Der Organisator einer verpfuschten Visite

Montag, 3. Juni 2013



(zas, 3.6.13) Och! Luis Nunes musste zum Monatsbeginn den Besuch des venezolanischen Wahlverlierers und „Regime-Change“-Adepten Henrique Capriles in Peru   suspendieren“. Des Mannes also, den soeben der kolumbianische Präsident Santos empfangen und damit die schwerste Krise in den Beziehungen mit Venezuela provoziert hat. Eine Krise, die sich negativ auf die Friedensgespräche zwischen der FARC-Guerilla und der Santos-Regierung auszuwirken droht, die ohne den venezolanischen Beitrag schon gar nicht erst angelaufen wären. Eine schwere Krise, denn Capriles ging in Kolumbien nicht nur konkrete Unterstützung für weitere Umsturzpläne beim Ex-Präsidenten Uribe holen, sondern eben auch bei dessen angeblichem Gegner Santos. Die Annäherung zwischen Santos und Chávez bzw. heute Maduro beruhte explizit auf der gegenseitigen Verpflichtung, sich nicht in die inneren Angelegenheiten des Nachbarns einzumischen. Santos kotzte kurz darauf – die Krise ist die Antwort.
Wer aber ist nun dieser Nunes, der die „Suspendierung“ des Besuchs von Capriles bekanntgab und als dessen Besuchsorganisator in Peru fungiert? Nun, er ist der offizielle Landesvertreter des National Democratic  Institute (NDI), der Parteistiftung also der US-Demokratischen Partei, zentraler Teil der vom State Department finanzierten National Endowment for Democracy, die, unter Ronald Reagan gegründet, erklärtermassen einen Teil der bis dato von CIA und anderen Geheimdiensten betriebenen Subversion unliebsamer Regierungen weltweit nun als „Förderung von Demokratie und Menschenrechten“ übernahm.
Der peruanische Präsident Humala scheint, nach dem Éclat des Capriles-Date bei Santos, für den Moment kalte Füsse bekommen zu haben. Die Rundreise Capriles‘ vor allem bei den Mitgliedsstaaten“ der Pazifikallianz (s. Pazifisches Schreckgespenst) ist kein Zufall. Auch nicht, dass sie, wie in Peru direkt ersichtlich, von Washington organisiert wird. Das imperiale Lager bläst zum Grossangriff auf die lateinamerikanische Umbruchbewegung und zur neuen Destabilisierungsrunde in Venezuela.
 (Brasilien, und sowieso ein Land wie Ecuador, haben dem Fascho aus dem Bonzenvorort von Caracas beschieden, für ihn gäbe es keinen offiziellen Empfang.)

Correos 173, Inhaltsverzeichnis

Donnerstag, 30. Mai 2013


"Pazifisches Schreckgespenst"


(zas, 30.5.13) Vor einer Woche trafen sich im kolumbianischen Cali die Staatschefs der azifikallianz, eines 2011/12 lancierten US Freihandelszusammenschlusses mehrerer lateinamerikanischer Staaten unter faktischer US-Ägide. In den Mainstream-Medien gilt diese Allianz als Gegengift zum bolivarischen Ansatz in Lateinamerika. Da ist auch einiges Pfeifen im Wald dabei. Infos zur „Wunderallianz“.
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Ein neuer neoliberaler Club

José Fortique*

Der VII. Gipfel der Pazifikallianz in Cali hat die Debatte über die verschiedenen Herangehensweisen in Lateinamerika an die die Regionalen Kooperationsabkommen belebt. Die Worte des Gastgebers Juan Manuel Santos [Präsident von Kolumbien] lassen die Absicht erkennen, mit den Vorläufermodellen zu brechen und das zu installieren, was er den neuen „Motor“ der regionalen Wirtschaft nannte. Die von Mexiko, Chile, Peru und Kolumbien gegründete Allianz hat an diesem Gipfel Costa Rica als Vollmitglied aufgenommen; mit Beobachterstatus nahmen, neben weiteren pazifischen Delegationen, auch Uruguay, Spanien, Kanada und Guatemala teil.

Peña Nieto (Mexiko), Santos (Kolumbien), Piñera (Chile), Humala (Peru) in Cali

In den am Gipfel zirkulierenden Reden war die Absicht zu erkennen, den Prozess der Zollverhandlungen zu vertiefen, um so das angestrebte Ziel eines freien Marktes zu erreichen, zu Lasten der sozialen Forderungen und ungeachtet der Asymmetrien zwischen den beteiligten Wirtschaften. Kurzfristig geht es um die wenig diskriminierende Liberalisierung von 90 % der Zölle und um einen zu schaffenden Markt von 216 Millionen Menschen, die Beobachterländer nicht mit eingerechnet. Einen Markt mit der Tendenz zur staatlichen Deregulierung strategischer Sektoren: Agrarbereich oder Rohstoffe; Rückkehr zu einem Prozess der neoliberalen Restrukturierung, wie er von den 70er bis in die 90er Jahre dominierte (die  goldene Zeit der Chicago Boys); als Alternative zum Cepalismus von Prebisch gehandelt, der mit dem Modell der Industrialisierung via Importsubstitution als protektionistisch angegriffen wird. [Cepal: UNO-Wirtschaftskommission für Lateinamerika und Karibik; Raúl Prebisch, argentinischer Ökonom, leitete früher die CEPAL]. 

Der Gipfel korrespondiert mit der wichtigen wirtschaftlichen Rolle Lateinamerikas in der Agenda der Obama-Administration. Es fanden in der Region diverse hochrangige Gipfeltreffen mit der Teilnahme von Vizepräsident Biden statt; Obama selbst besuchte kürzlich Zentralamerika und Mexiko. Einige Fachleute für Geopolitisches verwiesen darauf, dass die neue Freihandelsvertrags-Strategie der USA darauf zielt, China einzudämmen, auf globaler Ebene diplomatische Stärke zeigt. Die wachsenden chinesischen Investitionen in Lateinamerika gehen in die Minen- und Energiebewirtschaftung; aber sie diversifizieren sich auch in die Infrastruktur und einen finanziellen Überfluss, der es einigen Ländern erlaubt hat, sich von der Hegemonie des IWF bei der Mittelbeschaffung zu emanzipieren.

Der neue neoliberale Klub rekurriert in Sachen Regionale Kooperationsabkommen auf die neorealistische Formel der Freihandelsverträge, im Gegensatz zum letzten Jahrzehnt, als Vorschläge wie der von ALBA eine Agenda des Bruchs in den Beziehungen mit den Multis bestimmten, indem sie die Staatsbeteiligung privilegierten und die Möglichkeit für die Teilnahme der sozialen Bewegungen eröffneten. Der Putsch in Honduras brachte den ersten Riss in der „souveränen“ Integration Zentralamerikas, dem jener in Paraguay folgte. Beide zielten darauf ab, einen Export des von Chávez vertretenen Modells zu verhindern. Im Fall von Paraguay geht es auch darum, den Beitritt Venezuelas zum Mercosur zu blockieren, der immer noch von der paraguayischen Rechten bedroht ist. Die Mehrheit der Mitglieder der Pazifikallianz ist bilateral über Freihandelsabkommen an die ISA gekoppelt, so dass sie im Kontinent als „Brückenkopf“ dienen können. Zudem haben sie den Segen Washingtons für einen Beitritt zur Trans Pacific Partnership, Satelliten bei der geostrategischen Kontrolle des asiatischen Pazifiks [s. u.].

