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 ZAS - Correos de las Américas
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[rojavaagenda] Newsletter Nr. 59: 8. März, Newroz & tausende Fahnen für Rojava

Samstag, 7. März 2026

 

Liebe Freund*innen und Genoss*innen

Nichts ist vorbei! In Rojava werden die Errungenschaften der Selbstverwaltung mit allen Mitteln verteidigt. Leisten auch wir unseren Beitrag. Zeigen wir, dass wir an der Seite von Rojava stehen, zeigen wir, dass auch wir für Rojava kämpfen.

Wir rufen zu einer Solidaritätsaktion auf: Hängt alle eine «Defend Rojava»-Fahne oder ein Transparent am 21. März gut sichtbar auf!

Ausserdem rufen wir alle FLINTAQ* auf an die Demos zum 8. März zu kommen!

Und wir laden zum Newroz-Fest am Samstag, 21. März in Zürich ein (weitere Infos folgen im nächsten Newsletter).

Defend Rojava: Tausende Fahnen für Rojava

Nach der Generealmobilmachung Mitte Januar gegen die Angriffe der jihadistischen Übergangsregierung und dem darauffolgenden Abkommen vom 29. Januar ist nach wie vor vieles unklar. Sicher ist, dass das Projekt Rojava weiterlebt und dass das nach wie vor belagerte Kobanê nicht an die syrische Übergangsregierung abgegeben wird. In ganz Rojava leisten die Menschen Widerstand, um das revolutionäre Projekt, ihre Hoffnung, ihre Würde und ihre Existenz zu verteidigen. Die aktuellen ideologischen Angriffe auf die Selbstverwaltung in Rojava zielen insbesondere auf die Frauenrevolution ab – deshalb gilt es sie mit allen möglichen Mitteln zu verteidigen.

Die Angriffe im vergangenen Monat wurden zwar durch die Übergangsregierung von Al-Jolani ausgeführt und von der Türkei orchestriert, wären aber nicht möglich gewesen, ohne Grünes Licht von den internationalen Mächten, allen voran die USA, Israel und die EU. Aber auch das Kapital, die Gas- und Erdölkonzerne sowie die wirtschaftlichen Vertretungen aus Ländern, wie etwa aus der Schweiz, waren es, die diesen Angriff mit unterstützt und ermöglicht haben. So war nicht nur die Präsidentin der Europäischen Kommission anfangs Januar in Damaskus, um 600 Millionen zu spenden, eine Schweizer Delegation traf auch Mitte Januar in Damaskus ein, um die wirtschaftlichen Beziehungen auszubauen. Denunzieren wir die Komplizenschaft des Westens, lassen wir Rojava an jeder Wand, auf jedem Plakat, auf jedem Balkon, auf jeder Brücke, in allen Städten erscheinen.

Zeigen wir, dass wir viele sind, die in internationaler Solidarität Schulter an Schulter mit Rojava stehen! Hängt eine Fahne oder ein Transparent aus eurem Fenster, in der Schule und am Arbeitsplatz, an das Velo und Auto, an eine Brücke und zwischen Laternen… irgendwo, wo es im öffentlichen Raum sichtbar ist.

Die «Defend Rojava»-Fahnen können für 5 Franken bezogen werden, zum Beispiel am 13. März ab 18 Uhr im Infoladen Kasama oder am Samstag, 14. März von 13 Uhr bis 17 Uhr beim Werdmühleplatz (in Zürich). Die Einnahmen gehen vollumfänglich nach Rojava. Wer noch solche Fahnen zu Hause hat, soll die gerne auch am 21. März aufhängen.

Am 21. März ist Newroz, das kurdische Neujahrsfest, das der Frühling feiert und ein Symbol des Widerstands ist. Zeigen wir an diesem Tag und darüber hinaus mit tausenden Fahnen und Transparente unsere Solidarität mit Rojava.

Schickt ein Foto der aufgehängten Fahne bzw. von euren Transparenten auf Instagram an @rojavakomiteezuerich oder per Mail an rojka@riseup.net

Demos zum Internationaler Frauenkampftag

7.3.26 10:30 Archhöfe Winterthur
7.3.26 13:30 Paradeplatz Zürich
8.3.26 14:00 Ni Una Menos-Platz Basel
(Cis-Männer bleiben solidarisch fern)


Samstag, 14. März: Unser Kampf in Rojava ist der Kampf für die Freiheit der Welt!
Am Samstag, dem 14.März von 13 – 17 Uhr organisiert der Frauenrat Beritan gemeinsam mit feministischen Kollektiven aus Zürich eine Veranstaltung am Werdmühlplatz.
Es wird durch den Nachmittag hindurch verschiedenstes Programm geben, mit feministischen Perspektiven aus Rojava, Iran, Baskenland und der Schweiz.


Rojhelat (Ostkurdistan) und Iran
– Berichte internationaler Medien über eine angebliche Bodenoffensive kurdischer Kämpfer:innen im Nordwesten des Iran wurden von kurdischen Organisationen zurückgewiesen: https://deutsch.anf-news.com/aktuelles/kurdische-krafte-weisen-berichte-uber-angebliche-offensive-in-iran-zuruck-50574
– „Kurden im Iran blicken auf eine jahrzehntelange Widerstandstradition zurück. Eine ausländische Militärintervention lehnen die meisten ihrer Parteien ab“, schreibt Nick Brauns anfangs Februar: https://www.jungewelt.de/artikel/516711.iran-ghazi-mohammeds-erben.html – und hier sein neuster Artikel zu den Versuchen der USA, die Kurd:innen in den Krieg zu treiben: https://www.jungewelt.de/artikel/518687.krieg-gegen-iran-die-kurdische-front.html
– Ende Juni 2025 haben die Kurdin Varisheh Moradi und drei weitere Mitgefangene aus dem Evin-Gefängnis in einem offenen Brief vor „imperialen Befreiungsillusionen“ gewarnt. Ihre Analyse ist weiterhin aktuell: https://civaka-azad.org/inhaftierte-frauen-in-evin-warnen-vor-imperialen-befreiungsillusionen/
– Aufruf der Gemeinschaft der freien Frauen Ostkurdistans (KJAR) zum 8. März: https://deutsch.anf-news.com/frauen/kjar-die-welt-erlebt-einen-beispiellosen-widerstand-von-frauen-50584

Wir sehen uns auf der Strasse!
Defend Rojava! Jin, jiyan, Azadî!
Rojava Komitee Zürich

rojavaagenda.ch
Telegram-Kanal: t.me/rojavaagenda
Instagram: @rojavakomiteezuerich

 

Von ZAS / Correos . 20:10
Tags: Kurdistan

Solidarität mit Aleppo, ZH 8.1.26

Mittwoch, 7. Januar 2026

 


 

Von ZAS / Correos . 20:29
Tags: Kurdistan, Solidarität

Zurück 18 [rojavaagenda] Newsletter Nr. 55: Welt-Kobanê-Tag, Abzug der Guerilla aus der Türkei und Interviews zur aktuellen Lage

Montag, 3. November 2025

 

Liebe Freund*innen und Genoss*innen

Am 1. November jährt sich der Welt-Kobanê-Tag zum 11. Mal. Vor 11 Jahren
gingen wir zu tausenden auf die Straße, um auf die Belagerung der Stadt
Kobanê durch die Mörderbanden des IS aufmerksam zu machen und den
Menschen in Rojava zu zeigen, dass sie nicht allein sind. Heute haben
sich die Machtverhältnisse in Syrien komplett verschoben und die
Selbstverwaltung steht vor einer neuen Herausforderung.

