Und ewig rauschen die Wälder - oder wie sich die Weltbank stets von neuem verbessert

Donnerstag, 5. März 2015

http://www.tagesschau.de/ausland/weltbank-umsiedlungen-101.html

Millionen Menschen umgesiedelt Vertreibung im Namen der Weltbank

Stand: 05.03.2015 15:40 Uhr

Von Christoph Heinzle, Thomas Kramer und Elisabeth Weydt
Die Weltbank hat schwere Fehler bei der Umsiedlung von Menschen im Rahmen ihrer Entwicklungsprojekte eingeräumt. Zuvor hatten NDR, WDR und "Süddeutsche Zeitung" die Weltbank zusammen mit dem internationalen Konsortium investigativer Journalisten (ICIJ) mit ihren Recherchen konfrontiert. Diese weisen auf massive Versäumnisse hin, in deren Folge es weltweit zu eklatanten Menschenrechtsverletzungen gekommen ist.
Es war ein massives Eingeständnis, das Weltbank-Präsident Jim Yong Kim nun veröffentlichte. In einer schriftlichen Erklärung äußerte er "tiefe Sorge" über Umsiedlungsprogramme der internationalen Entwicklungsbank. "Wir haben uns, was die Umsiedlungspolitik angeht, einem kritischen Blick auf uns selbst unterzogen", so der Weltbank-Chef. "Was wir fanden, erfüllt mich mit großer Sorge", fügte er hinzu. Man habe mehrere große Probleme gefunden: unzureichende Überwachung der Projekte und mangelhafte Umsetzung der Programme. Zudem müsse strenger geprüft werden, ob die Vorgaben der Weltbank eingehalten werden.

Millionen Menschen wegen Weltbank-Projekten umgesiedelt

Der Zeitpunkt des Eingeständnisses war bemerkenswert. Seit vergangener Woche drängten NDR, WDR und "Süddeutsche Zeitung" in Zusammenarbeit mit dem ICIJ auf Antworten der Weltbank - bislang vergeblich. Die Medien konfrontierten die Bank mit vorläufigen Ergebnissen aus monatelangen Recherchen, die größtenteils auf Weltbank-Dokumenten basieren. Demnach wurden in den vergangenen zehn Jahren durch hunderte Projekte offenbar mehrere Millionen Menschen umgesiedelt und teils gewaltsam vertrieben.
Kinder aus Äthiopien im Gorom-Flüchtlingscamp im Südsudan, Quelle: ICIJ, Andreea Campeanu
In Äthiopien wurden Zehntausende indigene Anuak zwangsweise umgesiedelt.
Erst im Januar hatte der Rechercheverbund über Menschenrechtsverletzungen bei einem Großprojekt in Äthiopien berichtet. Eine Mitverantwortung der Weltbank daran wurde auch in einem Prüfbericht des Inspection Panel eingeräumt, einem Weltbank-internen Kontrollgremium. Bei einem anderen aktuellen Projekt in Kenia stellte sich heraus, dass die Bank auch hier ihre Richtlinien zum Schutz indigener Völker missachtet hat. So sollen wegen eines Weltbank-finanzierten Artenschutzprojekts Ureinwohner aus ihren angestammten Wäldern verdrängt worden sein. Die Bank lehnte es ab, dafür Verantwortung zu übernehmen, und erteilte Forderungen nach Entschädigung eine Absage.

Scharfe Kritik von Nichtregierungsorganisationen

Nichtregierungsorganisationen kritisieren die Weltbank wegen Umsiedlungen und Vertreibungen seit Jahren. Weltbank-Experte Knud Vöcking von der Umwelt- und Menschenrechtsorganisation Urgewald sieht hinter den Mängeln bei der Weltbank strukturelle Probleme. "Das wichtigste Problem ist, dass sie das eine sagen und das andere tun." Insbesondere mit Blick auf den privaten Arm der Weltbank, die International Finance Corporation (IFC), kritisiert Vöcking eine falsche Anreizstruktur für die Mitarbeiter, der zufolge "derjenige befördert wird, der das meiste Geld möglichst schnell abfließen lässt". Fragen von Nachhaltigkeit, Schutz der Menschenrechte und ähnlichem spielten im operativen Geschäft der Fallmanager, wenn überhaupt, nur eine untergeordnete Rolle.
Weltbank-Präsident Jim Yong Kim | Bildquelle: dpa
Verspricht Besserung: Weltbank-Präsident Jim Yong Kim
"Wir müssen und werden es besser machen", versprach nun Weltbank-Chef Kim. Einige Reformen wurden nach Angaben seiner Institution bereits eingeleitet. So soll ein Aktionsplan dabei helfen, die Mängel abzustellen. Die Bank verspricht darin, die Kontrolle von Projekten, in denen Umsiedlung erforderlich ist, zu verbessern, sowie Länder, bei denen die Durchführung solcher Umsiedlungen problematisch werden könnte, besser zu unterstützen. Auch von mehr Geld und Personal für das Durchsetzen der bankeigenen Sozial- und Umweltrichtlinien ist die Rede. Neue Organisationsstrukturen sollten den Verantwortlichen in Zukunft mehr Unabhängigkeit bei der Einhaltung von Richtlinien einräumen.
Die Weltbank ist eine Sonderorganisation der Vereinten Nationen und die größte Entwicklungshilfeinstitution der Welt. Vergangenes Jahr vergab sie Kredite in Höhe von 65 Milliarden Dollar.

