(zas, 13.8.24) Die chavistische Informationspolitik lässt zu
wünschen übrig. Angaben hoher RegierungsvertreterInnen etwa zur Dauer des
Cyberangriffs auf den Zentralrechner des Wahlrates CNE (nebst anhaltenden
Cyberattacken auf andere staatliche Institutionen oder den ÖV oder das
Stromnetz) vermitteln eine kurze, aber intensive Phase (30 Millionen
Cyberangriffe pro Minute, so die Vizepräsidentin Delcy Rodríguez), während
andere RegierungsexponentInnen am gleichen oder folgenden Tag von beträchtlich
längerer Dauer sprechen. Ähnliche Inkongruenzen sind etwa bei der Zahl der (oft
gefälschten) Akten, die das rechte Bündnis PUD als «Beweis» für ihren Wahlsieg auf
Homepages geladen hat, oder bei Angaben zur Zahl der Wahllokale, in denen die
PUD offizielle Delegierte stationiert hatte, anzutreffen.
Andere Dinge hätten nachdrücklicher kommuniziert werden
müssen. Etwa, dass die chavistische Partei PSUV sich ans Wahlgesetz hält und
deshalb keine eigenen Aktenkopien hochlädt – nur der Nationale Wahlrat CEN ist dazu
berechtigt. Das hätte vielleicht einer Figur wie dem chilenischen Präsidenten
Gabriel Boric geholfen, nicht wie letzte Woche als «Beweis» für den Wahlbetrug
die Nichtveröffentlichung der Wahlakten durch den PSUV zu denunzieren. Zum CEN
gleich mehr. Und wieder andere Dinge wären, egal wie klar kommuniziert, im
schwarzen Loch der euro-atlantischen Propaganda verschwunden. Wie etwa der Cyberangriff,
der allenfalls als «unbewiesene Behauptung» kurz abgetan wird.
Das rechte Narrativ verfügt dagegen über eine grosse Stärke:
die Echokammer der westlichen Medien. Demzufolge betrügt die Diktatur und schlägt
«friedliche Proteste der empörten Bürger» brutal nieder. Chavistische Mobilisierungen,
weit grösser als jene der Rechten, werden nicht erwähnt. Letztere dienten zur
diskreten Abschirmung des Wütens von – ja – extrem gewalttätigen, organisierten
Strukturen, den sog. comanditos, die
nicht mehr wie bei vergangenen Unruhen (guarimbas)
2014, 2017 und 2019 lange ungestraft brutal agieren durften - Diktatur![1]
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Schon vor den Wahlen gab es laut hiesigen Medien keine chavistischen Mobilisierungen wie diese vom 25. Juli...
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Wer glaubt denn,
dass eine gut organisierte Kraft, die über Beweise für ihren Wahlsieg verfügt,
diese nie den Wahlbehörden oder jetzt dem Obersten Gericht vorlegt? Und sich
damit begnügt, teilweise grotesk gefälschte «Alten» (Fehlen obligatorischer
Unterschriften, rechnerisch exakt gleiche Prozentresultate in allen Gliedstaaten
u. v. a.) auf eine Homepage zu laden? Antwort: der westliche Medienchor.
Ein Papier des Wilson
Center
Mit «How to Stop a
Coup» betitelt Mark Feierstein sein vergangenen Juli vom Wilson Center, einem
engstens mit Administration und Kongress der USA verbandelten Thinktank,
herausgegebenes Papier. Der Autor war Spezialassistent von Obama und hoher-Lateinamerika-Offizieller
im Nationalen Sicherheitsrat. Heute macht er als Chefberater von Samantha
Power, der Leiterin der mächtigen US-Agentur gegen den globalen Süden, USAID, weiter.
Vor drei Jahren gratulierte
er bei einem Treffen venezolanischen Putschisten, «Funktionären» der «Interimsregierung»
von Guaidó, darunter auch dem Gatten der jetzigen PUD-Ikone María Corina
Machado, zur Gründung der PUD als Ausdruck «einer
Diversität demokratischer Perspektiven» für kommende Wahlen.