Das Ringen um die Zukunft Syriens hat sich seit dem Sturz von Assad im
Dezember 2024 intensiviert. Regionale und internationale Grossmächte –
wie die USA, Israel oder die Türkei – versuchen, das Land und die Region
nach ihren Interessen zu gestalten. Hayat Tahrir al-Sham (HTS), ein
Bündnis islamistischer Kräfte, soll das neue Syrien prägen. Deren
Milizen zeigen derweil mit blutigen Angriffen auf die alevitische und
drusische Bevölkerung ihr eigentliches Gesicht. 
 
In dieser Lage behauptet sich Rojava. Einerseits geht es um den Schutz
der Bevölkerung, der Region und des Projekts überhaupt, andererseits
skizziert Rojava eine Perspektive jenseits ausländischer Einmischung
oder islamistischer Beherrschung. Eine befreite Perspektive mit
gesellschaftlicher Teilnahme aller Geschlechter und Völker, mit einem
demokratischen und ökologischen Bewusstsein.
 
Im Kontext des Welt-Kobanê-Tags möchten wir euch zu
unserer Veranstaltung am 31. Oktober um 19 Uhr in den Infoladen Kasama
einladen. Wir werden gemeinsam auf den historischen Widerstand von
Kobanê zurückblicken und in einem Video-Call mit Ruksen Mohamed, der
Sprecherin der Frauenverteidigungseinheiten (YPJ), über die aktuelle
Lage sprechen. Achtung: die Veranstaltung war ursprünglich im Volkshaus
geplant und wurde jetzt ins Kasama verlegt. Dies Entscheidung haben wir
in folgender Stellungnahme begründet:
https://rojavaagenda.noblogs.org/post/2025/10/28/neu-veranstaltung-mit-ruksen-mohamed-ypj-zur-aktuellen-lage-in-rojava-und-syrien-im-infoladen-kasama/


Abzug der Guerilla aus der Türkei

Am Sonntag gaben KCK, YJA Star und HPG den Abzug der Guerilla aus der
Türkei bekannt. Diese werde sich nach Südkurdistan in die
Medya-Verteidigungsgebiete zurückziehen. Der Abzug solle eine neue Phase
in dem "Prozess für Frieden und eine demokratische Gesellschaft"
eröffnen. In Ihrem abschließenden Appell richteten sie sich an die
gesamte Bevölkerung: „Dies ist keine Phase, in der man auf
Entscheidungen anderer wartet, sondern eine Phase, in der ein freies und
demokratisches Leben durch organisierte gesellschaftliche Anstrengung
errungen werden muss.“[1]
 

Interviews zur aktuellen Lage

Damit ihr einen tieferen Einblick in die aktuelle Lage bekommt, haben
wir noch vier Interview Empfehlungen für euch:

In seinem Interview mit The Amargi spricht Zagros Hiwa, Sprecher von
KCK, über den Friedensprozess in der Türkei und die beschlossene
Entwaffnung der PKK. Er reflektiert über den Abzug der PKK aus der
Türkei und über eine mögliche Zukunft der politischen Beteiligung der
Kurd*innen.[2]
 
In Ihrem Interview macht die YPG-Kommandantin, Rohilat Efrîn, klar, dass
die Frauenverteidigungseinheit ihr Autonomie in Syrien behalten werden.
Sie zog unmissverständliche rote Linien: „Alle Werte, die in den letzten
zwölf Jahren entstanden sind, sind das Ergebnis eines langen Kampfes.
Niemand hat uns Frauen diese Rechte geschenkt – und deshalb hat auch
niemand das Recht, sie uns wieder zu nehmen. Es gibt keine Macht, die
die Rechte der Frauen leichtfertig einschränken kann. In dieser Hinsicht
sind wir zuversichtlich und haben volles Vertrauen in unsere eigene
Stärke.“ [3]
 
In einer Sondersendung des Fernsehsenders Medya Haber TV hat Duran
Kalkan, Mitbegründer der PKK, den bisherigen Prozess zur Auflösung der
PKK reflektiert. Er unterstrich deutlich, dass die physische Freiheit
Abdullah Öcalans eine notwendige Bedingung für die Auflösung der PKK
sei. [4]
 
In seinem Interview mit der jungen Welt analysiert Ertuğrul Kürkçü,
Mitbergünder der der Guerilla »Türkische Volksbefreiungspartei-Front«
und politischer Aktivist, den Prozess um die Auflösung der PKK. Er
betont das sich die Kurd*innen in der Türkei nicht mit einer
oberflächlichen Lösung des Problems zufrieden geben werden: „Mindestens
sieben bis acht Millionen Wähler, mit ihren Familien eine Gemeinschaft
von fast 30 Millionen Menschen, wissen heute: Es gibt keinerlei
Verpflichtung, einer Regelung zuzustimmen, die ihnen nicht tatsächlich
die Freiheit garantiert.“ [5]

[1]https://deutsch.anf-news.com/kurdistan/kurdische-bewegung-kundigt-ruckzug-ihrer-krafte-aus-der-turkei-an-48544
[2]https://www.youtube.com/watch?v=XdNbV-QKqqc
[3]https://deutsch.anf-news.com/frauen/ypj-kommandantin-zu-gesprachen-mit-damaskus-integration-heisst-nicht-unterwerfung-48453
[4]https://deutsch.anf-news.com/hintergrund/kalkan-regierung-hat-vernichtungspolitik-nicht-aufgegeben-48405
[5]https://www.jungewelt.de/artikel/507794.kurdischer-freiheitskampf-das-ist-ein-aufstand-der-w%C3%BCrde.html


Veranstaltungen und Demos:

Veranstaltung mit Ruksen Mohamed (YPJ)
Freitag, 31.10.2025, 19:00 Uhr, Infoladen Kasama, Zürich
Anlässlich des Welt-Kobanê-Tags am 1. November sprechen wir mit Ruksen
Mohamed, der Sprecherin der Frauenverteidigungseinheiten (YPJ), per
Video-Call über die aktuelle Lage in Rojava.
Link:
https://rojavaagenda.noblogs.org/post/2025/10/28/neu-veranstaltung-mit-ruksen-mohamed-ypj-zur-aktuellen-lage-in-rojava-und-syrien-im-infoladen-kasama/