El Salvador: Die geraubte Wahldatenbank




(zas, 5.3.15) Ein interessantes Gespräch mit dem Präsidenten des Wahlgerichts TSE, Julio Olivo, heute früh im TV-Canal 12. Zur Frage der IT-Übermittlung und –Erfassung der Akten aus den Wahlzentren zwecks Veröffentlichung der vorläufigen Auszählung hielt er erneut fest, dass die Übermittlung selbst problemlos verlief. Nicht so aber die Erfassung der Resultate und ihre Verarbeitung zwecks Veröffentlichung auf der TSE-Homepage, für die Unternehmen Soluciones Aplicativas verantwortlich war, das die vom TSE-Informatikchef Torres, einem alten Arenero, formulierte Ausschreibung für diesen Bereich gewonnen hatte. Am Montag um 2 h am beauftragte deshalb das TSE ein anderes Unternehmen, Data Graphic, mit dieser Aufgabe. Data Graphic fand schnell heraus, was schief gelaufen war (so die Verknüpfung von Daten aus den Bereichen Gemeinde- und Parlamentswahlen), konnte aber die richtigen Daten auch nicht aufladen. Warum nicht? Weil, so TSE-Chef Olivo heute, Soluciones Aplicativas bis heute die ganze Datenbank nicht rausrückt. Was das TSE glücklicherweise hat, sind die Kopien der übermittelten Akten,  aber nicht die Datenbank selbst.  Olivo gab auch bekannt, dass es bei der Übermittlung zu abgewehrten Hackerangriffen gekommen ist.
Doch warum funktioniert bis anhin die definitive Auszählung unter Leitung des TSE nicht, obwohl die insgesamt 59 Kommissionen (aus Vertretungen der Parteien, der departamentalen Wahlbehörden, der Generalstaatsanwaltschaft und der Menschenrechtsprokuratur) termingerecht letzten Dienstag konstituiert wurden? Ein Grund war nach Aussagen der FMLN-Abgeordneten Lorena Peña, dass es die TSE-Informatik unter Torres schaffte, die Drucker für die Akten des TSE so zu konfigurieren, dass sie nicht funktionierten. Da muss allerdings, wie Olivo heute anführte, auch Sabotagebereitschaft beteiligter Parteien (also von ARENA) mitgespielt haben. Schliesslich sei es keine übermenschliche Aufgabe, einen Drucker an einen Laptop anzuhängen.
Wir werden sehen, ob heute früh die Kommissionen ihre Aufgabe endlich angehen.
 Olivo, der vor Gericht will, wird in der fest in ARENA-Händen befindlichen Generalstaatsanwaltschaft ein erstes Hindernis finden. Bemerkenswerterweise hat bisher umgekehrt die Beobachtungsmission der OAS (Organisation Amerikanischer Staaten) die transparente und saubere Arbeitsweise des TSE unterstrichen, ein wichtiges Datum.
„Spielchen“ wie etwa dieses, dass aus der Datenbank von Soluciones Aplicativas plötzlich ein für ARENA positives Resultat auftaucht, sind durch die neuen Enthüllungen zumindest erschwert worden. Offen bleibt aber, wie Olivo heute früh gesagt hat, ob mit weiteren Verzögerungsmanövern (inklusive, ist zu betonen, Einsprachen vor der Verfassungskammer des Obersten Gerichts)die Amtseinsetzung des neuen Parlaments am 1. Mai verhindert und damit die Staatskrise hergestellt werden kann. Denn worum es bei all den aktuellen Vorgängen geht, ist zu verhindern, dass eine gestärkte Reformallianz im Parlament um den FMLN herum es der Frente-Regierung erlaubt, unabdingbare Reformschritte (vom Rentenwesen bis zur Sicherheitsfrage) einzuleiten.



El Salvador: Ergänzung Wahlinfos




(zas, 4.3.15)Einiges hat sich gegenüber dem letzten Post etwas geklärt, manches nicht. Vermutlich wird dieser Tage der seit geraumer Zeit begonnene Justizputsches im Land eskalieren. Insbesondere, falls sich die anscheinend positiven Resultate für den FMLN bestätigen sollten.