Am Gipfel im argentinischen Mar de Plata 2005 verlangten die sozialen Bewegungen am Gegengipfel die Beerdigung des neoliberalen Modells, das Bush mit der kontinentalen Freihandelszone FTAA durchzudrücken versuchte. Der Widerstand der progressiven Regierungen stoppte die Demontage des Staates und verhalf ihnen zur Kontrolle der natürlichen Ressourcen. Und jetzt  - ein Wiederauferstehen der FTAA? Die Kontrolle Mexikos via das Freihandelsabkommen mit den USA, die militärische Intervention in Kolumbien, die fast totale Bevormundung Zentralamerikas über das regionale Freihandelsabkommen CAFTA mit den USA beleuchten die Robustheit der militärischen und politischen Kontrolldispositive der USA in einigen Regionen des Kontinents. Aber diese Gesundheit droht zu verkümmern, sobald die Dekadenz des angelsächsischen Kapitalismus die Freihandelsvorteile zu leeren versprechen macht. Die Chimäre des Wachstums dank freiem Markt macht aus den Worten des kolumbianischen Präsidenten Santos in Cali dünnen Optimismus. Santos ist ein Peon im geopolitischen Schach zwischen den USA und China; er lässt in seinem ökonomischen Rätselraten die vitale Rolle Brasiliens in der Region aus.

* alainet.org, 27.5.13: Nuevo club neoliberal

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Pazifisches
(zas, 30.5.13) Seit es sie gibt, erfreut sich die Pazifikallianz in den Medien des Imperiums einer gedeihlichen Behandlung. Auch in „seriösen“ Blättern wurde dazu purer Stuss verbreitet, etwa, dass die vier ursprünglichen Vollmitglieder mit ihrer Wirtschaftsleistung den Mercosur (Brasilien, Uruguay, Argentinien, Paraguay, Venezuela, demnächst wohl Bolivien und Ecuador) in den Schatten stellten. Allein das brasilianische BIP ist immer noch grösser als jenes der ursprünglichen Allianz (45% des lateinamerikanischen BIP zu 35% der Allianz). Aber allzu sehr um Details geht es in der jetzigen Phase nicht, sondern um eine Offensive auch auf ökonomisch-gesellschaftlicher Ebene gegen den Prozess der relativen lateinamerikanischen Verselbstständigung. Ins Propagandahorn bläst natürlich auch die NZZ, allerdings vordergründig weniger irreführend. Sie „konzediert“ die führende Wirtschaftsleistung Brasiliens, um aber klarzustellen: „Doch mit der wachsenden Integration im Westen Lateinamerikas könnte die Pazifik-Allianz Brasilien den Rang ablaufen. Peru, Chile, Kolumbien und Mexiko wachsen seit Jahren schneller als Brasilien. Seit 2005 legten sie jährlich rund 4,7% zu. Alle vier Staaten eint ihre investitionsfreundliche Wirtschaftspolitik, was sie von Nachbarländern wie Argentinien oder Venezuela unterscheidet  … Nicht umsonst vereinen sie zwar nur ein Drittel des Bruttoinlandprodukts der Region auf sich, sind aber für die Hälfte des Aussenhandels Lateinamerikas verantwortlich“ („Pazifik-Allianz nimmt Fahrt auf“, 23.5.13). Eine eigenartige „Allianz“: Ihr Handel untereinander beträgt ganze 3.9 % ihres Gesamthandels von mehr als $1 Mrd.auf, der krass von den Wirtschaftsbeziehungen mit den USA dominiert wird (El Nuevo Heraldo, 28.5.13: „Alianza del Pacífico, otro sueño que da a hablar“). Doch es sind gerade die „inspirierenden“ Gesamtexportzahlen, die in der Berichterstattung als Beleg für künftige Stärke hervorgestrichen werden. Gemeint: die rasante Zunahme der Ausbeutung von Bodenschätzen u. ä. in diesen Ländern durch die Multis. Also genau das Unheil, von dem loszukommen so schwierig ist, wie die Dynamik in den Alba-Ländern zeigt. Kine Allianz füreinander, sondern für die imperialen Multis.

Die spanische Nachrichtenagentur EFE beginnt einen Bericht so: „Die junge Pazifikallianz … liess in Cali den Geist des FTAA [gescheitertes US-Projekt einer kontinentalen Freihandelszone] wieder aufleben. Denn in dieser kolumbianischen Stadt folgten sich die Loblieder auf die Marktöffnung, unter der Annahme, dass dieses Modell den Weg zu Entwicklung und Arbeitsplatzschaffung weist – alles eingebettet in eine grosse Exaltiertheit über den Freihandel“ (CNN, 24.5.13: „La Alianza del Pacífico resuscita el ALCA“).

Bei so viel good vibes gesellten sich als „Beobachter“ unter anderem die Staatschefs von Kanada, Spanien, Guatemala, Costa Rica, Panama und Ministerialdelegationen etwa aus Australien, Japan, Neuseeland, El Salvador und – bemerkenswert – Uruguay dazu. Uruguay, vertreten durch den neoliberalen Vizepräsidenten Danilo Astori, ist Mitglied des Mercosurs, zu dessen Grundsätzen es gehört, dass seine Mitglieder anderen Bündnissen nur en bloc beitreten können. Glaubt man Astori, ist Uruguay nächstens mit dabei in der Pazifikallianz, die stets als Konkurrenz zum Mercosur begriffen wird.  Dies reflektiert auch die Schwierigkeiten im Mercosur, der bis anhin von den beiden Giganten Argentinien und Brasilien, zulasten der Wirtschaften der kleinen Mitglieder, dominiert wurde.

Die in Cali versammelte Gang will das Steuer in Lateinamerika zurückdrehen und erhält dafür schönfärberischen Support im Mainstream. Ich rieb mir die Augen, als ich las, in Cali sei eine tolle Förderung des Allianz-internen Handels beschlossen worden: Eine ganze Million Dollars wollen die beteiligten Regierungen dafür ausgeben! Nichts, nada! Oder … halt! Das reicht vermutlich gerade für die Bezahlung der Washingtoner Consultingbude, die in jedem Mitgliedland bestimmen wird, welche „schädlichen“ Bestimmungen abzuschaffen sind, da potenziell den Multi-internen Waren- und Finanzverkehr zwischen seinen Filialen in den Allianzländern behindernd.

Wiederholt wird die real doch eher shaky Pazifikallianz zwecks grösseren Glanzes als lateinamerikanisches Bindeglied zur Trans-Pacific Partnership (TPP) dargestellt. Dieser ursprünglich auf New Zealand, Chile, Singapur und Brunei beschränkte Freihandelsverein ist von Washington unter die Fittiche genommen worden und gilt allgemein als ökonomisches Gegenstück zur erklärten geostrategischen Priorisierung des asiatischen Pazifiks durch die Obama-Administration. Die Verhandlungen über die TPP erfolgen mit grösster Diskretion; bekannt ist, dass etwa viel längere Laufzeiten für medizinische Patente oder die Stärkung der „Investorenrechte“ gegenüber staatlichen Anmassungen wie einer Kontrolle der Finanzspekulation angepeilt sind. Etwas verdattert lässt Ron Wyden, Chef des für die TPP zuständigen Komitees des US-Kongresses, verlauten: „Die Mehrheit des Kongress wird bei der Substanz der TPP-Verhandlungen im Dunkeln gelassen, während die VertreterInnen von US-Unternehmen wie Halliburton, Chevron, PhaRMA, Comcast und Motion Picture Association of America konsultiert und mit den Details des Abkommens vertraut gemacht werden“ (globalresearch.ca, 2.4.13: „The Trans-Pacific Partnership (TPP), An Oppressive US-Led Free Trade Agreement, A Corporate Power-Tool of the 1%“. Leider scheint es kaum brauchbare linke TPP-Analysen zu geben; auch die zitierte Quelle verfällt in einen zum Thema offenbar grassierenden Verschwörungswahn, wonach es bei TPP wie bei anderen vergleichbaren Entwicklungen  um eine internationale Machenschaft vor allem gegen die Souveränität der USA gehe.)
 