Roten Kulturtage – Culture and Revolution?
Samstag, 01.11.2025, 13:00 Uhr, (Ort noch ausstehend), Zürich
Vom 30.11. – 09.11.2025 finden in Zürich die Roten Kultur Tage statt. Am
1. November wird in der Veranstaltung „Culture and Revolution?“ auf zwei
starke internationale Bewegungen geschaut, in denen Kultur ein wichtiger
Bestandteil des Kampfes ist. Panel Gäste sind Deniz Deman aus der
kurdischen Kulturbewegung und Jun Saturay aus der philippinischen
Bewegung.
Link: https://www.rote-kulturtage.ch
 
Welt-Kobanê-Tag in Basel
Demo: Samstag, 01.11.2025, 14 Uhr, Theaterplatz, Basel
Veranstaltungen: Samstag, 01.11.2025, ab 16 Uhr, Rebgasse 1, Basel
In Basel ruft das Rojava Komitee zum Welt-Kobanê-Tag zur Demo auf.
Anschließend gibt es einen Vortrag zur aktuellen Situation und eine
Lesung des Buches „Werder der du bist“ mit Tagebucheinträgen, Briefen
und Notizen von Michael Panser. Ausserdem gibt es Essen und Musik.
Link: https://www.instagram.com/rojava_bs/
 
Solifest für Rojava in St. Gallen
Samstag, 01.11.2025, 17:30 Uhr, Grabenhalle, St. Gallen
In St. Gallen gibt es anlässlich zum Welt-Kobanê-Tag ein Solifest in der
Grabenhalle. Es gibt Essen, Infobeiträge und Musik bis spät in die
Nacht.
Link: https://www.grabenhalle.ch/solifest-fuer-rojava-2/
 
Demo am 8. November in Köln
Samstag, 08.11.2025, 11:00 Uhr, Deutzer Werft, Köln
Unter dem Motto „Freiheit für Öcalan – Eine politische Lösung für die
kurdische Frage“ findet am 8. November eine Grossdemonstration in Köln
statt. Es werden Menschen aus ganz Europa erwartet. Aus Zürich wird es
Busse am Freitagabend geben.
Link: https://deutsch.anf-news.com/aktuelles/-48474

Demo Antifa überall
Samstag, 15.11.2025, 16:00 Uhr, Ni-Una-Menos Platz (ehem.
Helvetiaplatz), Zürich
„Bringen wir die Vielfalt unserer antifaschistischen Kämpfe in einem
kollektiven Moment der Stärke zusammen“
Link: https://www.instagram.com/oat_zuerich/

KRIEG UND FRIEDEN – Die Rolle von FINTAs in Friedensprozessen 
Dienstag, 25.11.2025, Eintritt ab 18:00 Uhr, Start 19:30 Uhr,
Grabenhalle, St. Gallen
Anlässlich des Internationalen Tages gegen Gewalt an FINTA Personen
wollen wir euch auf die spannende Veranstaltung „KRIEG UND FRIEDEN – Die
Rolle von FINTAs in Friedensprozessen“ in der Grabenhalle hinweisen.
„Wenn von Frieden die Rede ist, dann schütteln sich vermeintlich „grosse
Männer“ die Hände. Aber die Rolle von FINTAs bleibt unsichtbar, und das,
obwohl sie in Friedensprozessen entscheidend sind.“
Link:
https://www.grabenhalle.ch/krieg-und-frieden-die-rolle-von-fintas-in-friedensprozessen/
 

Mit solidarischen und kämpferischen Grüssen
Rojava Komitee Zürich

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Von ZAS / Correos . 17:40
Tags: Kurdistan

[rojavaagenda] Newsletter Nr. 54: 1. Mai gegen Krieg und Faschismus und Aktuelle Lage in Kurdistan

Dienstag, 22. April 2025

 

Liebe Freund*innen und Genoss*innen

Die Vorfreude auf den diesjährigen 1. Mai ist besonders gross. Mit Spannung erwarten wir die Hauptrednerin, Ilham Ahmed, Ko-Vorsitzende des Exekutivrats der Selbstverwaltung von Nord- und Ostsyrien. Ausserdem wird es eine spannende Veranstaltung zur aktuellen Lage in der Türkei und Syrien im Rahmen des Politwochenendes geben. Vorher möchten wir in diesem Newsletter eine Einschätzung zur aktuellen Lage und der Entwicklung seit Öcalans Aufruf vom 27. Februar durch Duran Kalkan teilen.

Aktuelle Lage

Eineinhalb Monate nach Öcalans Aufruf für Frieden und eine demokratische Gesellschaft fasst Duran Kalkan, Mitglied des KCK-Exekutivrats, die aktuelle Lage zusammen. Der KCK sehe keine positiven Entwicklungen in Bezug auf die Haftbedingung Abdullah Öcalans, obwohl versprochen worden war, die Situation innerhalb einer Woche zu verbessern. Stattdessen setze sich das Imrali-System, bestehend aus Isolation, Folter und kulturellem Genozid, fort. Auch der einseitige Waffenstillstand vom 1. März der PKK bleibe bis jetzt unbeantwortet. Diese hatte ausserdem zu einem Kongress unter der Leitung Öcalans zur Auflösung der PKK aufgerufen. Doch bis jetzt wurde diese Initiative durch die anhaltende Isolationshaft blockiert.

 
Kalkan weist darauf hin, dass es trotz der wohlwollenden Worte des türkischen Präsidenten bei dem Treffen mit Vertreter*innen der DEM-Partei eine grosse Lücke zwischen Rhetorik und Realität gäbe, welche an der Ernsthaftigkeit der Regierung zweifeln lasse. Er betonte, dass es keine Option sei, auf das Handeln etablierter Parteien oder staatlicher Akteure zu warten. Stattdessen müssen die demokratischen sozialistischen Kräfte die Initiative ergreifen, denn eine nachhaltig friedliche und gerechte Gesellschaft könne nur aus einer starken, selbstbewussten Zivilgesellschaft hervorgehen. In seinem abschliessenden Appell unterstrich er die Verantwortung der gesellschaftlichen Kräfte: „Der Ruf nach Frieden und Demokratie kann nur von unten beantwortet werden – durch breite gesellschaftliche Mobilisierung und die Entwicklung alternativer Strukturen.“ [1]

1. Mai: Gemeinsam gegen Krieg und Faschismus

Der diesjährige internationale Tag der Arbeit wird in Zürich unter dem Motto „Gemeinsam gegen Krieg und Faschismus“ begangen [2]. Auch hier wird ein besonderer Fokus auf Kurdistan gelegt. Das 1.-Mai-Komitee lud Abdullah Öcalan als Hauptredner ein und würdigte sein „…Engagement für Frieden und Demokratie im Zusammenhang mit den konfliktreichen Entwicklungen im Nahen Osten, in der Türkei und in Kurdistan…“ [3]. Aufgrund der anhaltenden Isolationshaft wird Öcalan leider nicht persönlich nach Zürich kommen können. Die Hauptrednerin, Ilham Ahmed, ist aber ebenfalls eine zentrale Figur im Friedens- und Demokratisierungsprozess in Kurdistan. Ilham war massgeblich am Aufbau der autonomen Selbstverwaltung in Rojava und des Demokratischen Rates Syriens beteiligt, dessen Ko-Vorsitzende sie ist.