Verzögerungen
Die letzten Wahltische hatten im Verlauf des Montags ihre Auszählung beendet. Die generelle Ermüdung, ja Erschöpfung, der ParteivertreterInnen an den Tischen hat zweifellos zu sehr vielen Fehlern in der Auszählung und den Wahlakten geführt, unabhängig allenfalls angestrebter betrügerischer Manipulationen. Nur ein Beispiel: Wenn jemand die Gesichter einzelner KandidatInnen der gleichen Partei ankreuzt, wird die Stimme für die Partei gezählt und die „marcas“, die Kreuze auf den Fotos, werden getrennt gezählt, um die WählerInnenvorliebe für diese oder jene KandidatInnen zu ermitteln. Offenbar haben die Leute an manchen Wahltischen aber nicht geschnallt, dass sie solche „marcas“ als Stimme für die Partei zählen müssen. Viele Akten sind deshalb inkongruent. Ihre zwangsläufige Überprüfung wird bei der theoretisch gestern angelaufenen definitiven Auszählung unter Regie des Wahlgerichts TSE zu beträchtlichen Verzögerungen führen.
Der ganze Prozess ist seit Schliessung der Wahllokale letzten Sonntag durch grosse Verzögerungen gekennzeichnet, die nicht dem Zufall oder einfach der Unfähigkeit geschuldet sind. Es gilt, die Quelle der jeweiligen Verzögerungen zu unterscheiden. Auf der einen Seite haben wir die eben angetönte Qual der Auszählung an den Wahltischen und die damit einhergehenden Probleme, die sich vermutlich noch potenzieren werden. So hat sich der Transport der physischen Wahlakten aus den Wahlzentren in die Gemeindezentren, ihre Überprüfung und Weiterleitung schlussendlich an das Tse derart verzögert, dass die theoretisch gestern Dienstag beginnende definitive Auszählung heute Mittwoch Nachmittag immer noch hat begonnen werden können.  Auf der anderen Seite haben wir „Verzögerungen“ wie jene der sogenannten vorläufigen Auszählung, die schliesslich vom TSE ersatzlos gestrichen werden musste. Diese hätte darin bestanden, dass die elektronisch an das Rechenzentrum des TSE übermittelten Wahltischakten relativ bald nach Schluss der Auszählung der Wahltische ein ungefähres Ergebnis hätten wiederspiegeln müssen, das auf der Resultatehomepage des TSE aufgeschaltet werden sollte.  Aus Kosten- und grundsätzlichen Gründen heraus hatte das TSE entschieden, diesen Übermittlungsprozess erstmals nicht an ein Privatunternehmen wie die spanische Indra zu vergeben, sondern in Eigenregie, bei Subkontraktierung von 20 salvadorianischen Unternehmen, zu organisieren. Eine Zusatzfinanzierung für eine Lösung à la Indra hätte die Rechte im Parlament – seit sie die Totalkontrolle über das TSE verloren hat, versucht sie, es als unfähigen und betrügerischen Haufen hinzustellen – mit Bestimmtheit faktisch blockiert.  Und das Geld aus anderen Budgetbereichen des TSE zu nehmen, hätte bedeutet, die aus Spargründen ohnehin knapp bemessenen Mitteln des TSE für die Aufklärung der Bevölkerung und die Schulung der Wahltischdelegierten über die dank der Verfassungskammer des Obersten Gerichts kurz vor dem Wahlgang veränderten Wahlmöglichkeiten ins Absurde zu reduzieren.
Das Problem nun ist, dass die Informatikabteilung des TSE fest in ARENA-Hand ist. Sie hat den technisch nicht versierten TSE-Mitgliedern die 20 subkontraktierten Unternehmen „vorgeschlagen“, darunter auch jenes, das für den Absturz der vorläufigen Auszählung hauptverantwortlich war. Dessen Cracks hatten es geschafft, einen Algorithmus zu schreiben, der Daten aus der Gemeinde- mit jener der Parlamentswahl vermischte! Als andere der subkontraktierten Unternehmen zwar den Fehler finden, aber nicht beheben konnten, blieb dem TSE nichts anderes übrig, als die „preliminares“ aufzugeben und alle Kapazitäten auf die definitive Auszählung  zu konzentrieren. Ob es der Verfassungskammer des Obersten Gerichts gefallen wird, dies als verfassungswidrigen Schritt zu taxieren, wird sich weisen. Einen andere Sache ist, dass TSE-Präsident Julio Olivo, ehemaliger Dekan der Jura-Fakultät der Nationaluni, heute sagte: „Es gab eine Sabotage des Übermittlungsprozesses. Wir werden dies vor Gericht beweisen und eine Reihe von Köpfen wird rollen. Sie haben dem Wahlprozess unschätzbaren Schaden zugefügt und wollen das TSE diskreditieren.“
 Zwei sehr andersartige Quellen also der „Verzögerung“. Arena, der Unternehmerverband ANEP, sein Thinktank Fusades und ihre Medien machen daraus natürlich ein Amalgam. Das Fiasko der Stimmauszählung im Wahllokal verschwindet hinter jenem der vorläufigen Auszählung, beide angeblich geschuldet dem Versagen eines FMLN-geleiteten TSE, das den Wahlbetrug als Orientierung hat. Völlig ausgeblendet bleibt dabei natürlich die Rolle der Verfassungskammer, die mit der sofortigen Durchsetzung der „gekreuzten“ Wahlmodalität (Stimmabgabe zugunsten von KandidatInnen verschiedener Parteien) in der ersten Novemberhälfte des letzten Jahres gegen die Darlegungen ihres Präsidenten oder des TSE die Spielregeln der Partie entscheidend verändert  hat. Kurz vor Weihnachten verwarf die besagte Kammer dann eine Auslegeordnung des TSE für das neue Wahldiktat und legte die Gewichtung der gekreuzten Stimmen fest. Der Zeitplan des TSE war damit definitiv aus den Fugen geraten, so mussten etwa die Schulungsmaterialien für die Wahtischdelegierten neu erarbeitet und gedruckt werden … Das alles läuft für die Rechte unter „Unfähigkeit“ des TSE. Es gibt hier übrigens linke KolumnistInnen, die die Verdikte der Verfassungskammer immer noch für gottgesandte Botschaften des Fortschritts und der individuellen Emanzipation halten („Freiheit des Wählers“ etc.). Sie interessiert die konkrete Mechanik von Wahlen oder anderen Prozessen nicht, die „Verseltsamung“ des Klimas und der Mechanismen wird ihnen nichtig angesichts ihrer brillanten Einsichten in tiefere politische Fragen. Leider wird sich die reale Macht davon nicht beeinflussen lassen.