Südkorea: Protest gegen TPP

Die Pazifikallianz oder eben die um einige Schuhnummern grössere TPP sind ernst zu nehmen als Teil einer globalen Herrschaftsoffensive, in Lateinamerika klar gegen den Aufbruch von kämpfenden Sozialbewegungen und linken Regierungen. Ernstnehmen heisst aber nicht, auf die teilweise plumpe Propaganda der Gegenseite hereinfallen. Ernstnehmen heisst, solche Tendenzen im Zusammenhang mit militärischer Eskalation des Imperialismus, vielfältigen Destabilisierungsschemas, aber etwa auch mit den permanenten Versuchen, im bolivarischen Lager sozialtechnokratische Momente zu fördern, zu sehen. Ihr Erfolg oder Misserfolg hängt mit Bestimmtheit nicht von irgendwelchen Exportzahlen oder Ähnlichem ab, sondern vielmehr von der Stärkung oder Schwächung der emanzipatorischen Umgestaltung im gesellschaftlichen Alltag in den umkämpften Zonen des Kontinents.

Giftgas: eine notwendige Klärung

Dienstag, 7. Mai 2013



(zas, 7.5.13) Der Artikel von Stephen Zunes, Politikdozent an der University of San Francisco, zum Thema Chemiewaffeneinsatz und westliche Heuchelei ist ein Muss. Zunes geht von der aktuellen Situation in Syrien aus, ohne aber auf die Frage, ob chemische Waffen eingesetzt wurden und wenn ja von welcher Seite, einzugehen. Er skizziert die Entwicklung der internationalen Konvention gegen Chemiewaffen, ihre erfolgreiche Behinderung durch die USA und mehrere Einsätze von chemischen Waffen, z.B. durch den Irak Saddam Husseins im Krieg gegen Iran, die auf das Wohlwollen und aktive Unterstützung Washingtons haben zählen können. Der Artikel ist in Foreign Policy in Focus, einem Analyseprojekt des linksdemokratischen Thinktanks Institute for Policy Studies, erschienen.

The U.S. and Chemical Weapons: No Leg to Stand On

oder auf Spanisch:

EE.UU. y armas químicas   Ningún argumento serio

Der damalige Kriegsminister Winston Churchill nach einem britischen Giftgaseinsatz im Irak 1920: „Ich verstehe diese Zimperlichkeit zum Gebrauch von Gas nicht. Ich bin sehr für den Einsatz von Giftgas gegen unzivilisierte Stämme“ (aus dem Artikel von Zunes).

Südmexiko-Newsletter Mai 2013

Freitag, 3. Mai 2013



Von: Neuigkeiten zu Chiapas und Oaxaca <news@chiapas.ch>
Datum: 2. Mai 2013 21:10

Hinweise zur 1. Mai-Veranstaltung in Zürich

Dieses Jahr sind wir zusammen mit medico international schweiz mit einer spannenden Veranstaltung beim 1.Mai-Politprogramm präsent:

Sa, 4. Mai 14.00 Uhr im Zeughaus 5, Zürich
«¿Escucharon? Die politische Offensive der Zapatistas, soziale Bewegungen und psychosoziale Menschenrechtsarbeit in Mexiko»


Escucharon? - habt ihr gehört?, fragten die Zapatistas, nachdem sie sich am Tag des Weltuntergangs am 21.12.2012 eindrücklich mit Schweigemärschen in fünf Städten Chiapas zurückgemeldet hatten. Mit Felicitas Treue, Psychologin bei der mexikanischen Menschenrechtsorganisation CCTI, berichten wir über die aktuelle zapatistische Offensive, die Arbeit mit von Repression betroffenen AktivistInnen und die Hoffnung auf ein Erstarken der sozialen Bewegungen.

Am 1., 4. und 5. Mai ist im Zeughaus 5 eine Foto-Ausstellung der Direkten Solidarität mit Chiapas zu sehen mit aktuellen Fotos der Kaffeebauern von Café RebelDía und des zapatistischen Schweigemarschs in Palenque.



Eine Übersicht zu allen Communiqués (auf Deutsch) der Zapatistas und ein Video findet ihr hier:



CHIAPAS

Aktionen zu Alberto Patishtán in Zürich und weltweit

Unter strömendem Regen forderten wir am 19. April, dem Geburtstag von Alberto, vor dem mexikanischen Konsulat die Freiheit Alberto Patistháns. Die Polizei, offensichtlich informiert über unsere Aktivitäten, war mit 2 Kastenwagen und 2 Zivilpolizisten vor Ort. Das Konsulat war unseretwegen geschlossen, so dass wir unseren Protestbrief nicht persönlich überreichen konnten und ihn in den Briefkasten werfen mussten.

In zahlreichen Städten gab es rund um den 19. April Kundgebungen und Aktionen zu Alberto Patishtán. Das der Kampagne ist für jeden Tag, den Patishtán im Gefängnis verbrachte – 4686 Tage – dem Gericht in Tuxtla einen Brief/E-Mail zu übergeben. Bis zum 22. April sind schon fast 6000 Briefe geschickt worden. 280 NGOs haben sich laut dem Menschenrechtszentrum Freyba in San Cristobal de las Casas für die Freiheit von Patishtán eingesetzt.
Das Gericht in Tuxtla Gutierrez wird über den Fall Patishtán voraussichtlich Ende Mai letztinstanzlich entscheiden. Wir halten euch auf dem Laufenden – auch zu weiteren Aktionen.

Wer die Petition zur Freilassung von Patishtán unterschreiben möchte, kann dies hier tun (zurzeit nur auf Spanisch): http://www.redtdt.org.mx/d_acciones/d_visual.php?id_accion=262

Kommentar von Gloria Munoz Ramirez: Papa caliente (Heisse Kartoffel)



Aggressionen in Chiapas

Die Junta de Buen Gobierno von Oventic klagt in einem Communiqué erneut die zahlreichen Aggressionen, Drohungen, Diebstähle und Zerstörung von Pflanzungen sowie Einschüchterungen von der PRI nahestehenden Personen gegenüber der zapatistischen Basis in San Marcos Avilés (offiziell Chilon) an.
In die gleiche Richtung deutet die heimtückische Ermordung des Aktivisten Juan Vazquez Guzman aus San Sebastian Bachajon vom 24. April 2013. Guzman hat sich seit 2007 für die Verteidigung des Landes von Bachajon eingesetzt vor dem Hintergrund eines Tourismus-Projektes in der Region.
Mehr dazu auf Spanisch: Agresiones en Chiapas, http://www.jornada.unam.mx/2013/04/27/opinion/012o1pol



GUERRERO

Bildungsreform in Mexiko: Lehrer stürmen Parteibüros

Laut einer Bildungsreform sollen die Leistungen von Lehrern in Mexiko nun überprüft werden. Nach der Billigung durch den Kongress machten Lehrer ihrer Wut Luft. Aus Protest gegen eine Bildungsreform haben am Mittwoch im westmexikanischen Bundesstaat Guerrero Lehrer die Büros aller großen Parteien angegriffen. Weiterlesen auf: www.taz.de/Bildungsreform-in-Mexiko/!115142/



OAXACA - MEXIKO

1. Mai-Demo in Oaxaca: Polizei schiesst scharf, Aktivisten und Menschenrechtlerin verhaftet
Die Menschenrechtsorganisation Codigo DH denunziert die Polizeiübergriffe am Rande der 1.Mai-Demonstration in Oaxaca Stadt. Die Polizei schoss auf den Boden und in die Luft, 34 Personen wurden verhaftet, darunter eine Beobachterin von Codigo DH.
Mehr Infos (spanisch): http://educaoaxaca.org/la-minuta/


3 Jahre seit der Ermordung von Bety Carino und Jyri Jaakkola

Am 27. April vor 3 Jahren wurden die Menschenrechtsaktivistin Bety Carino und Jyri Jaakkola (aus Finnland) während einer humanitären Karawane nach San Juan Copala ermordet. Sie sind gestorben, aber in der Erinnerung leben sie weiter, in den Aktivitäten für mehr Gerechtigkeit und im Widerstand von allen...-  denn „die, die für das Leben sterben, können nicht tot genannt werden“, wie sich Bety einmal ausdrückte.