Ilham Ahmed In ihrem Beitrag zur 1.-Mai-Zeitung plädiert Ilham dafür, „überall auf der Welt Frieden und Stabilität durch demokratische Entwicklung zu fördern und alle Menschen mit ihren unterschiedlichen kulturellen und religiösen Zugehörigkeiten gleichberechtigt zu behandeln.“ Nur so könne sichergestellt werden, dass Menschen nicht gezwungen würden, ihre Heimat zu verlassen. Die Abschottungspolitik der westlichen Länder gegen Migration sei hingegen nicht zielführend. Als Gegenentwurf zum zentralisierten Nationalstaat stellt sie das von Öcalan entwickelte Prinzip der demokratischen Nation vor. Ausserdem betont sie die besondere Rolle der Frau in der kurdischen Befreiungsbewegung und die Wichtigkeit der Gleichberechtigung der Geschlechter. Ihren sehr lesenswerten Beitrag findet ihr hier [2].

[1] https://anfdeutsch.com/kurdistan/duran-kalkan-imrali-isolation-bleibt-bisher-bestehen-45961
[2] https://www.1mai.ch/thema
[3] https://anfdeutsch.com/aktuelles/1-mai-komitee-zurich-ladt-abdullah-Ocalan-als-gastredner-ein-45982

Veranstaltungen und Demos zum 1. Mai:

Kurdistan: Die Verteidigung des revolutionären Prozesses in Zeiten des Sturms
Freitag, 25.04.2025, 19:00 Uhr, Volkshaus Zürich
Zum Auftakt des Politwochenende wollen wir mit einem internationalistischen Genossen der kurdischen Bewegung die neusten Entwicklungen in der Türkei und in Syrien einordnen.

Politwochenende
25. – 27.04.2025, Volkshaus ZH, Nord-Süd-Haus Winterthur, Kanzlei ZH
Am diesjährigen Politwochenende gibt es wieder viele spannende Veranstaltungen und auch wir werden mit einem Stand vor Ort sein. Also kommt unbedingt vorbei!

Wir rufen ALLE auf in den revolutionären Block am 1. Mai zu kommen!
Donnerstag, 01.05.2025 10:00 Uhr, Ni Una Menos Platz (ehem. Helvetia Platz), Zürich

Rede von Ilham Ahmed nach 1. Mai Demo auf dem Sechseläutenplatz
Dieses Jahr wollen wir euch besonders ans Herz legen nach der Demo zur 1. Mai Rede auf dem Sechseläutenplatz zu bleiben. Hören wir zu was uns Ilham Ahmed zusagen hat und zeigen wir unsere Solidarität mit dem revolutionären Projekt in Rojava.

Mit solidarischen und kämpferischen Grüssen
Rojava Komitee Zürich

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Von ZAS / Correos . 14:35
Tags: Kurdistan

Brief einer Internationalistin an Annalena Baerbock

Montag, 30. Dezember 2024

 https://anfdeutsch.com/Oekologie/brief-einer-internationalistin-an-annalena-baerbock-44767

 „Wir denken nicht einmal im Traum daran, unsere Waffen niederzulegen!“, schreibt eine Internationalistin, die die Frauenrevolution in Nord- und Ostsyrien verteidigt, an die deutsche Außenministerin Annalena Baerbock.

„Wir lieben das freie Leben“
  • ANF
  • REDAKTION
  • Dienstag, 24 Dezember 2024, 07:05

Wir schreiben das Jahr 2024. Weihnachten naht. In Syrien wurde der diktatorischen Ära des Assad-Clans endlich ein Ende gesetzt und das „neue Syrien“ ist in aller Munde. Doch während sich im Globalen Norden nun alle die Hände reiben, weil der neoliberale Islamismus à la al-Jolani auch mit westlichen Interessen kompatibel zu sein scheint, und sich auf den hart verdienten Festtagsschmaus und endlich ein paar Tage ohne Bilder von Bomben auf Wohngebiete, Flüchtlingslager, Krankenhäuser freuen, erleben Menschen in Syrien nach einem kurzen Freudentaumel über Assads Ende die harte Realität des Dritten Weltkrieges.

Und während in einem Teil Syriens Menschen fassungslos und unvorbereitet diversen bewaffneten islamistischen Söldnergruppen gegenüber stehen, die ungebremst und erbarmungslos Vergeltung für die Gräueltaten des Regimes suchen, greifen in einem anderen Teil immer mehr Frauen zur Waffe, schließen sich den Frauenverteidigungsstrukturen an, organisieren den Schutz ihrer Stadtteile oder machen sich auf den Weg, um Kobanê zu verteidigen. Denn während der Rest der Welt bislang kaum eine direkte Begegnung mit dem islamistischen Faschismus machen musste, da er auf seinem Höhepunkt durch den Widerstand der Kämpfer:innen der YPJ und der YPG in Kobanê gestoppt werden konnte, wissen die Frauen im nordöstlichen Teil Syriens sehr wohl, welcher Feind ihnen (nun wieder) gegenüber steht: radikal-islamistische Söldnergruppen, bekannt für Kriegsverbrechen und sexualisierte Gewalt – zwar Perwoll gewaschen, Bart gestutzt, sowohl militärisch als auch politisch-rhetorisch geschult, doch im Kern noch immer islamistisch, fundamentalistisch, faschistisch und zutiefst frauenfeindlich in ihren Zielen und Methoden.

Deutlich wurde dies einmal mehr in einem Interview von Obaida Arnaout, dem Sprecher der HTS-geführten Übergangsregierung, beim libanesischen TV-Sender bei AlJadeed. Auf die Nachfrage, wie sich Frauen an der neuen Regierung beteiligen werden, sagte er, dass vieles nicht der Natur der Frau entspreche. Demnach haben Frauen in Politik, Judikative und Verteidigung nichts zu suchen. Insbesondere eine Waffe zu nutzen, entspräche nicht der Natur der Frau.