Resultate
Nach seiner internen Aktenlage hat der FMLN nicht nur die Hauptstadt zurückgewonnen, sondern auch die meisten Grossgemeinden ihrer Agglomeration. (ARENA anerkennt dies.) Er hat zwei Departementshauptstädte verloren (Sta. Ana und Sta. Tecla), dafür San Miguel gewonnen. Laut FMLN-Generalsekretär Medardo González an einer Pressekonferenz gestern werden in Zukunft 68 % der Bevölkerung (bisher knapp unter 50 %) in FMLN-regierten Gemeinden leben, auch wenn deren Zahl leicht abgenommen hat. Im Parlament werde der Frente vorne liegen. Gegenteilig tönt es von ARENA. Danach würden etwa 38 % der Bevölkerung in FMLN-regierten und 48 % in ARENA-beherrschten Gemeinden liegen. Angesichts des von ARENA anerkannten Verlusts im bevölkerungsreichen Grossraum San Salvador scheinen diese Zahlen aber sehr seltsam. Im Parlament wird ARENA nach Eigendarstellung zwischen 33 und 36 (von insgesamt 84) Abgeordneten haben. Bei den Parlamentswahlen 2012 hatte diese Partei 33 Sitze gewonnen, der FMLN 31. Ähnlich positiv will sich ARENA auch im zentralamerikanischen Parlament Parlacen situiert sehen.  Nun hat sich ARENA noch nie durch glaubwürdige Wahlangaben ausgezeichnet, im Gegensatz zum FMLN. Aber es hat keinen Sinn, ohne genauen Einblick in die Wahlaktenlage zu haben, zu spekulieren. Insbesondere können auch die o. e. Erschöpfungsfehler und das geltende System der Residualstimmen das Bild noch verändern. Nach unbestätigten Aussagen der rechten Kleinpartei PCN fliegen die ebenfalls mit ARENA verbündete Christdemokratie und die zentristische CD aus dem Parlament.  

Maras, Wahlbeteiligung und WählerInnenregister
Die Berichte verdichten sich, dass an mehreren Orten des Landes inkl. der Hauptstadt die Maras in den und um die Wahllokale herum  Präsenz markiert haben, um die Leute einzuschüchtern – mutmasslich für die Stimmabgabe zugunsten rechter Parteien. Wieweit dies und generell die verbreitete Angst vor den Wahlen, die Maras würden den Wahltag für spektakuläre Gewaltaktionen benutzen, Wahlbeteiligung und Stimmverhalten beeinflusst haben, wird hoffentlich ein wenig klarer werden. Über die reale Wahlbeteiligung liegen mir keine auf Aktenlage gestützten Angaben vor. Sie wird auf jeden Fall als einiges geringer als real eingeschätzt werden.  An einem Treffen vor dem Wahltag machte dies die stellvertretende TSE-Magistratin deutlich: „Wir haben im Land schätzungsweise 6.5 Millionen EinwohnerInnen. Im WählerInnenregister haben wir fast 5 Millionen Personen eingetragen. Dies, obwohl wir ja alle wissen, dass wir sehr viele Kinder haben.“ Das Register ist nach wie vor nur sehr partiell bereinigt. Langfristig Ausgewanderte, Tote u.a. sind immer noch darin enthalten. TSE-Chefmagistrat Olivo hatte vor einigen Monaten darauf hingewiesen, dass er keinen Einblick in das Register habe, da ihm ein TSE-„Techniker“ diesen verweigere. Das Register befindet sich im TSE weiter fest in ARENA-Hand.

Islamophobie
Der jugendliche FMLN-Kandidat für das Bürgermeisteramt in der Hauptstadt war mit Nayib Bukele ein Sprössling einer von arabischen EinwanderInnen abstammenden Unternehmerfamilie. Der Grossteil seiner öffentlichen Aussagen in dieser Kampagne war wie schon früher perfekter Ausdruck einer „Modernität“ der social media, weitgehend von realen Inhalten entleert. Elektoral kam er damit gut an. Es wird sich zeigen, wie Nayib im politischen Alltag der Hauptstadt agieren wird.
Eine andere Sache ist, wie gegen ihn eine üble islamophobe Kampagne hochgezogen wurde. Sein Vater, ein bekannter, mit der traditionellen Oligarchie im Clinch liegender schwerreicher Unternehmer, ist Schiit.  Ich glaubte zu spinnen, als ich hier ankam und feststellte, wie viele Leute sich von einer von ARENA-nahen KolumnistInnen in den traditionellen und den social media verarschen und einschüchtern liessen. Tenor: Nayib wird das Christentum unterdrücken und den Islam zur Staatsreligion machen! Gerade heute hat La Mentira Gráfica einen Kommentar eines bekannten „Analysten“ veröffentlicht, der Nayibs Wahlsieg in San Salvador mit dem Beginn der frühmittelalterlichen arabischen Eroberung der iberischen Halbinsel gleichgesetzt! Während es in Honduras schon seit einiger Zeit eine rassistisch geprägte Hetze gegen die arabischstämmige Oligarchie gibt, war dies in El Salvador bis dato kein Thema, und schon gar nicht im Sinne einer drohenden Zwangsislamisierung.
Los tiempos cambian.
Einschätzungen zu anderen Aspekten der Wahlen (auch im Kontext der Regierungspolitik) werden wohl erst später zutreffend gemacht werden können. Vorerst aber steht im Zentrum klar, ob sich die Destabilisierung inkl. Justizentscheide verschärfen oder ob sie scheitern wird.  