Homenaje a Bety Cariño y Jyri Jaakkola, a 3 años de su asesinato:
Interview mit Bety: Sembrando sueños, cosechando esperanzas: Bety Cariño (17 min., spanisch):



Problematik Windkraft-Megaprojekte in Oaxaca

Neuer Dokfilm "Somos Viento" (Spanisch, bald auch mit deutschen Untertiteln):



2013 - Das Jahr des Widerstandes gegen Genmais und für die Verteidigung des einheimischen Mais in Oaxaca und ganz Mexiko

Die seit Monaten stark zunehmenden Protestaktionen gegen mögliche Genehmigungen für die kommerzielle Aussaat von Genmais in Mexiko werden in der kommenden Woche durch eine Reihe weiterer Aktivitäten bereichert. Am 26. und 27. April fand in der Stadt Oaxaca im gleichnamigen Bundesstaat im Rahmen des Permanenten Völkertribunals (TPP), Kapitel Mexiko, die nationale Voranhörung (preaudiencia) über die Verunreinigung der einheimischen Sorten mit Genmais statt, u.a. auch mit Vandana Shiva und Pat Mooney.



Neuer Kampf für alte Maissorten
Gegen Genmais - Voranhörung des Permanenten Völkertribunals in Mexiko: www.npla.de/poonal/4249



Bitte unterschreiben! «Saatgutvielfalt in Gefahr...»

Auch in Europa bildet sich Widerstand gegen die Saatgutmultis. Die Petition «Saatgutvielfalt in Gefahr - gegen eine EU-Saatgutverordnung zum Nutzen der Saatgut-Industrie» ist nun online und kann hier unterzeichnet werden:
https://www.openpetition.de/petition/online/saatgutvielfalt-in-gefahr-gegen-eine-eu-saatgutverordnung-zum-nutzen-der-saatgut-industrie

Venezuela: "El Gringo" in Haft

Sonntag, 28. April 2013


27.04.2013 / Ausland / Seite 7

»El Gringo« in Haft

Venezuelas Behörden verhaften US-Amerikaner, der Unruhen nach der Präsidentschaftswahl ­finanziert haben soll. Millionen Dollar für Oppositionsgruppen

Von André Scheer

Finanziert aus dem Ausland: Ausschreitungen von Regierungsgegner

Finanziert aus dem Ausland: Ausschreitungen von Regierungsgegnern am 15. April in Caracas
Die gewaltsamen Ausschreitungen nach der Präsidentschaftswahl vom 14. April in Venezuela wurden offenbar direkt aus den USA angeleitet und finanziert. Am Donnerstag informierte der venezolanische Innenminister Miguel Rodríguez Torres in Caracas bei einer Pressekonferenz über die am Vorabend erfolgte Festnahme eines 35jährigen US-Bürgers. Timothy Hallett Tracy, der über eine geheimdienstliche Ausbildung verfüge, habe oppositionellen Jugendgruppen Geldmittel ausländischer Nichtregierungsorganisationen überbracht und diese zu gewaltsamen Aktionen angestachelt. Parallel habe er Beziehungen zu regierungsnahen Organisationen geknüpft, offenbar um sich so vor einer Entdeckung zu schützen. Er sei am Internationalen Flughafen Maiquetia festgenommen worden, als er das Land verlassen wollte.

Der Inlandsgeheimdienst SEBIN habe in den vergangenen Monaten gegen ein Netzwerk ermittelt, das bei der Behörde den Codenamen »Conexión Abril« erhalten habe, so der Minister weiter. Alle Indizien hätten in dieser Zeit darauf hingedeutet, daß es bis zum Wahltag ruhig bleiben, die Ergebnisse der Abstimmung jedoch nicht akzeptiert werden würden. Das sei dann auch so eingetreten, erläuterte er.

Die Behörden hätten bei dem Verdächtigen, der in Oppositionskreisen als »El Gringo« bekannt gewesen sein soll, während einer Hausdurchsuchung in Bello Monte, einem Mittelschichtsviertel in Caracas, mehr als 500 Videos beschlagnahmen können, die diesen schwer belasten, so der Minister. Einige davon führte er vor. Eine Aufnahme zeigt eine Gruppe von Jugendlichen, die sich lautstark über Gelder freuen, die ihnen Tracy offenbar zugesagt hat. Einer dieser Aktivisten, die den Angaben zufolge ultrarechten Parteien angehören sollen, äußert in dem Video, »um Santa Cruz und Miranda zu aktivieren« brauche man eine Milliarde Dollar. An einer anderen Stellen wird von »100 Millionen Bolívares« gesprochen, die nötig seien, um in vier Bundesstaaten einen Aufstand anzuzetteln. Auf einer weiteren Aufnahme ist der frühere Armeegeneral und heutige Führer der Rechtspartei Voluntad Popular, Antonio Rivero, zu sehen, wie dieser während einer Protestkundgebung nach der Wahl Jugendliche anleitet, wie sie sich mit Steinen und Flaschen der Polizei entgegenstellen könnten. »Die Aufgabe war, uns in einen Bürgerkrieg zu treiben«, zeigte sich Minister Rodríguez überzeugt. Durch diesen habe dann eine ausländische Intervention provoziert werden sollen.

In Washington wollte man sich zu dem Fall zunächst nicht äußern. Man habe davon nur aus den Medien gehört und bemühe sich um mehr Informationen, erklärte der Sprecher des US-Außenministeriums, Patrick Ventrell, am Donnerstag (Ortszeit) bei der täglichen Pressekonferenz im State Department. Gegenüber der Nachrichtenagentur AP wies der Vater des Verdächtigen, Emmet Tracy, alle Vorwürfe zurück. Sein Sohn sei Journalist und habe sich seit dem vergangenen Jahr in Venezuela aufgehalten, um einen Dokumentarfilm über die politische Situation des Landes zu drehen.

Venezuelas Präsident Nicolás Maduro forderte hingegen die Festnahme aller Personen, die auf den beschlagnahmten Videos zu sehen sind und in die »Konspiration der Rechten gegen die venezolanische Demokratie« verwickelt seien. In El Valle im Südwesten von Caracas rief er die Bevölkerung zur Wachsamkeit auf, da die Rechte weitere Angriffe auf den Frieden vorbereiten könne. »Hier darf keiner das Land ins Chaos stürzen, nur weil er zur Rechten gehört.«

Wie die Tageszeitung Ciudad CCS berichtete, sollte Tracy am Freitag (Ortszeit) dem Haftrichter vorgeführt werden. Staatsanwältin Gineira Rodríguez werde den US-Amerikaner dabei des Verstoßes gegen die venezolanischen Strafgesetze während der gewaltsamen Ausschreitungen am 15. April und danach anklagen.
Quelle: Rebelion, 28.4.13

Wie funktioniert das venezolanische Wahlsystem?

Samstag, 27. April 2013



(zas, 26.4.13) Gestern hat der unterlegene Präsidentschaftskandidat Henrique Capriles faktisch eine neue Verschärfung der Chaosstrategie in Venezuela angekündigt, indem er teilweise absurde Forderungen für die sogenannte Nachzählung stellte. Das ist keine Überraschung. So oder so oder so will die Rechte unter Anleitung aus Washington ihre Wahlniederlage nicht hinnehmen, sondern möglichst viele „Wirren“ provozieren, die kurz- oder mittelfristig ausländische Interventionen diverser Art legitimieren sollen. Wir werden darauf eingehen. Zuvor aber ist es nötig, das venezolanische Wahlsystem darzustellen, um die medial gehandelten Lügen dazu durchschauen zu können. Oder anders gesagt: Warum sagte Jimmy Carter letzten Herbst: „Von den 92 Wahlen, die wir [das Carter Center] beobachtet haben, würde ich sagen, dass der Wahlprozess in Venezuela der beste weltweit ist“ (Global Atlanta, 17.9.12)? (Und warum wohl meinte er bei derselben Gelegenheit bezüglich des US-Wahlsystems: „Wir haben eines der weltweit schlechtesten Wahlsysteme“?)