Und während HTS ihre Ideologie nun auch in offizielle Regierungspolitik gießen will und die Anführer der HTS und SNA-Söldner neue Ministerposten in Damaskus beziehen, greifen sie weiterhin, gestützt durch Luftangriffe der Türkei, die Gebiete der Demokratischen Selbstverwaltung Nord- und Ostsyriens (DAANES) an. Und während al-Jolani mit den ersten Gästen aus der Türkei, den USA und Frankreich Hände schüttelt, sind es die Milizen der SNA, die in den besetzten Gebieten von Efrîn und Şehba Frauen entführen, einsperren und foltern, weil sie „mit der DAANES zusammenarbeiten“. Und während eine ganze Reihe von SNA- und HTS-Söldnern mit IS-Aufnähern an ihrer Uniform herumlaufen, überfällt der wiedererstarkte IS ergänzend dazu in alter Manier die wohlgemerkt nicht nur kurdischen Gebiete der DAANES. Es muss klar gesagt werden, dass es hierbei NICHT um Sicherheitsbedenken der Türkei geht, sondern um die Auslöschung der Idee und Praxis eines demokratischen, multiethnischen und multireligiösen Syriens unter Vorreiterinnenschaft von Frauen. Dies zeigt sich einerseits physisch mit der gezielten Ermordung von drei Zenobiya-Aktivistinnen in Minbic (Zenobyia ist der Dachverband arabischer Frauen), der Kriegsberichterstatter:nnen Cihan und Nazım, die neben der Kriegsrealität eben genau diese Kraft des Widerstands sichtbar machen wollten, und des Ko-Sprechers des Jugendrats der Syrischen Zukunftspartei in Deir ez-Zor, Muhammed Hesen El Samir. Parallel dazu wird dieser Versuch der Auslöschung der DAANES über einen Informationskrieg ohnegleichen geführt. Bilder von willkürlichen Hinrichtungen, Misshandlungen und Ermordungen von Kriegsgefangenen, die Entführung, Misshandlung und Beleidigung von weiblichen Kriegsgefangenen, die Brutalität und Widerlichkeit mordender, plündernder, islamistischer Banden sollen Angst und Schrecken verbreiten und die Moral der widerstandleistenden Kämpfer:innen brechen.

Ganz unbeeinflusst von alledem steht nun die deutsche Außenministerin an der Seite ihres türkischen Amtskollegen Hakan Fidan und fordert in Anbetracht der weiter eskalierenden Angriffe seitens der von der Türkei gesteuerten SNA-Söldner dazu auf, die Waffen niederzulegen.

Sie fordert dies jedoch nicht von den SNA-Söldnern, die bekannt sind für ihre Kriegsverbrechen und Menschenrechtsverletzungen. Sie fordert dies auch nicht von der türkischen Armee, wenn sie die Bevölkerung der DAANES völkerrechtswidrig auf syrischem Territorium angreift. Nein, sie fordert kurdische Frauen und deren mit ihnen auf dem gleichen Land lebende verbündete arabische, armenische, assyrische und chaldäische Frauen auf!

Es ist keine zwei Jahre her, da hielt Annalena Baerbock noch Schilder mit der Aufschrift „Jin, Jiyan, Azadî“ in die Höhe. Nun können wir nur spekulieren, was sie dazu veranlasst hat, nicht weiter an der Seite der kurdischen Frauen zu stehen, sondern sich an die Seite von Erdogan und Fidan zu stellen.

Gerne möchte ich unsere Außenministerin einladen, selbst nach Syrien zu kommen und unsere Situation am eigenen Leib zu erleben. Frau Baerbock, würden sie sich hier sicher fühlen ohne bewaffneten Schutz? Sie sind hier immer herzlich willkommen. Und Sie können sich gewiss sein, so wie wir jede Frau in der DAANES schützen, so werden wir auch Sie hier mit unseren Waffen schützen, wenn sie in die DAANES kommen.

Ich als Internationalistin in der DAANES, die sich entschieden hat, an der Seite von Kurdinnen, Araberinnen, Armenierinnen, Assyrerinnen, Chaldäerinnen gegen den islamistischen Faschismus zu kämpfen und nicht nur große Worte zu spucken, kann jedenfalls sagen: „Nicht einmal im Traum werden wir unsere Waffen niederlegen!“ Denn wir lieben unser Leben und wir lieben das freie Leben, das wir hier Schritt für Schritt aufbauen. Wir werden uns nicht von islamistischen Söldnern überrennen, vergewaltigen, ermorden und schänden lassen. Wir haben uns bewaffnet, weil es notwendig ist. Wir verteidigen uns mit der Waffe in der Hand, weil wir die Rolle des Kriegsopfers nicht länger akzeptieren. Wenn uns schon Krieg aufgezwungen wird, dann verteidigen wir uns. Wir sind in dieser Situation, weil hegemoniale Kräfte wie Deutschland auf dem Rücken der Gesellschaften des Mittleren Ostens hier den Dritten Weltkrieg führen. Niemals werden wir unsere Waffen niederlegen, denn wir brauchen sie für unsere legitime Selbstverteidigung.

Was wir NICHT brauchen, ist Ihre patriarchale Außenpolitik in weiblichem Gewand, Frau Baerbock! Ich fordere Sie einfach nur dazu auf, still zu sein und uns in Ruhe zu lassen. Daraus folgt dann natürlich auch, keine Waffen an die Türkei mehr zu verkaufen, die diese Waffen entweder selbst gegen uns einsetzt oder sie an ihre islamistischen Söldner-Banden verteilt. Und es bedeutet auch, dem türkischen Staat keine Milliarden mehr im Rahmen des EU-Türkei-Flüchtlingsdeals hinterherzuwerfen, die für ethnische Säuberung der kurdischen Gebiete in Form von Zwangsmigration und Neuansiedlung von Söldner-Familien verwendet werden.

Liebe Frau Baerbock – ob Sie kommen oder nicht, wir werden weiter mit der Waffe in der Hand unsere Revolution verteidigen, die eine Frauenrevolution ist, bis WIR es nicht mehr für notwendig halten. Die Natur der Frau ist nicht Unterordnung, sondern Kampf und Widerstand. Wenn SIE dazu beitragen wollen, dann stoppen Sie sofort die Waffenverkäufe an die Türkei und andere islamistische Gruppen und setzen Sie sich ein für eine Anerkennung der DAANES!

Von ZAS / Correos . 09:51
Tags: Deutschland, Kurdistan

ÜBERALL IST KOBANE

Samstag, 2. November 2024

 

Gestern Freitag Kobanê-Demo in Zürich. Eine lebendige Demo. Auch hier, wie bei den Palästina-Demos: Unterschiedliche Kulturen treffen sich, werden zur Schlange auf der Strasse. Feministische Elemente, Viva la Guerilla, Freude über den Sieg gegen den IS vor 10 Jahren, Bedrückung und Ablehnung wegen des erneuten Vernichtungskriegs gegen das Modell Rojava in der Region, Nachdenklichkeit und Widerständiges. Auch hier: viele junge Menschen mit eigener Sprache, die alle verstehen, kurdische, altschweizerische und andere Linke zusammen. Eine signifikante Demo. Und hier ein schöner Text des Rojava-Komitees Zürich.