Sein Papier widmet sich primär der Frage «Was tun?», falls
die chavistische Diktatur den Sieg des Washingtoner Kandidaten nicht anerkennen
und die Publikation der Wahlunterlagen hinauszuschieben wolle. Wie könnte Washington
dann den Diktator doch noch zu redlichem Tun bewegen?
Leider sei Maduro «selten
empfänglich für Ratschläge von demokratischen Regierungen». Doch habe
Washington einiges schon geleistet, etwa Sanktionen etwas erleichtert, was zur
Kür von María Corina Machados Joker Edmundo González als Kandidaten und «zur Einheit der Oppositionsparteien»
geführt habe.[2]
«Die [US-] Administration koordinierte
diese diplomatischen Efforts weise mit Kolumbien und Brasilien, deren linke
Anführer mehr Zugang zu Maduro haben.» Petro und Lula seien zwar in Sachen
Venezuela nicht lupenrein, doch habe insbesondere Lula ermöglicht, dass
González als Kandidat antreten könne.
Die USA haben, erfahren wir gerührt, dank ihrer klaren
Stellungsnahmen gegen die Nichtanerkennung der Wahl von Lula resp. Arévalo in Brasilien
resp. Guatemala an Prestige gewonnen, wobei ihre Einflussnahme für saubere
Wahlen mangels eigener Botschaft in Venezuela und wegen der Ausladung der EU-Wahlbeobachtung
limitiert sei (so viel zu europäischer Demokratieliebe). Dafür gebe es zum
Ausgleich eine Reihe erstklassiger Medienleute und auf Wahlen spezialisierter
NGOs inklusive das (jetzt von einer Ex-USAID-Funktionärin geleitete) Carter
Center. Die Opposition wolle BeobachterInnen in praktisch alle Wahllokale
entsenden, was ihr und «unabhängigen
BeobachterInnen sogenannte Schnellzählungen auf der Basis von statistisch ausgewählten
Resultaten erlauben würde, so dass sie den wahrscheinlichen Sieger eruieren
könnte, bevor das Regime Gelegenheit» zu lügen komme.
Feierstein betont weiter die Möglichkeit, dass die USA via
Armeechefs in der «Region» Einfluss insbesondere auf die Soldaten und niederere
Ränge ausüben könnte, damit die sich im Fall eines Falschspiels von Maduro
dessen Befehl, auf empörte BürgerInnen loszugehen, widersetzten. Zudem «sollte jegliche Verzögerung der Bekanntgabe
der Wahlresultate (…) eine Kaskade internationaler Verurteilungen und
Kontaktnahmen mit hohen venezolanischen Führungskräften auslösen. Besonders
wirksam bei solchen internationalen Anstrengungen könnten Brasilien wegen
seines globalen und regionalen diplomatischen Gewichts und Lula mit seinem
Image als linke Ikone und langer Freundschaft mit Chávez werden.»
Das liest sich post-factum nicht als Gedankenspiele, sondern
wie eine Skizze von Handlungsorientierungen für die Tage nach der Wahl vom 28.
Juli. Kernpunkt: Der Chavismus «verzögert» die Bekanntgabe der Resultate.
Weiter die internationale «Kaskade»
von Stellungsnahmen mit propagandistischem Schwergewicht auf Lula und Petro; und
der Versuch, die Sicherheitskräfte zu neutralisieren. Orientierungen
allerdings, die ihr Ziel, den Regime Change, zu verfehlen scheinen.
Die «Verzögerung»
Zentral, und für viele selbstverständlich, ist die Darstellung,
der Chavismus leugne unliebsame Resultate. Auch Feierstein schmiert das: «Umfragen ergeben für den
Oppositionskandidaten einen signifikanten Vorsprung». Feierstein weiss zu
lügen, «ohne zu lügen». Natürlich weiss einer wie er, dass viele auch rechte Umfrageinstitute
eher zu einem Patt oder einem Vorsprung von Maduro neigten. Auch er verschweigt
das, um eine allfällige «Verzögerung» als Betrugsmanöver einzuführen. So wie
das vom westlichen Mediengros gefressen wurde.