Beleg, nicht Stimmzettel
Das venezolanische Wahlsystem ist voll computerisiert, d.h., landesweit werden die Stimmen in den rund 40'000 Wahlzentren an Wahlcomputern abgegeben und von diesen zusammengerechnet. Die Wählerin, der Wähler wird über ein automatisiertes Fingerabdrucksystem identifiziert, um Betrugsmanöver wie Mehrfachwählen zu unterbinden. Erst diese Fingerabdruckidentifzierung aktiviert den Wahlcomputer für die Stimmabgabe. Dabei tippt man auf dem elektronischen Wahlzettel auf dem Bildschirm seine/ihre Wahl an (im aktuellen Fall: Nicolás Maduro oder Henrique Capriles), erhält davon einen Ausdruck und kann erst danach die elektronische Wahl validieren, indem man auf „votar“ (stimmen) drückt. Dies erlaubt, wäre die angegebene Wahloption im Ausdruck falsch, die elektronische Wahl zu überprüfen und gegebenenfalls zu korrigieren. (Weder bei diesen noch bei früheren Wahlen ist offenbar auch nur ein Fall von Diskrepanz zwischen der angegebenen elektronischen Option und dem Ausdruck bekannt geworden.) Danach wirft man den erhaltenen Ausdruck in eine Urne ein. Die ParteivertreterInnen an den Wahltischen tragen dafür Sorge, dass das nicht vergessen geht. Bei diesem Ausdruck handelt es sich juristisch nicht um einen Stimmzettel, da die Stimme ja elektronisch abgegeben wird, sondern um einen Beleg – comprobante. (Ein Detail, auf das wir bei der Diskussion der rechten Manipulation rund um das Wahlergebnis zurückkommen werden.)
 
Fingerabdruck-Identifizierung

Pro Wahltisch sind 500 Wahlberechtigte eingetragen. Die Wählenden unterschreiben auch im handschriftlich geführten sogenannten Wahlheft. Nach Ende des Wahlvorgangs rechnet die Wahlmaschine in der sogenannten Stimmauszählungsakte (acta de escrutinio) die Stimmen zusammen. Darin sind enthalten die Angaben über die Gesamtzahl der abgegebenen Stimmen und die Zahl der Stimmen pro Kandidatur. Die Zahl der Wahlbeteiligten auf dieser Akte wird mit jener im schriftlich geführten Wahlheft verglichen. Anschliessend wird die elektronische Stimmauszählungsakte von allen Mitgliedern des Wahltischs – das sind die ComputertechnikerInnen des Wahlrates CNE (Consejo Nacional Electoral) und die ParteivertreterInnen – unterschrieben (so wie hierzulande auf dem Postbüro handschriftlich-elektronisch firmiert wird) und ausgedruckt. Danach wird die Maschine an ein vom Internet unabhängiges, gegen Fremdeinwirkung abgeschirmtes und von der staatlichen Telekom Cantv speziell geschaffenes Übertragungsnetz angeschlossen und die Daten der firmierten Schlussakte werden ans nationale Rechenzentrum des CNE, das sogenannte Totalisierungszentrum, übermittelt. Die VertreterInnen der beteiligten Parteien erhalten Kopien der Akte. 
Im Wahlheft unterschreiben


Nicht eine Divergenz
Als nächstes sieht das venezolanische Wahlgesetz die Überprüfung von 54 % der Wahltische, rund 20'800 an der Zahl, noch am Wahlabend vor. Diese Wahltische werden mit einem international anerkannten Zufallsgenerator ausgewählt; es gibt also keine Möglichkeit, „präparierte“ Wahltische unterzujubeln. Dabei vergleichen die Mitglieder jedes Wahltisches u. a. die elektronischen Wahlresultate mit den in der Urne deponierten „Wahlzetteln“ bzw. Belegen. Auch dafür wird eine Akte mit der Unterschrift aller Beteiligter, also auch der Opposition, erstellt; Kopien erhalten der CNE und die ParteivertreterInnen. Auch bei den letzten Wahlen ist wie bei früheren Wahlanlässen nicht eine, ich wiederhole, nicht eine Unstimmigkeit reklamiert worden. (Auch bei seiner sogenannten Beschwerde vor dem CNE vom letzten Mittwoch hat das des Oppositionsbündnis nicht einen konkreten Fall von Unstimmigkeit bei diesen 54% aller Wahltische geltend gemacht. Es hat stattdessen allgemeine Verdächtigungen und durch kein einziges Indiz erhärtete Zahlen zur angeblichen Massenhaftigkeit des Betrugs vorgetragen; ein durchsichtiges Manöver, um sagen zu können, man habe Rechtsmittel ergriffen, ohne diese aber real zu ergreifen.) Die Bestimmung der Nachkontrolle von 54 % der Wahltische war 2006 als Entgegenkommen an die Rechte ins Wahlgesetz aufgenommen worden. CNE-Vizepräsidentin Sandra Oblitas meinte dazu: „Statistisch liegt dies [die 54 %) weit über jedem rationalem Gebot, denn die das automatisierte System bildenden technologischen Elemente könnten zu 3 oder 5 % überprüft werden, aber es werden 54 % kontrolliert und das Resultat ist wie immer exakt“ (aporrea.org, 23.4.13).

Kontrollen
Das Papier Tecnología Electoral en Venezuela des CNE, in dem wohlverstanden die Opposition sowohl im nationalen Leitungsorgan wie auch in den technischen Bereichen vertreten ist, schildert eine Reihe Kontrollmechanismen, mittels derer das einwandfreie Funktionieren des Wahlsystems garantiert wird. Gemeinsam ist allen elektronischen Kontrollen, dass sie mit eine sogenannten Hashwert  „unterschrieben“ werden. Wird beispielsweise die Software eines Wahlcomputers (ihr in Programmiersprache geschriebener Quellcode) untersucht, wird nach der Prüfung ein einzigartiger Hashwert errechnet, der sich aus Elementen wie der Software, der betreffenden Maschine, dem Zeitpunkt seiner Erstellung u. a. ergibt. Erfolgt später irgendein Eingriff in die Software, verändert sich der Hash- oder Streuwert unweigerlich. Es handelt sich somit um eine Art situative Unterschrift, deren Aktivierung überdies die gemeinsame Beteiligung der VertreterInnen des CNE, der beteiligten Parteien oder Parteibündnisse und des Softwareherstellers Smartmatic bedingt. Eine einzelne Partei hat keine Möglichkeit, auf den Hashwert zuzugreifen.
Bei allen Kontrollen sind mindestens TechnikerInnen des CNE und der wahlteilnehmenden Parteien oder Parteibündnisse beteiligt. Von den im CNE-Papier zitierten Kontrollen seien hier folgende erwähnt:
1.            Vor der Wahl überprüfen CNE, Parteien und Smartmatic den Quellcode der Software für jede einzelne Wahlmaschine. Der danach generierte Hashwert wird bei jeder folgenden Kontrolle überprüft.
2.            Jede Wahlmaschine wird auf Hashwert und Funktionsweise überprüft. Ein Prozent der nach Zufallsprinzip ausgewählten Maschinen wird vor der Auslieferung nochmals überprüft.
3.            Kontrolle des Systems der biometrischen Identifizierung. Dabei geht es vor allem darum, sicherzustellen, dass eine Verbindung von Fingerprints mit der Sequenz der Stimmabgabe ausgeschlossen ist und damit das Wahlgeheimnis respektiert wird.
4.            Auch biometrische Maschinen werden, nach einem Zufallsprinzip ausgewählt, auf ihren Hashwert überprüft.
5.            Alle Elemente des Übertragungsnetzes werden überprüft und es wird sichergestellt, dass es keine Möglichkeit gibt, vom Internet aus darauf zuzugreifen.
6.            Das nationale Rechenzentrum (Totalisierungszentrum) des CNE, seine Komponenten, sein Quellcode und der Hashwert seines Anwendungprogramms werden überprüft. Nach den Wahlen erhalten die Parteien vom CNE das Logbuch mit den Daten, Zeitpunkt und Dauer der Verbindung zwischen Wahlmaschine und Rechenzentrum.
7.            Schlusskontrolle. Dabei handelt es sich um die 54 % zufällig ausgewählter Wahltische, bei denen die Gesamtstimmen und Stimmenzahl für im aktuellen Fall Maduro und Capriles der elektronischen Stimmauszählungsakten mit jenen der papierenen Belege in der Urne abgeglichen werden.
 