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ÜBERALL IST KOBANE

Erinnern wir uns: 2014, also vor 10 Jahren, blickte die Welt gebannt nach Kobane, eine syrisch-türkische Grenzstadt. Der sogenannte “Islamische Staat” zog in ihre Richtung, nachdem er sich zuvor in weiten Teilen des Iraks und Syriens ausgebreitet hatte. In Mosul oder Rakka hatten die islamistischen Mörderbanden ihr Terrorregime bereits ausgerufen. Wir wussten um die Greueltaten, die sie dort begingen, wussten um die Unterdrückung der Frauen, wussten ebenso um den Genozid gegen das jesidische Volk im Şengal-Gebirge. Tag für Tag rückten die Islamisten vor und schnürten die Stadt weiter ein. Die Zeit stand still, wir hielten den Atem an.

Und dann widerstand Kobane. Die Freund:innen der kurdischen Freiheitsbewegung sicherten die Stadt, nachdem sie zuvor schon jene gewesen waren, die den Jesid:innen als Einzige zur Seite standen. Hunderte Genoss:innen aus der Türkei und anderen Ländern überquerten bei Nacht die Grenze, um sich an der Verteidigung der Stadt zu beteiligen. Weltweit gingen Hunderttausende auf die Strassen. Demonstration nach Demonstration, um den Druck auf die Mächtigen so weit zu erhöhen, bis sie das Minimum taten, damit Kobane nicht fiel. Ähnlich wie heute mit Blick auf Palästina, wobei die Unterstützung der westlichen Staaten für den Völkermord durch den Druck der Strasse noch nicht durchbrochen wurde. Solidarität heisst Widerstand.

Wir atmeten damals ein, aus, die Spannung entlud sich und der "Islamische Staat" wurde zurückgeschlagen. Langsam, aber beharrlich wurde das Kalifat Stück für Stück demontiert, bis es schliesslich ganz in Trümmern lag. Trümmer, auf denen das revolutionäre Projekt Rojava weiter aufgebaut werden konnte. Ein Projekt der Befreiung und Hoffnung, das 2012 in den Wirren des syrischen Bürgerkriegs unter Anleitung der Kurd:innen begann, und seit da zeigte, dass eine andere Gesellschaft möglich ist. Eine Gesellschaft basierend auf der Organisierung und Gleichberechtigung aller Völker und Geschlechter, mit einer klaren linken Perspektive trotz allen Widrigkeiten.

Heute, 10 Jahre nach der Schlacht um Kobane, erinnern wir an diesen Moment der Befreiung, wissen aber zugleich, dass der Kampf Rojavas anhält. Es ist ein Kampf gegen die permanenten Angriffe durch die Türkei, welche gerade erst mit Kampfjets und Drohnen Bäckereien, Elektrizitätswerke und Medienzentren bombardierte, ein Kampf gegen die türkische Besetzung weiter Teile Rojavas, wie in Afrin oder um Serekaniye. Ein Kampf aber auch gegen die Grossmächte USA und Russland. Oft genug haben sie den Luftraum über Rojava geöffnet, so dass die türkischen Bombardements überhaupt erst möglich wurden. Und schliesslich ist es ein Kampf gegen islamistische Schläferzellen, die nach wie vor eine Bedrohung für die Völker vor Ort darstellen, so wie sie es in anderen Ländern - wie Afghanistan, Nigeria oder Libyen - in anderer Form oder Struktur auch sind.

Dennoch: Wir wissen heute um ein Jahrzehnt der Solidarität, geprägt von Austausch und gegenseitiger Unterstützung, um ein Jahrzehnt, an dessen Ende der Kampf der Kurd:innen für eine freie Gesellschaft zu den historischen Kämpfen unserer Zeit gehört, ein Kampf, der weltweit Schule macht und Vorbild ist. Auch deshalb kommen wir heute zusammen, gehen gemeinsam auf die Strasse, knüpfen bei vergangenen Kämpfen an und machen entschlossen weiter – auf das nächste Jahrzehnt revolutionärer Solidarität!

 ÜBERALL IST WIDERSTAND

 

Von ZAS / Correos . 22:13
Tags: Kurdistan, Solidarität

Zurück 33 [rojavaagenda] Newsletter Nr. 50: Welt-Kobanê-Tag, Kontakt zu Öcalan, Anschlag in Ankara und Angriffe auf Rojava

Mittwoch, 30. Oktober 2024

 

Liebe Freund*innen und Genoss*innen

Wir kommen aus einer ereignisreichen und wichtigen Woche und bereiten
uns auf unsere grosse Demonstration zu 10 Jahren Widerstand in Kobanê
vor. Am Freitag bekannte sich die PKK zu dem Anschlag vom Mittwoch in
Ankara auf das Rüstungsunternehmen TUSAŞ. Nach dem Anschlag begann die
Türkei bereits seit Mittwochabend, ihre Angriffe auf Rojava, das
Kandilgebirge und die ezidische Region Şengal zu intensivieren. Am
Donnerstag wurde bekannt, dass die über dreieinhalb Jahre andauernde
Totalisolation von Abdullah Öcalan am Mittwoch erstmals durchbrochen
wurde. Zu diesen Ereignissen wollen wir hier eine genauere Einschätzung
geben und auf weiterführende Artikel verweisen.

Anschlag in Ankara

Am Freitagmorgen bekannte sich die PKK in einer Stellungnahme zu dem
Anschlag in Ankara. Am Mittwochnachmittag hatten zwei Mitglieder eines
autonomen Teams der HPG-Sondereinheit „Tabura Nemîran“ das Firmengelände
des Rüstungsunternehmens Türkische Luft- und Raumfahrtindustrie (TUSAŞ)
angegriffen. Der Angriff sei eine „Warnung gegen die genozidale Praxis
und Massaker in Kurdistan sowie die Isolationspolitik der türkischen
Staatsmacht“. Das Unternehmen TUSAŞ sei durch seine Waffen für den Tod
von tausenden Menschen in Kurdistan mitverantwortlich und somit ein rein
militärisches Ziel. Weiterführende Informationen findet ihr auf ANF [1].