El Salvador: Erste Wahlinfos

Dienstag, 3. März 2015




(zas, 2.3.15) Zu den Wahlen momentan nur soviel: wenig, sehr wenig ist klar. Es gibt tonnenweise Gerüchte, kaum gesicherte Daten – weder vom Wahlgericht Tse noch vom FMLN.
San Miguel hat der Frente-Kandidat gewonnen, gegen den „ewigen“ Bürgermeister und Todesschwadronist. Will Salgado, der seine Niederlage zugegeben hat.  Santa Tecla, an San Salvador anschliessende Departmentshauptstadt von La Libertad, seit 1997 vom FMLN regiert, hat ARENA gewonnen, Bürgermeister ist neu der Sohn des Parteigründers und Massenmörders D’Aubuisson. Diese Niederlage ist keine Überraschung. Dass wir aber Santa Ana und die meisten Gemeindden in diesem Departement verloren haben, schon mehr. Der nicht-wiedergewählte Bürgermeister von Sta. Ana, Peñate, erklärte die Niederlage heute mit einer geringen Wahlbeteiligung, Resultat von Angst und Verwirrung. Angst vor den Maras, Verwirrung u.a. wegen vielen Unklarheiten über die neuen Stimmabgabemodalitäten.
Zu San Salvador und den umliegenden Gemeinden gibt es eigentlich keine gesicherten Angaben. Warum? Verschiedene Gründe, von denen einige wohl noch im Dunkeln liegen.
Noch heute Vormittag gab es in San Salvador und wohl auch anderswo Wahltische, an denen die Auszählung nicht abgeschlossen war.  Manche Wahlzentren hatten diese Arbeit erst heute früh erledigt. Zentraler Faktor: die von der Verfassungskammer des Obersten Gerichts noch während der offiziellen Wahlkampfperiode verfügte Modalität der „gekreuzten Stimme“ (die Möglichkeit, KandidatInnen verschiedener Parteien zu wählen) und ihrer Gewichtung. Wir hatten gestern drei Wahlgänge: Parlament, zentralamerikanischen Parlament Parlacen und Gemeinden. Um 17h wurden die Wahllokale geschlossen und mit der Auszählung begonnen, nach Gesetzt als erster jene des Parlacen. Es gab hier wie beim Parlament 5 Wahlmöglichkeiten: eine Stimme für die jeweilige Partei, oder für die Partei und einige ihrer KandidatInnen, nur für einige ihrer KandidatInnen, für die gekreuzte Modalität und schliesslich für die parteiunabhängige Kandidatur (davon gab es im
Departement San Salvador und ich glaub landesweit genau eine!).Die Auszählung und ordentliche Aktenerfassung der verschiedenen abgegebenen Stimmen (und ihrer Modalitäten) für die insgesamt zehn antretenden Parteien (und Koalitionen) in San Salvador war derart kompliziert, dass sie im grössten Wahlzentrum des Landes im Schnitt zwischen Mitternacht und zwei  Uhr zu Ende ging. Darauf folgte die ebenso umständliche Prozedur für das Parlament und erst am Schluss die Auszählung der Gemeindewahlen, die traditionell und einfach war: Hier wurde nur die bandera, das Parteiemblem angekreuzt. Nun muss man wissen, dass die Leute an den Wahltischen etwa ab 4h früh in der brütenden Hitze im Einsatz waren, praktisch ununterbrochen. Resultat: enorme Müdigkeit, die allenfalls von BetrügerInnen für Tricks gebraucht werden konnte, bis auch sie einfach zu müde waren, um dafür noch viel Energie aufzubringen. Dafür mutmasslich tausend kleine Fehler. Zur Abrundung: An praktisch allen Wahltischen gab es lange Diskussionen, meist ehrlich geführt, über das Was? Und Wie? des nächsten Schritts der Auszählung, an der sich Abgeordnete der Wahlbehörden, der Wahlstaatsanwaltschaft oder auch inter/nationale WahlbeobachterInnen mit ihren Mutmassungen beteiligten.
Als zweites gab und gibt es bei der Erfassung der eingescannten und übermittelten Daten der Wahlakten Abstürze. Ob dies an technischem Versagen oder Sabotage liegt, wird sich hoffentlich zeigen. Aus Kostengründen – dank auch verschiedener Erlasse der Verfassungskammer ist das Budget der Zentralregierung extrem knapp – hatte das Wahlgericht TSE beschlossen, die Übermittlung und Erfassung nicht mehr an teure Multis zu vergeben, sondern in Eigenregie zu übernehmen samt der Indienstnahme des Service von 20 salvadorianischen Unternehmens für spezifische Bereiche.  Das hat nicht geklappt. Gegen Mittag verkündete das TSE, der Fehler sei gefunden und das fehlbare Unternehmen durch ein anderes ersetzt worden. Allein, das Problem bleibt bestehen. Bis jetzt ist auf der Resultatehomepage (elecciones2015.tse.gob.sv) nichts Vernünftiges zu finden.
Tatsache ist, dass auch die sonst (auch im Fall von Niederlagen)zuverlässige interne FMLN-Auszählung nicht vom Fleck gekommen ist. So dass seriöse Angaben über einen beschränkten Kreis von Gemeinden hinaus noch nicht möglich sind. Natürlich benutzt dies die Rechte, um auf Siegesstimmung zu machen. So gibt ARENA an, in der Hauptstadt knapp in Führung zu liegen. Eine Aussage, die stimmen kann oder auch nicht.
Als Letztes noch dies: Es heisst, landesweit sei die Stimmbeteiligung tief gelegen. Ob dies stimmt, weiss ich aus den angeführten Gründen nicht. Falls ja, hätte hier zweifellos die breite Verunsicherungskampagne der Rechten Früchte getragen. Angst vor Mara-Gewalt am Wahltag (in der Hauptstadt sind offenbar Comunidades von den Maras zur Stimmabgabe für die Rechte „angehalten“ worden), aber vor allem auch Unsicherheit bezüglich der Stimmabgabemodalitäten und der Seriosität des TSE. Noch wenige Tage vor dem Wahltermin sah sich die dem Kapital und insbesondere der US-Botschaft verpflichtete Verfassungskammer des Obersten Gerichts zu einer in juristischem Kauderwelsch verfassten „Resolution“ zum Wahlprozess bemüssigt, die inhaltlich eigentlich nichts Neues gebracht, aber Anlass für die wildesten, über social media und traditionelle Medien verbreiteten, absurden Spekulationen gegeben hat. Gleichzeitig stellten die grossen Medien im Dienste von ARENA das TSE als Haufen der Inkompetenz und des Wahlbetrugs dar (das TSE ist nicht mehr unter alleiniger Kontrolle der Rechten). Mit der Botschaft ans gemeine, nicht direkt kontrollierte Volk: Wofür auch wählen gehen? Mir ist interessanterweise in diesen Tagen aufgefallen, dass ich noch nie derart oft hintereinander Leute sagen hörte, „die Politiker“ seien sowieso alle gleich korrupt etc. Das ist die unabdingbare Kehrseite eines Diskurses einer „Zivilgesellschaft“, die sich weder links noch rechts, sondern in der Aufgeklärtheit (und den Finanzströmen der westlichen Botschaften und NGOs) verortet weiss. Das alte „Argument“ der Rechten, wenn die Leute nicht mehr freiwillig bei ihr mit marschieren: Die Linken sind auch nicht besser.
 Das bisher Gesagte heisst nicht, dass der FMLN gestern nicht relevante Erfolge erzielt hat. Wir wissen es einfach noch nicht. Vielleicht in ein paar Stunden. Doch irgendwann werde ich schlafen und hoffentlich nicht der beginnenden grassierenden Erschöpfungskrankheit zum Opfer fallen.

