaria de Desarrollo Agrario, Territorial y Urbano - das Bundesstaatliche Amt für Landwirtschaft) die Besitzurkunde eines gewissen Sr. Francisco Ruiz über 2000 ha Grundstück anerkannt. Dieser Herr beabsichtigt, das Geländer der CIOAC zu schenken.
Im Februar 2020 folgte ein Aufruf des SEDATU mittels lokaler Zeitungen, dass die Landbesitzer, welche Anspruch auf diese Gebiete erheben, sich innert 30 Tagen melden sollen. Da dieser Aufruf nicht alle Menschen erreichte, verstrich die Frist für viele ungenutzt. Das SEDATU hat diese Frist zwar verlängert, nichts desto trotz anerkannte sie in einem ersten Schritt den gefälschten Landtitel. Dieser wurde von einer Gemeindevertreterin offiziell als Fälschung deklariert.

Deshalb ist die Bevölkerung, die nun daran ist, sich zu organisieren, sehr beunruhigt: Solche Vorfälle haben immer mit Korruption und illegalem Landverkauf zu tun. Eine Autostunde von Coatepec entfernt, in Jalcomulco, wurde 2010 von der Firma Odebrecht ein Projekt für ein Wasserkraftwerk gestartet. In der Folge wird die Bevölkerung nun seit über 6 Jahren terrorisiert.
Der aktuelle Konflikt in Coatepec droht zu eskalieren. Die Bewohner und Bauern der Wälder fürchten sich zu Recht vor Entführung, Folter und Mord. Die Ressource Wasser, welche in den besagten 2000 ha reichlich vorhanden ist, ist eine lukrative Investition für Multis.

Unterzeichnet die Petition:
https://www.change.org/p/lic-andr%C3%A9s-manuel-l%C3%B3pez-obrador-presidente-constitucional-de-los-estados-unidos-mexicanos-defendamos-los-bosques-de-coatepec-veracruz

Weiterlesen auf Spanisch: https://formato7.com/2020/07/19/hora-libre-sembrando-muerte-2-mil-hectareas-en-coatepec-a-invasores/
oder: http://www.jornadaveracruz.com.mx/Post.aspx?id=200716_091035_756



CHIAPAS

Gefangene in Chiapas machen Gefängnisleitung für Covid-19-Tod eines Mithäftlings verantwortlich
Nachdem bei Javier Gonzalez Diaz trotz typischer Covid-19-Symptomen keinen Test gemacht hat, ist ein anderer Häftling mit den gleichen Symptomen verstorben. Immer noch werden Tests verweigert und keine Massnahmen ergriffen.
Infos unter: https://www.chiapas.eu/news.php?id=10746



GUERRERO

Ayotzinapa: Generalstaatsanwalt hat 46 neue Haftbefehle im Fall Ayotzinapa erwirkt
In Bezug auf die 43 verschwundenen Studenten wurden unter Alejandro Gertz Manero, Generalstaatsanwalt der Republik erste Massnahmen zur Aufklärung des gewaltsamen Verschwindenlassens erwirkt.
Infos unter: https://amerika21.de/2020/07/241262/mexiko-neue-haftbefehle-ayotzinapa


Überreste eines der verschwundenen Studenten aus Ayotzinapa identifiziert
Die Identifizierung von Überresten des Körpers von einem der 43 verschwundenen mexikanischen Studenten aus Ayotzinapa nährt die Hoffnung, dass der Fall doch noch aufgeklärt werden könnte. Wie aus einem Bericht der Universität in Innsbruck hervorging, konnte Christian Alfonso Rodríguez Telumbre anhand eines Knochens des rechten Fußes identifiziert werden. Die Knochen waren zwischen dem 20. und 28. November 2019 bei Ermittlungen der mexikanischen Behörden in Barranca der La Carnicería (Metzgereischlucht) in Cocula, Guerrero, gefunden worden.
Weiterlesen: https://amerika21.de/2020/07/241563/ayotzinapa-identifizierung-mexiko



MEXIKO

Brief der Frauengruppe des Nationalen Indígena Kongress - Indigener Regierungsrat an Black Lives Matter
(12. Juni 2020)
Infos unter: https://www.chiapas.eu/news.php?id=10754


Protest gegen Lage in Manufakturbetrieben endet für Aktivistin in Haft
Susanne Prieto Terrazas hat als Anwältin und Gewerkschafterin Anfang Mai dem US-amerikanischen Unternehmen Lear Corporation vorgeworfen, die Gesundheit seiner Angestellten fahrlässig zu gefährden. Bis dahin waren zahlreiche Mitarbeitende der Firma an der Atemwegserkrankung Covid-19 erkrankt, über 100 Menschen sollen in Folge gestorben sein. Sie wurde ohne Begründung inhaftiert. In Mexiko haben in mehreren Bundesstaaten hunderte Menschen gegen ihre Festnahme demonstriert und ihre Freilassung wird gefordert.
Weiterlesen: https://amerika21.de/2020/06/240958/mexiko-protest-maquliadoras-corona-covid


Indigene Frauen in Mexiko kandidieren für Nationalrat gegen Diskriminierung
https://amerika21.de/2020/06/241133/indigenen-frauen-conapred


So wehren sich Mexikos Bauern gegen die Macht der Saatgut-Multis
Kleinbauern-Verband Via Campesina und NGOs fordern Patentschutz in Freihandelsabkommen und Verbot von gentechnisch veränderten Organismen – anlässlich des Inkrafttretens des Handelsabkommens zwischen Mexiko, den USA und Kanada (T-MEC) am 1. Juli.
Weiterlesen: https://amerika21.de/2020/07/241866/mexiko-bauern-saatgut-gentechnik


T-MEC, Landwirtschaft und Neoliberalismus (Luis Hernández Navarro)
Der Freihandelshurrikan verwüstete den mexikanischen Landbau, ruinierte die kleinen und mittleren Bäuer*innen und zwang Millionen Campesinos, in die USA oder auf die riesigen Agrarplantagen im Nordosten Mexiko zu migrieren. Der freie, kaum von Regulierungen begleitete Verkehr landwirtschaftlicher Güter über die Grenzen hinweg führte zu einem Wettbewerb ungleicher Marktteilnehmer*innen unter denselben Bedingungen. Nicht nur das.
Weiterlesen: https://www.npla.de/thema/tagespolitik/t-mec-landwirtschaft-und-neoliberalismus/