Angriffe auf Rojava und Başûr

Bereits am Mittwochabend begann die Türkei mit Luftangriffen auf Rojava,
Şengal und das Kandilgebirge. Die HPG verkündete, dass die Angriffe sich
teilweise als Reaktion auf den Anschlag auf ihre Stellungen
konzentrierten, aber keine Verluste in ihren Reihen zu vermelden seien.
Weiterhin erklärte sie, dass die Angriffsziele in Rojava und Şengal in
keinem organisatorischen Zusammenhang mit ihnen stünden und
ausschließlich mit Kurdenfeindlichkeit erklärt werden könnten [1]. Die
Angriffe auf Rojava dauern weiterhin an und nehmen vor allem zivile
Siedlungsgebiete und die Infrastruktur ins Visier. Seit Beginn der
Angriffe sind mindestens 18 Menschen getötet und 50 weitere teils schwer
verletzt worden. Ziele der Angriffe sind häufig kritische
Infrastrukturen, die das Überleben der Menschen in der Region sichern,
wie Landwirtschaftsbetriebe, Getreidesilos, Elektrizitätswerke, Fabriken
und Ölraffinerien [2]. Riseup4Rojava rief am Donnerstag dazu auf, gegen
die Angriffe auf Nordostsyrien auf die Strasse zu gehen und die
Revolution zu verteidigen [3]. Daraufhin kam es Europaweit zu
Protestaktionen. Auch in der Schweiz gingen wir in Solothurn, Lausanne,
Genf, Chur, Bern und Zürich am Freitag und Samstag auf die Strasse.

Kontakt zu Abdullah Öcalan

Letzten Donnerstagmorgen gab es eine sehr erfreuliche Nachricht: Nach
über dreieinhalb Jahren andauernder Totalisolation konnte Abdullah
Öcalan erstmals von einem Familienmitglied besucht werden. Sein Neffe,
der DEM-Politiker Ömer Öcalan, besuchte ihn am Mittwoch und berichtete
auf X, dass dieser bei guter Gesundheit sei. Außerdem veröffentlichte er
folgende Botschaft von Abdullah Öcalan: „Die Isolation geht weiter. Wenn
die Bedingungen entstehen, habe ich die theoretische und praktische
Kraft, diese Phase von der Grundlage des Konflikts und der Gewalt auf
eine rechtliche und politische Grundlage zu lenken.“ Auch die
Gemeinschaft der Gesellschaften Kurdistans (KCK) betonte, dass die
Isolation noch nicht zu Ende sei [4]. In ihrer Stellungnahme [5]
schrieben sie, dass es unmöglich sei, über Fortschritte zu sprechen,
solange die Isolationshaft nicht vollständig aufgehoben sei und Öcalans
Gesundheit und Sicherheit nicht gewährleistet seien. Damit Öcalan seine
historische Verantwortung in der demokratischen, politischen Lösung für
Kurdistan wahrnehmen könne, brauche er ein akzeptables Arbeitsumfeld
[5]. Am 16. November wird in Köln eine Großdemonstration für die
Freiheit von Öcalan stattfinden [6]. Nach dem ersten Durchbruch der
Totalisolation ist es wichtig, dass wir uns nicht entspannen, sondern im
Gegenteil den Druck noch weiter erhöhen. Deshalb kommt mit uns nach Köln
für die Freiheit von Abdullah Öcalan und eine politische Lösung der
kurdischen Frage.

Welt-Kobanê-Tag

Zu 10 Jahren Widerstand in Kobanê veröffentlicht das nd ein Interview
mit einem Journalisten, der sich vor 10 Jahren dem Widerstand gegen den
IS in Kobanê angeschlossen hatte. Dieser blickt auf die erfolgreiche
Verteidigung von Kobanê durch die kurdischen Verteidigungseinheiten
zurück. Viele Jugendliche schlossen sich damals der Verteidigung Kobanês
an, in ganz Kurdistan kam es zu Massenaufständen, die später als
Kobanê-Aufstand weltweite Aufmerksamkeit erregten. Auf der ganzen Welt
gingen Menschen für die Verteidigung Kobanês auf die Strasse, und der 1.
November ist seitdem als Welt-Kobanê-Tag bekannt. Nach 10 Jahren ist
Kobanê und ganz Rojava weiterhin von IS-Schläferzellen und
radikal-islamischen Milizen, die mit dem türkischen Staat paktieren,
bedroht [7]. Für den kommenden Freitag rufen wir ALLE dazu auf, zum
Welt-Kobanê-Tag auf die Strasse zu gehen [8].
ÜBERALL IST WIDERSTAND, ÜBERALL IST KOBANÊ!

[1]
https://anfdeutsch.com/kurdistan/hpg-bekennen-sich-zu-angriff-in-ankara-44031
[2]
https://anfdeutsch.com/rojava-syrien/kein-ende-der-angriffe-in-nord-und-ostsyrien-44051
[3] https://riseup4rojava.org/aktionsaufruf-fur-nordostsyrien-rojava/
[4]
https://anfdeutsch.com/kurdistan/kck-fur-einen-losungsprozess-muss-Ocalan-frei-sein-44024
[5] https://kck-info.com/statements241024/
[6]
https://anfdeutsch.com/aktuelles/aufruf-zur-demo-die-revolutionare-perspektive-und-Ocalan-verteidigen-44055
[7]
https://www.nd-aktuell.de/artikel/1185579.kurdischer-widerstand-nordsyrien-bedrohung-durch-schlaeferzellen-haelt-an.html
[8]
https://rojavaagenda.noblogs.org/post/2024/10/13/ueberall-ist-kobane-demonstration-1-november-2024-zuerich-19-uhr/

Demos zum Welt-Kobanê-Tag und für die Freiheit von Abdullah Öcalan: 

Wir rufen ALLE auf an die Demo zum Welt-Kobanê-Tag zu kommen!
Freitag, 01.11.2024 um 19:00 Uhr, Ni Una Menos Platz (ehem.
Helvetiaplatz)
34 Organisationen rufen dazu auf, am 10. Jahrestag des historischen
Widerstands gegen den IS um die kurdische Stadt Kobanê in Rojava (Nord-
und Ostsyrien) auf die Strasse zu gehen.

Wir rufen ALLE auf an die Demo für die Freiheit von Abdullah Öcalan zu
kommen!
Samstag, 16.11.2024, Köln
Es werden Busse aus der Schweiz nach Köln fahren. Der offizielle Aufruf
folgt noch.

Mit solidarischen und kämpferischen Grüssen
Rojava Komitee Zürich

rojavaagenda.ch
Telegram-Kanal: t.me/rojavaagenda
Twitter: @AgendaRojka
Newsletter-Abo: leeres Email an rojavaagenda-subscribe@lists.riseup.net

 

Von ZAS / Correos . 14:47
Tags: Kurdistan

[rojavaagenda] Newsletter 49: Hände weg von Bashur!