Doch warum das lange Warten auf endgültige Resultate? Es gibt
deutliche Hinweise auf einen Cyberangriff auf den zentralen Wahlrechner und 25
weitere staatliche Institutionen. S. dazu Was man über das «Wahlblackout» wissen
muss und Präsidentschaftswahlen
in Venezuela: Über Betrugsvorwürfe und die Sicherheit des Wahlsystems.
(Bei letzterem hat sich bei der Übersetzung ein Flüchtigkeitsfehler
eingeschlichen: Wo von «Stimmzettel» die Rede ist, sollte «Akte» stehen, also das
im Wahllokal ausgedruckte und von WahlfunkionärInnen und Parteidelegierten unterschriebene
Formular mit den Resultaten für die Kandidaten.) Das laut Wikipedia auf
multinationale Konzernkundschaft ausgerichtete und mit Netzwerk-Sicherheit
befasste Unternehmen Netscout in Massachusetts berichtete etwa am 31. Juli von
einem Jahreshoch an Cyberangriffen auf Venezuela am Wahltag, gefolgt von einem
massiven Anstieg am folgenden Tag. Nun, wenige Minuten nach Wahlmitternacht gab
der Präsident des Wahlrats CNE bekannt, dass nach 80 % der aus den Wahllokalen
übermittelten Akten Maduro mit 51.2 % (5’150’092 Stimmen) vor González mit 44.2 % (4’445’978
Stimmen) liege (plus wenige
Prozente für die anderen acht Bewerber). Die restlichen 20 % der Unterlagen seien
wegen eines Cyberangriffs auf die Übermittlungslinien blockiert. Die
Netscout-Analyse scheint dem vom CNE geschilderten Ablauf der Dinge zu
entsprechen: Beginn der Übermittlungen ziemlich spät nachts, bald danach Blockade
durch Cyber-Angriffe.

Der CNE gab am 2.
August Resultate auf der Basis von nun 96.87 % der Akten aus den Wahllokalen
(leichte Verbesserung für Maduro resp. Verschlechterung für González) bekannt. Also
scheinen die Cyberangriffe zuvor aufgehört oder zumindest massiv abgenommen zu
haben. Entscheidend ist jetzt die Wahlkammer des Obersten Gerichts. Sie ist laut
Wahlgesetz die höchste Instanz für juristische Dispute bei Wahlen. Dem Wahlrat obliegt
die Organisation der Wahlen, Resultateberechnung usw. Sollten diese angefochten
werden, geht die Sache an die Justiz. Maduro forderte deshalb von der Kammer,
alle Aspekte im Zusammenhang mit dem behaupteten Wahlbetrug zu untersuchen. Die
Kammer hatte den CEN und alle Kandidaten und beteiligten Parteien angewiesen,
ihr sämtliche relevanten Unterlagen inklusive zur Frage der Cyberangriffe[3]
zu übergeben. Alle folgten der Order, ausser González. Der beharrte absurder-,
aber nachvollziehbarerweise in einem Communiqué darauf, dass die
Wahlkammer des Obersten Gerichts die Gewaltenteilung verletze, da sie den CNE
marginalisiere. Dieser seinerseits habe keine Endresultate vorgelegt habe, wie
es seine Pflicht gewesen sei. Kurz: Es gab keinen lähmenden Cyberangriff, der
CEN decke Maduro und müsse ihn, González, anerkennen. Ein führender PUD-Vertreter liess verlauten, sie seien nicht
verpflichtet, dem «Ansinnen» des Obersten Wahlrates nachzukommen, die Beweise
für ihren Kantersieg seien online abrufbar.
Am 11. August informierte das
Aussenministerium ausländische Regierungen, dass die Wahlkammer des Obersten
Gerichts alle Anhörungen abgeschlossen habe und jetzt mit qualifizierten
Fachleuten zur Untersuchung aller eingereichter Unterlagen schreite. Dem
Communiqué des Ministeriums zufolge haben die PUD-Parteien «überhaupt kein Wahlmaterial übergeben und argumentiert, sie hätten
keine in Frage kommenden Unterlagen. In diesem Sinn versicherten sie, weder
Akten der Resultate der Zeugen (Parteienbeobachter) noch Listen dieser Zeugen
zu haben; zudem hätten sie sich nicht an Transport und Sicherung irgendwelchen
Materials beteiligt.»