Landesweite Proteste in Guatemala

Freitag, 27. Februar 2015

Tausende gegen hohe Kosten für Grundnahrungsmittel und Strom auf der Straße. Hunger und chronische Unterernährung in Indigenen- und Bauerngemeinden
Die Proteste richteten sich auch gegen Großprojekte der Energieproduktion, von Biotreibstoffen, Monokulturen und des Bergbaus
Die Proteste richteten sich auch gegen Großprojekte der Energieproduktion, von Biotreibstoffen, Monokulturen und des Bergbaus
Quelle: facebook.com
Guatemala-Stadt. Verschiedene guatemaltekische Bauern- und Indigenenorganisationen haben Anfang der Woche landesweit friedliche Proteste durchgeführt. Organisiert von der Nationalen Koordination der Bauernorganisationen (CNOC), blockierten Tausende am Montag Straßen an mindestens 20 Hauptverkehrsknotenpunkte im ganzen Land. Sie fordern von der Regierung und der Justiz die Lösung der Probleme in den ländlichen Gebieten sowie der wachsenden Konflikte mit den transnationalen Unternehmen, die in Großprojekten der Energieproduktion, von Biotreibstoffen, Monokulturen, im Bergbau und in anderen Bereichen tätig sind.
Die Bauern- und Indigenengemeinden litten unter Hunger, chronischer Unterernährung sowie an "Lebensmittelknappheit, die durch natürliche Phänomene verursacht wurde“. Außerdem beklagen sie in dem Aufruf zur Mobilisierung die hohen Kosten für Grundnahrungsmittel und Strom, die Arbeitslosigkeit und die Umweltverschmutzung durch die Industrie sowie die Plünderung der Natur.
Die Hauptforderungen konzentrieren sich auf die Nationalisierung des Stromsektors, die Lösung des Landkonflikts, die Erhöhung des kürzlich gesenkten gesetzlichen Mindestlohns und die Beendung der Kriminalisierung und Verfolgung von Frauen und Männern, die ihre Rechte auf Leben und Territorium verteidigen.
Plakat zur Mobilisierung und Bekanntgabe der Orte für die Blockaden
Quelle: facebook.com
Die Proteste gegen die zu hohen Strompreise nahmen in den vergangenen Jahren massiv zu. Dem Stromunternehmen Energuate wird vorgeworfen, zu hohe Strompreise zu verlangen. Aktuell haben um die 20 Prozent der Strombezieher von Energuate den Stromzähler abgehängt und erklärt, sich im Widerstand zu befinden. Dieser wird vom Comité de Desarrollo Campesino (Codeca) angeführt. Im Konflikt wegen des illegalen Strombezugs wurden im vergangenen Jahr drei Aktivisten der Organisation in Haft genommen und des Landfriedenbruchs sowie Betrugs angeklagt. Nach über drei Monaten in Untersuchungshaft warten sie zurzeit im Hausarrest auf die Gerichtsverhandlung.
Die Basisorganisation Rat der Völker (CPO), die im September an den Kongresswahlen teilnehmen wird, äußert in ihrem Communiqué zur nationalen Protestkundgebung: "Die Stromnetzerweiterung Guatemalas ist eine Nationalpolitik, die von der Zuckeroligarchie kontrolliert wird … Alle diese Geschäfte haben Guatemala nichts gebracht, keine besseren Verdienstmöglichkeiten für die Bevölkerung, keine besseren Arbeitsplätze und noch weniger ein gutes Leben. In unseren Territorien bildeten sich nur neue Konflikte, und im und um den Staat wimmelt es von neu enstandenen Mafias."
Seitens der Regierung wird indes "die Behinderung der Bewegungsfreiheit" angeprangert, welche durch die Straßenblockaden verursacht wurde. Der Verband der Wirtschaftsunternehmen reichte eine Klage beim Verfassungsgericht gegen den Präsidenten Guatemalas, Otto Pérez Molina, mit der Begründung ein, er habe das Recht auf Bewegungsfreiheit nicht geschützt. Außerdem beklagt der Verband "das ökonomische Desaster": Die finanziellen Einbußen dieses Tages beliefen sich auf mehrere Millionen Euro.
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Südmexiko-Newsletter Februar 2015