Donnerstag, 8. August 2024

 rojka@riseup.net

2.8.2024 19:59
über   <rojavaagenda-request@lists.riseup.net>
An  Rojavaagenda

 

Liebe Freund*innen und Genoss*innen

Diesen Newsletter verschicken wir angesichts der türkischen Invasion im
Norden des Iraks, dem Süden Kurdistans: Seit Wochen werden noch mehr
türkische Truppen und Fahrzeuge in die Region verschoben, was an und für
sich kein neues Phänomen ist. In den vergangenen Jahren hat die Türkei
(unterstützt durch die KDP und den Barzani-Clan) eine stets grösser
werdende militärische Präsenz in Bashur aufgebaut, um den
Bewegungsspielraum der kurdischen Guerilla immer weiter einzuengen. In
der Zwischenzeit sind es dutzende türkische Militärstützpunkte und
mittels Rodungen und dem Bau neuer Strassen versucht die Türkei
ihrerseits bessere Bedingungen für Truppenverschiebungen und dergleichen
zu schaffen. Viel dazu ist etwa bei Firatnews [1], Riseup4Rojava [2]
oder Civaka Azad [3] publiziert worden.

Wichtig hervorzuheben ist uns der Widerstand der Guerilla gegen diese
Invasion, die von einer der grössten NATO-Armeen mit allem technischen
Knowhow durchgeführt wird. In den vergangenen Jahren hat die Guerilla in
den Bergen verschiedentlich Schritte eingeleitet, um diesen
Herausforderungen zu begegnen, immer wieder fällt beispielhaft dafür der
Begriff der “Guerilla des 21. Jahrhunderts” (siehe etwa hier in einem
älteren Beitrag: [4] oder in den Worten von Murat Karayilan [5] und
[6]). In den vergangenen Monaten hat die Guerilla insbesondere gezeigt,
dass die türkische Armee keine totale Lufthoheit ihr gegenüber besitzt.
Zum einen werden türkische Helikopter und Drohnen vom Himmel geholt, zum
anderen droht den genannten Militärstützpunkten der Türkei der Angriff
aus der Luft durch die Guerilla. Vieles dazu ist immer wieder bei Gerîla
TV nachzuverfolgen [7].

Als Internationalist*innen in Europa, die solidarisch Schulter an
Schulter mit den kurdischen und türkischen Genoss*innen und Freund*innen
kämpfen, müssen wir die Lage vor Ort verfolgen und den Ernst der Lage
erkennen. Auch wenn die Bewegungsdynamik nicht gleich ist wie vor zehn
Jahren während dem Kampf um Kobane oder Shengal; vor sechs Jahren in der
Schlacht um Afrin; oder vor fünf Jahren, als die Türkei in Rojava bei
Serêkaniyê einfiel, haben und können alle einen Beitrag dazu leisten,
die Berge – Herz und Hirn der Freiheitsbewegung und somit Zentrum und
Ausgangspunkt ihres Kampfes – zu verteidigen. Demonstrationen, Aktionen,
Spenden, die Möglichkeiten sind zahlreich, mit denen wir die
Genoss*innen vor Ort symbolisch und materiell unterstützen können oder
hier Feind*innen der Revolution markieren und Freund*innen des Kampfes
aktivieren können.

Rojava-Schwerpunkt in neues deutschland

Die Tageszeitung neues deutschland widmete sich Ende Juli mit einem
Schwerpunkt der Situation in Rojava. In einem längeren Reisebericht
beschreibt Anita Starosta die Lage vor Ort [8], während ein Interview
von Raul Zelik mit Şerwan Legerin vom Kurdischen Halbmond von den
anhaltenden Drohnenschlägen der türkischen Armee sowie der
Energieversorgung via Solarpanels berichtet [9]. Abgerundet wird alles
mit einem Artikel von Thomas Schmidinger, der die oben erwähnte
türkische Invasion in Bashur / Nordirak beleuchtet [10].

[1]
https://anfdeutsch.com/hintergrund/informationsdossier-zum-turkischen-annexionskrieg-in-sudkurdistan-42994
[2] https://riseup4rojava.org/turkish-offensive-in-south-kurdistan/
[3] https://civaka-azad.org/der-turkische-annexionskrieg-dossier/
[4]
https://lowerclassmag.com/2021/06/27/kurdistan-die-guerilla-kaempft-nicht-nur-gegen-die-tuerkei-sondern-gegen-die-ganze-nato/
[5]
https://anfdeutsch.com/kurdistan/murat-karayilan-die-guerilla-der-demokratischen-moderne-19328
[6]
https://anfdeutsch.com/hintergrund/karayilan-die-guerilla-erkampft-freiraume-33488
[7]
https://anfdeutsch.com/hintergrund/dokumentation-uber-guerillawiderstand-in-kurdistan-43070
[8]
https://www.nd-aktuell.de/artikel/1184027.selbstverwaltung-in-nordostsyrien-perspektive-rojava.html
[9]
https://www.nd-aktuell.de/artikel/1184021.syrien-kurdistan-rojava-drohnenkrieg-gegen-energieversorgung.html
[10]
https://www.nd-aktuell.de/artikel/1184023.kurdische-autonomieregion-tuerkischer-ueberfall-im-irak.html

Fest und Demo:

Wir rufen ALLE auf zur Demonstration zum 10. Jahrestag des Genozids an
den Jesid*innen zu kommen!
Samstag, 03.08.2024 um 16:30 Uhr, Ni-Una-Menos-Platz (ehem.
Helvetiaplatz)
Am 3. August 2014 massakrierten IS-Banden in Shingal tausende
Jesid*innen und entführten 7000 jesidische Frauen und Kinder. In
Erinnerung daran – und in Erinnerung an den schändlichen Verrat der KDP
sowie den Widerstand, den Freund*innen der PKK gemeinsam mit den
Jesid*innen gegen den sogenannten “Islamischen Staat” leisteten – ruft
der Verband der kurdischen Frauen in der Schweiz (YJK-S) für diesen
Samstag um 16.30 Uhr auf dem Helvetiaplatz / Ni-Una-Menos-Platz zu einer
Demonstration auf.

Gasmasken für die Guerilla! Fest am 17. August in Zürich
Samstag, 17.08.2024 um 20:00 Uhr, Provitreff
Die Kampagne “Gasmasken für die Guerilla” sammelt seit einigen Jahren,
um die Guerilla in den freien kurdischen Bergen mit Gasmasken zu
versorgen. Mittlerweile sind schon viele hundert Stück an die
Genoss*innen in den Tunnels geliefert worden. Wie man sich vorstellen
kann, kostet das alles Geld. Darum findet am 17. August ab 20 Uhr im
Provitreff (Zürich) ein Solidaritätsfest statt, wobei es zuerst Inhalte
und Essen gibt, bevor es gegen den späteren Abend in Richtung Musik und
Tanz geht. Kommt und spendet!


Mit solidarischen und kämpferischen Grüssen
Rojava Komitee Zürich

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Von ZAS / Correos . 12:08
Tags: Kurdistan
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