Wie lange die
Gerichtsuntersuchung noch dauert, ist offen.
Angesichts des Rechts der Bevölkerung auf genaue Information und des
internationalen Drucks muss sie so schnell wie möglich abgeschlossen werden.
Und die «internationale Gemeinschaft»…?
Weitere Punkte
des Papiers des Wilson Center sind schnell abgehakt. Konsumiere die Medien zur internationalen
Protestkaskade gegen den Wahlbetrug, die sich hinter Lula und Petro versteckt. Seit
dem Wahltag haben Machado & Co. die Armee geradezu monoton aufgefordert,
gegen die «Diktatur» in Stellung zu gehen. Noch heute insistieren gehorsame JournalistInnen
auf diesem Punkt. Der Fakt, dass Teile der Sicherheitskräfte tatsächlich von
Korruption profitieren, dürfte ein Andockpunkt für entsprechende, bisher
offenbar ergebnislose Bemühungen sein.
Geradezu halluzinatorisch war eine Stellungnahme
des OAS-Generalsekretärs Luis Almagro vom 30. Oktober. Der Typ, der seinerzeit
den blutigen Putsch in Bolivien mit der Lüge des Wahlbetrugs von Evo Morales nach
Plan ausgelöst hat, meint jetzt: «Die
schlimmste Form der Repression, die ekelhafteste, besteht darin, die Leute
davon abzuhalten, in Wahlen Lösungen für ihre Probleme zu finden … Das ganze
Handbuch für einen betrügerischen Umgang mit Wahlen ist in Venezuela zur
Anwendung gekommen … In Anbetracht dessen, dass die oppositionelle
Kampagnenzentrale die Protokolle, denen zufolge sie gewonnen hat, vorgelegt
hat, während Maduro, einschliesslich CNE, bis jetzt nicht fähig war, die
Protokolle vorzulegen, denen zufolge er gewonnen habe, was zu diesem Zeitpunkt
lachhaft und pathetisch wäre, wäre es nicht tragisch», muss Maduro «die Protokolle in der Hand der Opposition anerkennen».
seine Niederlage eingestehen. Falls nicht, «wären
Neuwahlen nötig, aber in diesem Fall unter Anwesenheit von
Wahlbeobachtungsmissionen der Europäischen Union und der OAS».
Der Geifertyp organisierte danach auf Order Washingtons und
auf Antrag einer Reihe rechter lateinamerikanischer Regierungen wie der
argentinischen oder der demokratie-ikonischen peruanischen (unterstützt von Arévalo
aus Guatemala) am 31. Juli eine Sitzung des OAS-Rates, um in Venezuela, das
2017 seinen längst vollzogenen Austritt aus der Organisation initiiert hatte,
tatkräftiger zu intervenieren. Doch an der Sitzung kam die notwendige
Stimmenzahl für eine Verurteilung Venezuelas nicht zustande. Staaten wie
Honduras, Nicaragua oder Bolivien stimmten dagegen, andere, wie Brasilien und
die meisten karibischen Staaten enthielten sich aus Gründen der Respektierung der
nationalen Souveränität der Stimme, Mexiko und Kolumbien nahmen schon gar nicht
teil.
Heute soll an einer internen
Sitzung desselben OAS-Gremiums die Chancen für eine neue US-«Resolution
gegen die Repression» im Nicht-Mitgliedsland Venezuela und für die sofortige
Veröffentlichung der Schlussresultate abgeklärt werden. Die Gruppe um Brasilien
und Mexiko kann, wenn sie ihre eigenen bisherigen Argumente ernst nimmt, dem
nicht zustimmen.