Wahltisch

Wie gesagt, es gibt noch eine Reihe gesetzlich vorgeschriebener Kontrollen mehr. Zu erwähnen ist auch, dass die Parteien natürlich mit Argusaugen darüber wachen, ob die im nationalen Rechenzentrum verwendeten Daten mit jenen der Stimmauszählungsakte des einzelnen Wahltisches übereinstimmen – von beiden Angabensets haben sie Kopien mitsamt den Unterschriften. Auch hier: Die Wahlbetrug schreiende Rechte hat nicht eine einzige Divergenz beanstandet.

Nachprüfung verweigern
Mit diesen Sicherungen gilt in Venezuela die elektronische Stimme als juristische Stimmabgabe (wie übrigens in den Teilen der USA oder anderswo, wo es elektronische Stimmabgabe gibt). Die nur auf den ersten Blick plausibel erscheinende Forderung von Capriles (und Washington) nach einer „Nachzählung“ der Papier-„Stimmzettel“ oder neu etwa nach einer „Überprüfung“ jeder einzelnen Unterschrift im Wahlheft, jedes einzelnen Fingerabdrucks zielt darauf ab, das ganze Wahlsystem abzulehnen. Deshalb kommt es zu Äusserungen von CNE-Mitgliedern, dass eine „Nachzählung“ im Sinne Washingtons und Capriles unmöglich sei. Eine Nachzählung im eigentlichen Sinn hat es ja schon in 54 % der Wahltische gegeben, mit Unterstützung und Validierung der jeweiligen OppositionsvertreterInnen an den Wahltischen. Der CNE hatte letzte Woche beschlossen, auch die restlichen Wahltische (bzw. einen grossen, nach Zufallsprinzip ermittelten Teil davon) in diesem Sinne nachzukontrollieren. Eine Herkulesarbeit, denn jetzt sind die insgesamt 7 Mitglieder der 40'000 Wahltische ja wieder verstreut. Auf heute oder morgen Freitag hat der Wahlrat deshalb die Ausarbeitung eines Chronogramms für diese zweite Nachkontrolle, die rund einen Monat dauern würde, angekündigt. Capriles stellte nun am Mittwoch ein „Ultimatum“, dessen gesammelte Elemente schlicht auf die Nichtanerkennung jenes Wahlsystems hinauslaufen, das sein Parteienbündnis nicht nur für diese und vorausgegangene Wahlen anerkannt, sondern auch für seine internen Primärwahlen beansprucht hatte, die ihn, den rechtsextremen Aktivisten aus reichem Haus, zum Präsidentschaftsanwärter gemacht hatten. Mit anderen Worten: Capriles weiss, dass auch die Nachkontrolle der restlichen Wahltische an seiner Niederlage nichts ändern würde. Also sabotiert er diese Nachkontrolle mit absurden Forderungen (die geforderte „Überprüfung“ jeder einzelnen Unterschrift, jedes einzelnen Fingerabdrucks der über 14 Millionen WählerInnen würde mindestens viele Monate erfordern.) Worum es ihm und Washington geht: sich jeglicher realen Kontrolle des Wahlergebnisses verweigern und die Strategie des Chaos aktiv voranzutreiben, trotz ungünstigen lateinamerikanischen Umfelds.

Den Angriff verschärfen
„Unsere“ Medien, so geil darauf, die Fährte des Wahlbetrugs in Venezuela aufzunehmen, leiden an der im Herrschaftslager üblichen politischen Schizophrenie: In den USA, wo Wahlcomputer anfällig sind für auch primitivste Manipulationen, ist zum Beispiel der Quellcode „Betriebsgeheimnis“ und kann nicht eingesehen werden, weder von der Wahlbehörde noch von den Parteien.  Das Krankheitsbild wird nicht dadurch geschönt, dass der elektronische Wahlbetrug durch andere, klassischere Methoden des zunehmenden Wahlausschlusses Wahlberechtigter aus den Unterklassen in den Schatten gestellt wird. US-Aussenminister John Kerry fordert heute „wegen“ des knappen Resultats eine „Nachzählung“ der geschilderten Art. Als er bei den Präsidentschaftswahlen 2004 mit einem viel knapperen prozentualen Resultat gegen Bush unterlag, akzeptierte er schnurstracks, ohne mit der Wimper zu zucken, zum Entsetzen vieler seiner AnhängerInnen, das offizielle Verdikt. Natürlich, damals ging es um eine interne Ausmarchung in der Elite, heute aber um eine von der Obama-Administration verschärfte Destabilisierungattacke auf Venezuela.

Venezuela/USA: Amnesty und Human Rights Watch als Gehilfen

Freitag, 26. April 2013




(zas, 26.4.13)Joe Emmersberger berichtet auf Zcommunications von einem Wettbewerb der besonderen Art: Wer holt sich den Preis als grösster Dummkopf? Amnesty International USA gilt ihm als Favoritin. Sie hatte den venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro aufgefordert, den Gewalttätigkeiten nach den Wahlen ein Ende zu bereiten: „Gewalttätige Vorkommnisse um die venezolanischen Präsidentschaftswahlen vom letzten Sonntag werden wahrscheinlich zunehmen, wenn die Behörden nicht schnelle, effektive Untersuchungen einleiten und die Verantwortlichen vor die Justiz bringen“. Emmersberger steht auf Fairness und kann deshalb eine weitere Spitzenanwärterin auf den Preis nicht unerwähnt lassen: die gute, alte Human Rights Watch. Der Amerika-Chef von HRW, José Miguel Vivanco, wusste nämlich dies zur Klärung beizutragen: „Die VenezolanerInnen haben das Recht, friedlich die Wahlresultate in Frage zu stellen. Maduro sollte keine ‚eiserne Faust’ androhen, um jene zu behindern und einzuschüchtern, die ihre Meinung zu äussern versuchen“. „Die ihre Meinungen zu äussern versuchen“…. Wahlverlierer Capriles hatte zu Protesten aufgerufen, worauf in grossen Teilen Venezuelas synchronisiert staatliche Gesundheitsposten, pro-chavistische Medien, linke Parteibüros, Wohnungen von chavistischen PolitikerInnen u. a. angegriffen worden sind, teilweise bewaffnet, teilweise mit Brandsätzen. Chavistische Siegesfeiern  wurden von Bewaffneten attackiert. Bisher sind 10 Menschen als Folge dieser Angriffe gestorben, alles Chavistas. Capriles sagt, die Angriffe hätten nicht stattgefunden, seien Ausdruck normaler Strassenkriminalität u. ä gewesen. Und bemüht natürlich die Argumentation von der unglaublichen chavistischen Repression gegen Andersdenkende. Gleich sieht das das State Department und deshalb auch Human Rights Watch. Nochmals Vivanco: „Die Regierung sollte mit einer unabhängigen, glaubwürdigen Untersuchung aller Gewaltakte die Verantwortlichen ermitteln, anstatt Kriminaluntersuchungen als politische Waffe einzusetzen“. Denn Vivanco weiss, wie aus seinem Communiqué hervorgeht: Eine „unabhängige“ Untersuchung würde nie und nimmer seine Seite als verantwortlich erklären.
Sowohl Amnesty wie auch HRW insinuieren klar, dass für die „Unruhen“ Regierungskräfte verantwortlich waren. Solange diese nicht gestoppt würden, würde eben, so AI, die Gewalt wohl zunehmen. HRW steuert seit Jahren ihre verlogenen, der rechten Opposition abgeschriebenen Menschenrechtsberichte zu Venezuela als Propagandamittel jeweils vor Wahlen bei. Amnesty USA wird von einer ehemaligen Kaderfrau im State Department von Hillary Clinton, Susan Nossel, geleitet. Für weitere Menschenrechtsjuwele im Zusammenhang mit Venezuela, siehe Correos 171: „Warum Venezuela die Interamerikanische Menschenrechtskommission verliess“.