Mittwoch, 18. Februar 2015

Von: Neuigkeiten zu Chiapas und Oaxaca <news@chiapas.ch>
Datum: 17. Februar 2015 um 22:04
Betreff: [Südmexico-Soli-Newsletter] Februar 2015
An: news@chiapas.ch
 
URGENT-ACTION

Zeuginnen der Ermordung von Bety und Jyri bedroht
Zwei indigene Frauen hatten im April 2010 die Tötung der Menschenrechtsaktivisten Bety Cariño und Jyri Jaakkola durch Paramilitärs beobachtet. Am 22. Januar 2015 sind sie bedroht worden, um sie von ihrer kurz bevorstehenden Aussage vor Gericht abzuhalten. Sie wurden in ihrem Heimatort im Bundestaat Oaxaca von den Verwandten des Tatverdächtigen aufgesucht und aufgefordert, ihre schriftlichen Zeugenaussagen zurückzuziehen. Die von den Behörden bereitgestellten Schutzmassnahmen für die beiden Frauen sind unzureichend.
Im Jahr 2012 wurden Haftbefehle gegen Mitglieder einer bewaffneten Gruppierung mit offensichtlicher Verbindung zu lokalen und bundesstaatlichen Behörden ausgestellt. Die Gruppierung soll für die Tötung von Bety Cariño und Jyri Jaakkola im Jahr 2010 in der Nähe der Indigenengemeinde San Juan Copala verantwortlich sein. Elf der Beschuldigten befinden sich nach wie vor auf freiem Fuss. Die verantwortlichen Behörden haben die Vollstreckung der Haftbefehle nur unzureichend vorangetrieben, offenbar aus Angst vor Vergeltung durch die Gruppierung.

Mitmachen: http://ua.amnesty.ch/urgent-actions/2015/02/030-15

Die UA direkt im Internet unterschreiben (auf Spanisch):
http://redtdt.org.mx/2015/02/acoso-contra-testigos-del-homicidio-de-un-defensor-y-una-defensora-de-los-derechos-humanos/


GUERRERO

Mexikanische Regierung erklärt die verschwundenen Studenten für «offiziell tot» und den Fall für geschlossen
Der Generalstaatsanwalt Mexikos erklärte die am 26. September 2014 verschleppten Lehramtsstudenten aus Ayotzinapa offiziell für tot – und möchte so den Fall schliessen.
Nicht so die Angehörigen und Sympathisanten der gewaltsam Verschwundenen, die der Regierung vorwerfen, selbst in den Fall verwickelt zu sein. Ihr Anwalt weist darauf hin, dass in den Ermittlungen vieles noch nicht aufgeklärt worden sei. Bis jetzt gebe es auch keinen wissenschaftlichen Beleg dafür, dass alle der 42 noch vermissten Studenten ermordet worden seien.
Weiterlesen: https://amerika21.de/2015/01/111166/regierung-erklaert-tod


Weltweite Proteste von Mexico-City nach Davos!
Vier Monate nach dem gewaltsamen Verschwinden der 43 Studenten haben am 26. Januar 2015 in Mexico-City erneut Tausende auf den Strassen protestiert. Auch in 20 weiteren Städten Mexikos fanden Protestaktionen statt. Die Protestierenden halten die offizielle Version der Regierung für unglaubwürdig. Amnesty International forderte die Strafverfolger auf, gegen die Armee zu ermitteln.
Weiterlesen: http://www.taz.de/!153639/
https://www.jungewelt.de/2015/01-28/033.php

Die Forderung, das Massaker an den 43 Studenten aufzuklären, gelangte bis nach Davos ans WEF, zu dem auch mexikanische Regierungsvertreter angereist waren. MenschenrechtsaktivistInnen machten in einer kreativen Aktion auf das Verbrechen und die gewaltsam verschwundenen Studenten aufmerksam. Auf Twitter verbreitete sich diese Aktion im Lauffeuer.
Fotos: http://switzerland.indymedia.org/de/2015/01/94286.shtml
Tweet: https://twitter.com/valehamel/status/559513164392325120/photo/1
Video-Dankgruss für Soliaktionen: http://www.cgtchiapas.org/noticias/video-ayotzinapa-agradece-mexico-y-al-mundo-su-solidaridad-26012015
Bericht über Anti-WEF im Umbruch: https://www.jungewelt.de/2015/01-26/039.php

UNO empfing Delegation von Angehörigen der 43 Studenten in Genf
Ein aus zehn unabhängigen Experten bestehendes UN-Komitee empfing am 2. und 3. Februar 2015 eine Delegation aus Mexiko. Zum ersten Mal befasst sich dieses UN-Komitee, zuständig für die Einhaltung der Internationalen Konvention zum Schutz aller Personen vor dem gewaltsamen Verschwindenlassen, mit Mexiko – einem Land, in dem rund 25'000 Personen als «nicht lokalisierbar» gelten.
Weiterlesen: https://amerika21.de/2015/02/111489/desapareciones-mx-genf

Im Abschlussbericht der UNO heisst es, Mexiko müsse bei der Suche, Ortung und Befreiung verschwundener Personen mehr tun. Weiterlesen: http://www.focus.de/politik/ausland/menschenrechte-un-verlangen-von-mexiko-mehr-anstrengungen-gegen-polizeigewalt_id_4476432.html