Am 1. August sagte
US-Aussenminister Blinken: «Die
demokratische Opposition hat mehr als 80 Prozent der direkt in den Wahllokalen
erhaltenen Wahlakten publiziert. Diese Akten zeigen, dass Edmundo González die
meisten Stimmen mit einem nicht einholbaren Vorsprung gewann (…) Jetzt ist die
Zeit für die venezolanischen Parteien gekommen, Diskussionen über eine
respektvolle, friedliche Transition in Übereinstimmung mit dem Willen der
venezolanischen WählerInnen zu führen. Wir
unterstützen diesen Prozess der Wiederherstellung der demokratischen Normen in
Venezuela und sind bereit, mit unseren internationalen Partnern Wege zu
erörtern, sie gemeinsam zu stärken.» Ein paar Tage später sagte Blinkens
Sprecher, sein Boss habe damit González nicht offiziell als neuen Präsidenten
anerkannt. Kurz danach bediente sich der Regierungssprecher von Javier Milei
einer gleichen Formulierung.
Dies dürfte mehr den Versuchen des Weissen Hauses geschuldet
zu sein, Lula, Amlo und Petro an Bord zu holen, als einer Akzeptanz einer
weiteren chavistischen Regierung. Bisher scheinen die erwähnten Präsidenten
nicht geneigt, sich Washington anzuschliessen (im Gegensatz zu Boric, obwohl
der auch bei ihnen anbandelt).
… und die
Solidarität?
Vieles, was in Venezuela an realer Tagespolitik läuft,
entzieht sich wohl unserer Kenntnis. Wie sich gesellschaftliche und staatliche
Kräfte mitten in einer enormen wirtschaftlichen Belagerung und internen
Widersprüchen «richtig» zu verhalten haben, ist nicht gerade einfach zu
verstehen, geschweige denn «prinzipientreu» zu deklarieren oder «liberal» zu
verurteilen. Natürlich existieren grosse, wohl fundamentale Widersprüche. Aber
dass es der Chavismus inmitten des Wirtschaftskriegs offenbar geschafft hat, etwa
die Ernährung auf einheimische Produktion umzustellen, deutet auf etwas
Wichtiges. Gleich wie der Fakt, dass er in den Wahlen nicht weggefegt wurde. Auf
eine Bewegung, die imstande ist, die jahrelange Politik der imperialistischen Erpressung
der Bevölkerung zu durchbrechen.
Wie damit nicht solidarisch sein?
[1]
An den ersten zwei Nachwahltagen wurden zum Beispiel rund 60 Schulen
angegriffen und/oder beschädigt, 30 Ambulatorien, 1 Nahrungsverteilzentrum, 1
Basisradio, 7 medizinische Diagnostikzentren, 1 Zoo, eine Gruppe
internationaler WahlbeobachterInnen u. v. a. Es gab 2 Tote bei der Armee und
über 120 Verletzte bei den Sicherheitskräften (Quelle
Telesur). PassantInnen wurden verprügelt, Wagen von Heimkehrenden
verbrannt, BasisaktivistInnen verfolgt. Eoin Video mit einer
Kleinladenbesitzerin ging viral. Sie war an einer rechten Demo und musste, als
die Demo an ihrem Laden vorbei kam, fassungslos mitansehen, wie den eine Horde «besorgter
Bürger» stürmte, ausplünderte und zerstörte.
[2]
Interessanterweise schreibt
eine Lateinamerika-Korrespondentin der New York Times, Bidens Nationaler
Sicherheitsberater John Kirby sei bezüglich verschärfte Sanktionen wegen
«Wahlbetrug» zurückhaltend. Denn, so erklärt die Journalistin, «Sanktionen könnten Venezuelas
wirtschaftliche Schwierigkeiten vertiefen und die Migration in Richtung USA vor
den Novemberwahlen erhöhen.» Für einmal eine Annäherung an die sonst als «chavistische
Misswirtschaft» unkenntlich gemachte Hauptursache, weshalb so viele Leute
auswandern müssen.
[3]
Auf X zirkulierte die in chavistischen Medien übernommene Meldung, das
IT-Unternehmen Kapersky habe den Cyberangriff vom 28. Juli bestätigt. Laut
rechten venezolanischen Medien hat Kapersky das dementiert, in chavistischen
Portalen ist davon nicht mehr die Rede.