Ecuador/Spanien: Kleine Unterschiede



(zas, 26.4.13) Der staatliche TV-Sender Spaniens kann’s nicht lassen, er muss einfach versuchen, dem ecuadorianischen Präsidenten Correa am Zeugs zu flicken. Dabei ist er damit letztes Jahr schon einmal bös auf die Nase gefallen, als Correa der uneinsichtigen Journalistin erklären musste, dass in Ecuador die Wohnungen für die Menschen sind und nicht, wie in Spanien, für die Banken. Auch bei diesem Versuch machte TVE eine klägliche Figur: Versuchte die Journalistin etwa eine „Schliessung“ des TV-Senders Televisión TC als Enteignung seiner Besitzerfamilie und damit als Angriff auf die Pressefreiheit darzustellen, musste sie sich vom Präsidenten eines besseren  belehren lassen: Der Sender gehörte der grössten Bank des Landes, die bankrott ging, worauf die EigentümerInnen flüchteten und Millionen Steuerschulden hinterliessen. Und eben etlichen immobilen Besitz, darunter den Sender, der vom Staat an seine Belegschaft verkauft wurde. Nun ja, zum Schluss gab sich die Journalistin leicht versöhnlich: „Nach dem Tod von Hugo Chávez sieht man Sie als sein Nachfolger in Lateinamerika“. Antwort: „Ich habe grossen Respekt für König Juan Carlos und Königin Sofía, aber in Lateinamerika haben wir keine Monarchien, keine Erben; wir haben Leaders, die ihre Völker vertreten und für sie sterben würden“.
Quelle: aporrea.org, 24.4.13: Rafael Correa vapulea de nuevo a periodista de Televisión Española y da una lección de historia contemporánea

El Salvador: AI-Urgent Action gegen das totale Abtreibungsverbot


https://www.amnesty.de/urgent-action/ua-093-2013/schwangere-lebensgefahr?destination=node%2F5309

Schwangere in Lebensgefahr

  • El Salvador
UA-093/2013
Index:
AMR 29/001/2013
15. April 2013
BEATRIZ, 22-jährige Frau (vollständiger Name ist Amnesty International bekannt)
Lage El Salvador: © AmnestyLage El Salvador: © Amnesty
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0154 haben sich bereits eingesetzt.
Die 22-jährige Beatriz ist schwanger, es handelt sich jedoch um eine Risikoschwangerschaft, die ihr Leben in Gefahr bringt. Die Behörden von El Salvador verweigern ihr den lebensrettenden medizinischen Eingriff und setzen sie damit grausamer, unmenschlicher und erniedrigender Behandlung aus.
Beatriz leidet an gesundheitlichen Beschwerden, die sie bei einer Schwangerschaft in Lebensgefahr bringen. Sie leidet an der Autoimmunkrankheit Lupus erythematodes, bei der das Immunsystem das eigene Gewebe angreift. Beatriz hat noch weitere Krankheiten, wie z.B. ein Nierenleiden, das mit ihrer Autoimmunkrankheit in Zusammenhang steht. Eine vorherige Schwangerschaft war zudem mit erheblichen Komplikationen verbunden. Laut ärztlicher Diagnose ist Beatriz in großer Gefahr während der Schwangerschaft zu sterben. Drei Untersuchungen haben ergeben, dass der Fötus an Anenzephalus leidet, d.h. große Teile des Gehirns und des Schädels sind nicht ausgebildet. Nahezu alle Kinder mit Anenzephalus sterben vor der Geburt bzw. innerhalb weniger Stunden oder Tage nach der Geburt.
Weil sie weiterleben möchte, bittet Beatriz seit über einem Monat darum, wie medizinisch indiziert, einen Schwangerschaftsabbruch vornehmen lassen zu dürfen. Sie ist nun seit viereinhalb Monaten schwanger. Die zuständigen MedizinerInnen haben sich ihrem Wunsch bislang widersetzt, weil sie sich nicht in der Lage sehen, die Schwangerschaft abzubrechen, so lange ihnen die Regierung El Salvadors nicht zusichert, dass sie nicht strafrechtlich verfolgt werden, wenn sie die Abtreibung vornehmen. Abtreibung stellt in El Salvador grundsätzlich eine Straftat dar. Artikel 133 des Strafgesetzbuchs besagt, dass jede Person, die einen Schwangerschaftsabbruch ermöglicht bzw. versucht, sich Zugang zu einer Möglichkeit für den Schwangerschaftsabbruch zu verschaffen, mit einer langen Haftstrafe rechnen muss.
Die MedizinerInnen, die Beatriz derzeit behandeln, haben die Genehmigung beantragt, mit der Behandlung fortzufahren. Bislang haben sie aber noch keine Antwort auf ihren Antrag erhalten. Beatriz und ihre Familie haben zunehmend Angst und leiden unter der psychischen Belastung, weil die Lebensgefahr für Beatriz immer größer wird. Beatriz hat einen einjährigen Sohn. Die derzeitige Belastung trägt zudem zur Verschlechterung ihres Gesundheitszustands bei.

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Musterbrief
 
 Dra. María Isabel Rodríguez Ministerio de Salud
Calle Arce No. 827
San Salvador
El Salvador, C.A.


Estimada Señora Ministra:

Estoy enterado del grave problema de salud de la jóven Beatriz de 22 años, madre de un hijo de un año, y embarazada de cuatro meses y medio.

Como los médicos que tratan a Beatriz han solicitado a las autoridades competentes permiso de proceder a un aborto, única intervención médica posible para salvar la vida de Beatriz, entendemos que Ud. está al tanto de la situación de la jóven Beatriz.

Beatriz sufre de Lupus y de insuficiencia renal y por lo tanto ya su primer embarazo era acompañado de graves problemas. El diagnóstico actual que los médicos han establecido, consta de un alto riesgo de muerte si Beatriz continua con el embarazo. Además el diagnóstico prenatal ha revelado en varios oportunidades que el feto es anencefalítico. En la mayoría de los casos de anencefalia los bebes mueren antes de que su madre de luz o poco después.  

Conociendo la legislación constitucional y penal de El Salvador en materia de aborto, y sumamente preocupado por la vida de la jóven Beatriz, le ruego, Señora Ministra, de autorizar inmediatamente la intervención médica que puede salvar la vida de la jóven. Le ruego de asegurar que los médicos puedan proceder a darle a Beatriz el tratamento necesario, sin ariesgar persecución penal alguna. Además le ruego como máxima autoridad en materia de salud, de hacer todo lo posible a su alcanze para volver a una legislación que permita un aborto en caso de riesgo por la vida de la madre o en el caso de que un embarazo sea resultado de una violación.