Bauernaktivist in Morelos geköpft aufgefunden
Alejandro Gustavo Salgado von der linken Organisation Frente Popular Revolucionario (FPR) ist auf grausame Weise ermordet worden. Er war in der Organisation von KleinbäuerInnen und auch in den aktuellen Mobilisierungen rund um Ayotzinapa aktiv.
Weiterlesen: http://www.chiapas.eu/news.php?id=8111
NZZ vom 16.2.2015: http://www.nzz.ch/newsticker/bauernaktivist-in-mexiko-gekoepft-1.18476873


CHIAPAS

San Sebastián Bachajón: Chronik eines Widerstandes
Aktuelles Video über den Widerstand in San Sebastián Bachajón gegen die Grossprojekte der Regierung. Am 11. Januar 2015 griff die Polizei eine Blockade der AnhängerInnen der Sexta in San Sebastián Bachajón/Agua Azul, Chiapas an. Bei dem Angriff mit Gummigeschossen und scharfer Munition wurden zwei junge Männer verletzt. (mit deutschen Untertiteln, Promedios Chiapas) https://www.youtube.com/watch?v=8WMuMsCjF8o
Communiqué vom 5. Februar (Spanisch): http://komanilel.org/2015/02/05/comunicado-de-san-sebastian-bachajon-5-de-febrero/
Rückblick auf Spanisch: Cinco luces entre la niebla del conflicto en Bachajón http://www.cgtchiapas.org/noticias/cinco-luces-entre-niebla-conflicto-bachajon
Webseite La Lucha de Bachajón sigue!, auch auf Deutsch: https://vivabachajon.wordpress.com/
Mehr Infos zum Konflikt, zur aktuellen Lage und zu Solidaritätsaktionen z.B. aus Deutschland: http://www.chiapas.eu/news.php?id=8097

Interview mit Sylvia Marcos über den Kampf der zapatistischen Frauen und die Emanzipation innerhalb der zapatistischen Bewegung (auf Spanisch)
Die Anthropologin und Psychologin Sylvia Marcos geht darin auf die Rolle der zapatistischen Frauen ein, ihren Kampf, der mit dem Revolutionären Frauengesetz namentlich ihren Anfang nahm, und ihre Einschätzung heute – nach den Erfahrungen in der Escuelita. Auf Deutsch demnächst auf unserer Homepage.
Interview auf Spanisch: El gobierno autónomo zapatista le da más espacios de autoridad a las mujeres
http://www.cgtchiapas.org/noticias/entrevista-sylvia-marcos-%E2%80%9C-gobierno-autonomo-zapatista-le-da-mas-espacios-autoridad-mujeres


MEXIKO

Urteil des Ständigen Völkertribunals (TPP): Kapitel Mexiko jetzt auf Deutsch
Inzwischen liegt die deutsche Übersetzung des Urteils des Ständigen Völkertribunals (TPP) zum Kapitel Mexiko vor. Die deutsche Fassung kann unter anderem auf den Webseiten www.tppmexico.org und www.ceccam.org/de abgerufen werden. Das TPP stützt sein Urteil auf über 500 dokumentierte Fallbeispiele, die im Rahmen von sieben Themenbereichen und drei Querschnittsthemen in der vergangenen drei Jahren unter dem Obertitel «Freihandel, Gewalt, Straffreiheit und Rechte der Völker in Mexiko» zusammengetragen wurden.
http://www.npla.de/de/poonal/5012-2015-02-14-01-43-09


HINWEISE

Di, 17. Feb. 2015, 22-23 Uhr Radio Lora Sendung «La Noche de la Iguana» sobre/con la Solidaridad Directa con Chiapas y actualidades – Gespräch mit zwei Aktivistinnen der Direkten Solidarität von Chiapas (auf Spanisch)
Live oder im Lora-Archiv: http://www.lora.ch/sendungen/sendung-suchen?mode=3&terms=Iguana&list=La+noche+de+la+Iguana

Mi, 18. Feb. 2015, Veranstaltung zur Revolution in Kobanê
Volkshaus Zürich, 19 Uhr
Songül Karabulut (Sprecherin der aussenpolitischen Kommission des Kurdistan Nationalkongresses KNK) und Hassan Mohamed Ali (europäischen Vertreter der PYD) werden über den Widerstand in Kobanê und die Hintergründe der Revolution in Rojava informieren.
Wie sieht es aktuell in Kobanê aus? Wie funktioniert das politische, soziale und wirtschaftliche Leben heute in Rojava? Welche politische Perspektive steckt hinter der Selbstverwaltung fern von Nationalstaat und Patriarchat?
Organisiert durch das Rojava Solikomitee Zürich.

Sa/So, 7.-8. März 2015: Internationaler Frauen(kampf)tag «Frauen kämpfen»

Bern, Schützenmatte, 7. März, 13.00 Uhr
Grosse Demo zum Auftakt des 4. Marche mondiale des Femmes
Infos: http://www.marchemondiale.ch

Zürich, Hechtplatz, 7. März, 13.30 Uhr
Infos: http://www.frauenbuendnis-zueri.ch/

Basel, Theaterplatz, 8. März, 13.00 Uhr
Solidarität mit den Frauen von Rojava!
Infos: http://www.aufbau.org/

Ankündigung: Ende April 2015 macht eine «Delegation der 43 verschwundenen Studenten aus Ayotzinapa» auf ihrer Rundreise durch Europa Halt in der Schweiz