Esperando su intervención inmediata y directa a favor de la vida de Beatriz me suscribo

Atentamente


Kopie an: S.E. Anita Cristina Escher Echeverría, Kanzlei der Botschaft der Republik El Salvador,
Joachim-Karnatz-Allee 47, 10557 Berlin, Fax: 030-2248 8244, E-Mail:
embasalvarfa@googlemail.com oder congenalemania@googlemail.com

Übersetzung

Dra. María Isabel Rodríguez Ministerio de Salud
Calle Arce No. 827
San Salvador
El Salvador, C.A.

Sehr geehrte Frau Ministerin,
Ich bin informiert über die schwerwiegenden Gesundheitsprobleme von Frau Beatriz, einer jungen Frau von 22 Jahren, Mutter eines einjährigen Sohnes und im fünften Monat schwanger.

Da die Ärzte, die Beatriz behandeln, die zuständigen Stellen um die Erlaubnis gebeten haben, eine Abtreibung vornehmen zu können, weil allein ein solche Intervention das Leben von Beatriz retten kann, gehe ich davon aus, dass auch Sie über die Situation der jungen Frau informiert sind.

Beatriz leidet an Lupus und Niereninsuffizienz und hat deshalb schon bei ihrer ersten Schwangerschaft ernsthafte Probleme gehabt. Die aktuelle Diagnose der Ärzte hat ein hohes Risiko für das Leben der Mutter festgestellt für den Fall, dass Beatriz die Schwangerschaft fortsetzt. Außerdem hat die pränatale Diagnose wiederholt festgestellt, dass der Fötus anenzephalitisch ist. In der Mehrzahl der Fälle von Anenzephalie sterben die Babys noch vor der Geburt oder kurz danach.

In Kenntnis der Verfassung und des Strafrechts El Salvadors bezüglich von Schwangerschaftsabbrüchen, und äußerst besorgt um das Leben von Beatriz, bitte ich Sie, Frau Ministerin, die medizinische Intervention, die das Leben der jungen Frau retten kann, sofort zu genehmigen. Ich bitte Sie sicherzustellen, dass die Ärzte Beatriz die notwendige Behandlung geben können, ohne eine strafrechtliche Verfolgung zu riskieren. Außerdem bitte ich Sie als oberste Instanz des Gesundheitswesens, alles in ihrer Macht stehende zu tun, um zu einer Gesetzgebung zurückzukehren, die im Falle eines hohen Risikos für das Leben der Mutter, oder in dem Fall, dass die Schwangerschaft Ergebnis einer Vergewaltigung ist, eine Schwangerschaftsunterbrechung erlaubt.

In der Hoffnung auf Ihr unmittelbares und direktes Eingreifen zu Gunsten des Lebens von Beatriz verbleibe ich.

Mit freundlichen Grüßen


Kopie an: S.E. Anita Cristina Escher Echeverría, Kanzlei der Botschaft der Republik El Salvador,
Joachim-Karnatz-Allee 47, 10557 Berlin, Fax: 030-2248 8244, E-Mail:
embasalvarfa@googlemail.com oder congenalemania@googlemail.com



  Lic. Mauricio Funes
Presidente de la República de El Salvador
Casa Presidencial
San Salvador
El Salvador, C.A.
Fax: +503 22 43 99 47
Twitter: http://twitter.com/fmlnoficial

Estimado Señor Presidente:
Estoy enterado del grave problema de salud de la jóven Beatriz de 22 años, madre de un hijo de un año, y embarazada de cuatro meses y medio.

Como los médicos que tratan a Beatriz han solicitado a las autoridades competentes permiso de proceder a un aborto, única intervención médica posible para salvar la vida de Beatriz, entendemos que Ud. está al tanto de la situación de la jóven Beatriz.

Beatriz sufre de Lupus y de insuficiencia renal y por lo tanto ya su primer embarazo era acompañado de graves problemas. El diagnóstico actual que los médicos han establecido, consta de un alto riesgo de muerte si Beatriz continua con el embarazo. Además el diagnóstico prenatal ha revelado en varios oportunidades que el feto es anencefalítico. En la mayoría de los casos de anencefalia los bebes mueren antes de que su madre de luz o poco después.  

Conociendo la legislación constitucional y penal de El Salvador en materia de aborto, y sumamente preocupado por la vida de la jóven Beatriz, le ruego, Señor Presidente, de autorizar inmediatamente la intervención médica que puede salvar la vida de la jóven. Le ruego de asegurar que los médicos puedan proceder a darle a Beatriz el tratamento necesario, sin ariesgar persecución penal alguna. Además le ruego como Presidente de la República de El Salvador y jefe de gobierno, de hacer todo lo posible a su alcanze para volver a una legislación que permita un aborto en caso de riesgo por la vida de la madre o en el caso de que un embarazo sea resultado de una violación.

Esperando su intervención inmediata y directa a favor de la vida de Beatriz me suscribo

Atentamente

Kopie an: S.E. Anita Cristina Escher Echeverría, Kanzlei der Botschaft der Republik El Salvador,
Joachim-Karnatz-Allee 47, 10557 Berlin, Fax: 030-2248 8244, E-Mail:
embasalvarfa@googlemail.com oder congenalemania@googlemail.com


Übersetzung

Lic. Mauricio Funes Presidente de la República de El Salvador
Casa Presidencial
San Salvador
El Salvador, C.A.
Fax: +503 22 43 99 47
Twitter: http://twitter.com/fmlnoficial



Sehr geehrter Herr Präsident, 

Ich bin informiert über die schwerwiegenden Gesundheitsprobleme von Frau Beatriz, einer jungen Frau von 22 Jahren, Mutter eines einjährigen Sohnes und im fünften Monat schwanger.

Da die Ärzte, die Beatriz behandeln, die zuständigen Stellen um die Erlaubnis gebeten haben, eine Abtreibung vornehmen zu können, weil allein ein solche Intervention das Leben von Beatriz retten kann, gehe ich davon aus, dass auch Sie über die Situation der jungen Frau informiert sind.

Beatriz leidet an Lupus und Niereninsuffizienz und hat deshalb schon bei ihrer ersten Schwangerschaft ernsthafte Probleme gehabt. Die aktuelle Diagnose der Ärzte hat ein hohes Risiko für das Leben der Mutter festgestellt für den Fall, dass Beatriz die Schwangerschaft fortsetzt. Außerdem hat die pränatale Diagnose wiederholt festgestellt, dass der Fötus anenzephalitisch ist. In der Mehrzahl der Fälle von Anenzephalie sterben die Babys noch vor der Geburt oder kurz danach.

In Kenntnis der Verfassung und des Strafrechts El Salvadors bezüglich von Schwangerschaftsabbrüchen, und äußerst besorgt um das Leben von Beatriz, bitte ich Sie, Herr Präsident, die medizinische Intervention, die das Leben der jungen Frau retten kann, sofort zu genehmigen. Ich bitte Sie sicherzustellen, dass die Ärzte Beatriz die notwendige Behandlung geben können, ohne eine strafrechtliche Verfolgung zu riskieren. Außerdem bitte ich Sie als Präsident der Republik El Salvador und als Regierungschef, alles in ihrer Macht stehende zu tun, um zu einer Gesetzgebung zurückzukehren, die im Falle eines hohen Risikos für das Leben der Mutter, oder in dem Fall, dass die Schwangerschaft Ergebnis einer Vergewaltigung ist, eine Schwangerschaftsunterbrechung erlaubt.

In der Hoffnung auf Ihr unmittelbares und direktes Eingreifen zu Gunsten des Lebens von Beatriz verbleibe ich.

Mit freundlichen Grüßen


Kopie an:
S.E. Anita Cristina Escher Echeverría, Kanzlei der Botschaft der Republik El Salvador,
Joachim-Karnatz-Allee 47, 10557 Berlin, Fax: 030-2248 8244, E-Mail:
embasalvarfa@googlemail.com oder congenalemania@googlemail.com